Joachim Brügge (Hg.): Coverstrategien

Beiträge der Tagung vom 1. bis 2. Juni 2012 in Salzburg
Der 11. Band der Reihe »klang-reden« widmet sich dem zentralen Phänomen von Covermusik in der Popularmusik nach 1960. Die Referate der Salzburger Tagung »Cover als Strategie der Popularmusik nach 1960« vom 1. und 2. Juni 2012 behandeln das Thema in drei Sektionen: I. Covermusik und Tendenzen der Popularmusik nach 1960, II. Medienästhetischer Kontext und III. Einzelbeispiele.

Thomas Hochradner (Hg.): Barockmusik


Als Bruce Haynes 2007 »The End of Early Music« apostrophierte, wurde eine gewisse Verkrustung der Alten Musik ebenso offenkundig wie das Problem ihrer Begrifflichkeit. Haben sich Terminologie, Unterricht, Ausführung und Aufführung tatsächlich in bestimmten Strukturen festgelaufen? Wie kam es zum gegenwärtigen Verständnis von ›Barockmusik‹? Welche Ansätze können oder sollten – in der Quellenforschung, durch interpretationsgeschichtliche Studien … – für die Zukunft verfolgt werden? Beiträge von Claudio Bacciagaluppi, Matjaž Barbo, Wolfgang Brunner, Martin Elste, Tassilo Erhardt, Andreas Friesenhagen, Greta Haenen, Thomas Hochradner, Peter Holman, Klaus Hubmann und Andreas Kröper-Hoffmann machen die Geschichte und Vielfalt des Begriffsdiskurses, Fragen der Aufführungspraxis und der Rezeptionsgeschichte in neuen Kontexten erfahrbar.

Christian Weber: Die Logik der Lyrik

Goethes Phänomenologie des Geistes in Gedichten

Goethes »große Hymnen« wie Mahomets Gesang, Wandrers Sturmlied, Prometheus und Ganymed zählen zu den zentralen poetologischen Texten des jungen Dichters und der Genieästhetik des Sturm und Drang. Allerdings artikulieren sich in ihnen recht widersprüchliche poetische Programme. Diese Widersprüche lassen sich erklären, wenn die Gedichte im Kontext der handschriftlich überlieferten ›Ersten Weimarer Gedichtsammlung‹ (1777) untersucht werden. Handelt es sich bei den Geniehymnen für sich betrachtet um »Bruchstücke einer großen Konfession«, so erscheinen sie im kunstvollen Arrangement der ersten zwölf Gedichte dieser Sammlung als integrale Bestandteile eines poetologischen Geniezyklus. Jedoch hat ihn Goethe in dieser Form niemals veröffentlicht und mit Absicht ›ruiniert‹. Die vorliegende Studie rekonstruiert in detaillierten intertextuellen und intra-kontextuellen Interpretationen die immanente Poeto-Logik dieses bislang verschütteten Hauptwerks des jungen Goethe. Sie legt die theoretische Ambition des Dichters frei, dessen metapoetische Selbstanalyse des lyrisch-poetischen Genies Hegels Phänomenologie des Geistes antizipiert und Kants Kritik der Urteilskraft durch eine Kritik der Einbildungskraft komplementiert. CHRISTIAN P. WEBER unterrichtet als Assistant Professor of German Studies an der Florida State University in Tallahassee.

Herwig/Trabert (Hg.): Der Grenzgänger Hermann Hesse

Neue Perspektiven der Forschung
Buchbeschreibung:
Grenzüberschreitungen sind für das Werk Hermann Hesses konstitutiv, nicht nur kulturelle, auch epochale und mediale. Der in Deutschland geborene Schriftsteller, der den größten Teil seines schöpferischen Lebens in der Schweiz verbrachte, entwickelt ein übernationales Denken, das seine regionalen Prägungen durch den alemannischen Raum gleichwohl nicht verleugnet. Innerhalb der literarischen Moderne kommt ihm auch deshalb eine Sonderstellung zu, weil er in seinen Texten Themen und Motive der Romantik mit solchen der Moderne kombiniert. Als malender Dichter reflektiert er nicht nur die Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten von Literatur, bildender Kunst und Musik, sondern auch die Bedeutung der neuen Medien seiner Zeit. Die 31 Beiträge des Bandes beleuchten unterschiedliche Facetten im Werk des Grenzgängers Hermann Hesse und arbeiten dabei intermediale, intertextuelle, ideengeschichtliche und biographische Bezüge heraus. HENRIETTE HERWIG, geb. 1956, Prof. Dr., Habilitation 1996 über Goethes Altersroman Wilhelm Meisters Wanderjahre, derzeit Lehrstuhlinhaberin im Fach Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; Forschungsschwerpunkte: Goethe und Goethezeit, historische Anthropologie, Literatur des 19. bis 21. Jahrhunderts, Schweizer Literatur, Literaturtheorie, Gender Studies, Cultural Gerontology FLORIAN TRABERT, geb. 1978, Dr. phil., Promotion 2010 mit einer Arbeit über die Neue Musik des 20. Jahrhunderts in der deutschsprachigen Literatur von Thomas Manns Doktor Faustus bis zur Gegenwart, derzeit wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Germanistik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; Arbeitsschwerpunkte: Intermedialität, Romantik und Rezeption der Romantik, Heinrich Heine, österreichische und Schweizer Literatur, deutsch-französisch-italienische Literaturtransfers.

