Hölderlin-Boom: Warum ist der ›alte Dichter‹ in der Neuen Musik so präsent?

Die Forschung konstatiert einen »Hölderlin-Boom« in der Neuen Musik. Zahlreiche Komponisten waren von Hölderlins Gedichten aus dessen Zeit im Tübinger Turm und von seinen fragmentarischen Formen begeistert. Carolin Abeln geht diesem Phänomen in der Studie Sprache und Neue Musik auf den Grund.
Ausgehend von dieser erstaunlichen Präsenz des ›alten Dichters‹ in der Neuen Musik deutet Abeln die musikalische Hölderlin-Rezeption der 1970er bis 1990er Jahre als historisches, kulturelles und ästhetisches Phänomen. Sie zeigt anhand der konkreten Rezeptionsvoraussetzungen, der Charakteristika der ausgewählten Texte und der musikalischen Umsetzungen von Wilhelm Killmayer, Heinz Holliger, Wolfgang Rihm und Luigi Nono, weshalb gerade Hölderlin zur Projektionsfläche für zeitgenössische Interpretationen und zum Ausgangspunkt für eine Erneuerung der jahrhundertealten intermedialen Beziehung von Musik und Sprache werden konnte.
Carolin Abeln, Studium der Germanistik und Romanistik sowie künstlerische Ausbildung als Sopranistin in Freiburg und Trossingen; 2011 bis 2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienkulturwissenschaft der Universität Freiburg.

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LIT226_Abeln_U1_400

Carolin Abeln
Sprache und Neue Musik
Hölderlin-Rezeption bei Wilhelm Killmayer, Heinz Holliger,
Wolfgang Rihm und Luigi Nono
282 S., geb., € 58,00
ISBN 978-3-7930-9880-5