 

Buchpräsentation: Fritz Neumeyer und seine Sammlung

40 Jahre Schlosskonzerte Bad Krozingen

Montag, 24. Februar 2014, 19.30 Uhr
Buchpräsentation: Fritz Neumeyer und seine Instrumente. Tradition und Wandel.
Dr. Markus Zepf, Musikwissenschaftler

Musikalische Umrahmung mit Instrumenten der Sammlung Neumeyer-Junghanns-Tracey

Rechtzeitig zum 40jährigen Jubiläum erscheint ein Band über die Sammlung Neumeyer-Junghanns-Tracey, der in Zusammenarbeit mit dem Rombach Verlag entsteht. Es freut uns sehr, dass kein Geringerer als Prof. Christoph Wolff, die Einleitung zum Buch schreibt:”Der Einladung, ein Buch einzuleiten, das der Sammlung Historischer Tasteninstrumente Neumeyer-Junghanns-Tracey gewidmet ist, komme ich gerne nach. Denn sie gibt mir insbesondere die Gelegenheit, meinem Dank an Oncle Fritz, wie der verehrte Freiburger Hochschullehrer Professor Fritz Neumeyer von seinen ehemaligen Schülern genannt werden wollte, besonderen Ausdruck zu verleihen.
Nicht minder aber spielt es für mich eine Rolle, bei dieser Gelegenheit insbesondere auch Bradford Traceys zu gedenken, der 1969-1970 bei mir einen Kurs an der University of Toronto besuchte und den ich als begabten jungen Musiker an Rolf Junghanns und die Schola Cantorum Basiliensis empfehlen konnte.”

Präsentation: Leo Kestenberg – Gesammelte Schriften in sechs Bänden

Am Freitag, dem 31. Januar 2014 wurde im Kammermusiksaal der Freiburger Musikhochschule die Fertigstellung des sechsten und abschließenden Bandes der “Gesammelten Schriften” Leo Kestenbergs gefeiert.
Innerhalb von gerade einmal vier Jahren wurde die sechsbändige Edition unter Federführung von Wilfried Gruhn und unter maßgeblicher Mitwirkung der Einzelbandherausgeber Dietmar Schenk und Ulrich Mahlert nahezu in Rekordzeit abgeschlossen. Die Arbeiten wurden mit großzügiger Unterstützung der Friedrich Stiftung (Hannover) finanziert und im Rombach Verlag publiziert.

Neben Wilfried Gruhn (Heraugeber der Gesammelten Schriften) und Vertretern des Rombach Verlages waren anlässlich der Feier u.a. Friedhelm Brusniak (Vorsitzender der Internationalen Kestenberg-Gesellschaft), Rüdiger Nolte (Rektor der Freiburger Musikhochschule), Günter Schnitzler (Leiter des Studium generale Freiburg) und als besonderer Ehrengast Frau Rachel Epstein zugegen. Frau Epstein, direkte Enkelin von Leo Kestenberg, war eigens für den Abend in Begleitung ihres Enkelsohnes Noah aus Haifa (Israel) angereist.

Nolte
Begrüßungsworte: Dr. Rüdiger Nolte, Rektor der Musikhochschule Freiburg

Sinaga
Dankesrede des Verlages: Dr. Torang Sinaga (Verlagsleiter Rombach)

Schnitzler
Prof. Dr. Günter Schnitzler, Leiter des Studium generale Freiburg

Brusniak
Prof. Dr. Friedhelm Brusniak, Vorsitzender der Internationalen Kestenberg-Gesellschaft

Gruhn
Festvortrag: Prof. Dr. Wilfried Gruhn, Herausgeber der Gesammelten Schriften Leo Kestenbergs

Epstein
Rachel Epstein, Ehrengast und Enkelin von Leo Kestenberg

Opernführer fürs iPad: Das Standardwerk von Attila Csampai und Dietmar Holland digital

U1_Opernfuehrer
Nun ist es endlich soweit: Der lange Zeit vergriffene und nach wie vor einzigartige Opernführer von Attila Csampai und Dietmar Holland geht in eine digitale Neuauflage. Zeitgemäß aufbereitet und mit aktualisierten Diskographien wird der digitale Opernführer über eine praktische Suchfunktion verfügen, sodass die einzelnen Artikel zu Werken und  Komponisten noch schneller griffbereit sind.

Der Opernführer, herausgegeben von Attila Csampai und Dietmar Holland, ist nach wie vor das Standardwerk für den Opernliebhaber. Unübertroffen sind Genauigkeit, Fülle und Verständlichkeit der Informationen, die er zu den etwa 250 wichtigsten Opern der Musikgeschichte von Monteverdi bis Rihm bietet: Inhalt und Handlung, Kommentar, Erläuterung zur Wirkungsgeschichte und weitere Informationen zu Text, Uraufführung, Personal sowie biographische Porträts der Komponisten. Einmalig ist der Anhang mit Artikeln über die wesentlichen Librettisten der gesamten Operngeschichte von Rinuccini bis Enzensberger. Die Herausgeber und ihre Autoren, die sämtlich zur Spitze des deutschsprachigen Musikjournalismus zählen, darunter Oswald Beaujean, Leo Karl Gerhartz, Ulrich Schreiber, Wolfgang Schreiber, Karl Schumann, Michael Stegemann, erweisen sich als glänzende Essayisten, die das einzelne Werk mit all seinen Facetten fakten- und kenntnisreich interpretieren. Lange vergriffen, liegt der Opernführer nun in einer grundlegend überarbeiteten und erheblich erweiterten Neuausgabe vor, die der Entwicklung des Opernbetriebs Rechnung trägt: Hinzugekommen zum klassischen Bestand der grundlegenden Opern von den Anfängen bis zur Gegenwart sind nun auch solche, die im Zuge von Wiederentdeckungen, historischer Aufführungspraxis und Entwicklungen der Zeitgenössischen Musik ihren Weg in die Spielpläne gefunden haben. Auch die mediale Werkvermittlung auf CD und DVD wird gebührend berücksichtigt: Attila Csampai und Dietmar Holland haben die diskographischen Hinweise auf den neuesten Stand gebracht, der renommierte Opernexperte Kurt Malisch hat exklusiv für die Neuausgabe umfangreiche Empfehlungen zu den DVD-Opernaufnahmen zusammengestellt

Buchpräsentation: Loya Jirga

Buchpräsentation in Bonn: Loya Jirga. Afghanischer Mythos, Ratsversammlung und Verfassungsorgan.

Das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), das BMBF-finanzierte Kompetenznetzwerk Crossroads Asia, das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMBSBw) sowie der Rombach Verlag laden zur Buchpräsentation ein.

Mythos, Ratsversammlung und Verfassungsorgan: Die Loya Jirga als Teil der politischen Geschichte und Kultur Afghanistans.
 
Benjamin Buchholz behandelt in seiner Studie die afghanische Ratsversammlung Loya Jirga, die seit der Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn 2001 in aller Munde ist. Die Loya Jirga, so das weit verbreitete Verständnis, könne als traditionelles »Stammesparlament« im 21. Jahrhundert die afghanische Staatlichkeit auf afghanistantypische Weise voran bringen.
Das vorgestellte Buch zeigt, dass das Phänomen der Loya Jirga so einfach nicht zu fassen ist. Gestützt auf bislang unerschlossene Quellen aus afghanischen und europäischen Archiven macht Buchholz deutlich, wie afghanische Könige, kommunistische Führungen oder demokratisch legitimierte Regierungen das Instrument der Loya Jirga nutzten, um den eigenen Machtanspruch zu dokumentieren oder zu festigen. Afghanische Herrscher
ließen von Loya Jirgas wichtige Beschlüsse verabschieden und schufen mit ihnen öffentliche Kommunikationsforen, mit deren Hilfe Botschaften von Kabul aus an die afghanische Peripherie transportiert werden konnten.
Noch 2013 ließ der afghanische Präsident Hamid Karzai eine Loya Jirga über die Präsenz von USA und NATO nach dem Auslaufen der ISAF-Mission 2014 beraten. Wie jeder vorherige Konvent spiegelte auch die Loya Jirga von 2013 die Gesellschaftsvorstellungen und Machtkonstellation ihrer Zeit wider.
Wer mit Buchholz den Weg durch Jahrzehnte vielfältiger Inszenierungen von Herrschaft beschreitet, wird begreifen, wie wechselnde afghanische Regierungen bis heute von Kabul aus die Provinzen zu beeinflussen und in eine gewünschte Richtung zu lenken suchen. Er oder sie wird gleichfalls verstehen, warum sich Afghanistan mit einer westlichen Auffassung von politischer Repräsentanz und Entscheidungsfindung allein nicht regieren lässt.
 
Ort:
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)
Walter-Flex-Str. 3
53113 Bonn
Zeit:
Mittwoch, 19. Februar 2014, 18:30 Uhr
 
Ihre Anmeldung richten Sie bitte bis zum 17.02.2014 an: 
 ZEF, Dr. Anna-Katharina Hornidge, crossroads@uni-bonn.de
Benjamin Buchholz, Loya Jirga. Afghanischer Mythos, Ratsversammlung und Verfassungsorgan. Freiburg i.Br., Berlin, Wien: Rombach 2013, 279 S.,  (= Neueste Militärgeschichte. Analysen und Studien, 2), ISBN 978-3-7930-9735-8, 34,– EUR.