Lachen bei Godot – Komik in der klassischen Moderne

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Moderne Kunst kann Lachen auslösen. Ein Phänomen, das die wissenschaftliche Analyse meist verschweigt. Nicht so Niklas Bender: Mit seiner Studie Die lachende Kunst stellt er die Komik in den Fokus seiner Forschung. Er macht deutlich, welche komischen Mittel in der klassischen Moderne (ca. 1900‒1960) wie zum Einsatz kommen. Von Jarry bis Pasolini, von Joyce bis Max Ernst – untersucht werden Werke aller Gattungen und mehrerer Sprachen sowie Beispiele aus Malerei und Film. Durch das Komische setzt sich die literarische Moderne von der Tradition ab. Staat, Religion und Kultur als Horte der Autorität sind dabei laut Bender bevorzugte Ziele des Komischen.

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Niklas Bender hat an der FU Berlin und an der Université Paris 8 studiert und promoviert. Von 2005 bis 2014 hat er an der Universität Tübingen gearbeitet und sich 2013 dort in Romanischer Philologie, Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft habilitiert. Seit 2014 vertritt er Lehrstühle, aktuell in Trier. Er ist Literaturkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Rezension zu Jörg Martin Merz: Guernica oder Picassos »Abscheu vor der militärischen Kaste«. In: Süddeutsche Zeitung, 22.06.2017

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Picassos Guernica hat keinen Bezug zu dem Bombenangriff auf die gleichnamige Stadt, so das Fazit der Forschungen von Jörg Martin Merz. 1937 wurde die baskische Stadt von einer deutschen Luftwaffeneinheit bombardiert. Das schreckliche Ereignis soll Pablo Picasso zu Guernica angeregt haben – soweit die seit Jahrzehnten verfestigte Ansicht. Picasso habe sich diesbezüglich nie geäußert, noch lassen die Darstellung selbst und die Entstehungsumstände darauf schließen, dass der Luftangriff auf den Künstler und sein Werk einwirkte. Auf dem Hintergrund dieser Erkenntnisse betrachtet Rezensent Reinhard Brembeck das Kunstwerk in der gerade laufenden Picasso-Ausstellung in Spanien. „Mit Merz’ Interpretation im Kopf kann man “Guernica” in Madrid ganz neu kennenlernen“, so Brembeck. Inwiefern lässt sich hier nachlesen.

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Jörg Martin Merz
Guernica oder Picassos »Abscheu vor der militärischen Kaste«
Quellen zur Kunst, Band 35
88 S., zahlr. Abbildungen, geb., € 18,00
ISBN 978-3-7930-9879-9

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Rezension zu Hillesheim, Jürgen: Die Wanderung ins »nunc stans«. Wilhelm Müllers und Franz Schuberts Die Winterreise. In: Augsburger Allgemeine, Juni 2017

Im Zentrum von Hillesheims Monographie steht mit der Winterreise, welche der Zusammenarbeit von Wilhelm Müller und Franz Schubert entstammt, einer der bedeutendsten Lyrik- bzw. Liederzyklen des 19. Jahrhunderts. Dabei positioniert Jürgen Hillesheim das Werk ‒ »energisch und überzeugend«, wie es Rezensent Stefan Dosch formuliert ‒  erstmals im Kontext jener damaligen pessimistischen bzw. fatalistischen Weltsichten, die uns etwa auch in den Werken Arthur Schopenhauers und Georg Büchners begegnen. Denn wie Stefan Dosch resümiert, sieht Hillesheim »die einsame Reise des lyrischen Wanderer-Ichs« als Folge der grundsätzlichen »›existenziellen Fremdheit‹ des Menschen«.

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Vortrag in Freiburg von Herbert Zeman: »Goethe und die Musik«

In Kooperation mit der Goethe-Gesellschaft Freiburg und dem Deutschen Seminar lädt das Studium Generale den renommierten Wiener Literaturwissenschaftler Herbert Zeman an die Universität Freiburg ein.
»Goethe und die Musik« ist das Thema am Abend des 28. Juni.

Herbert Zeman ist Ordinarius für neuere Deutsche und Österreichische Literatur an der Universität Wien (emeritiert 2008). Im Rombach Verlag sind zuletzt von ihm erschienen: Bio-bibliografisches Lexikon der Literatur Österreichs (Bd. 1), Literaturgeschichte Österreichs von den Anfängen im Mittelalter bis zur Gegenwart sowie Wilhelm Scherer (26.4.1841 – 6.8.1886).

Der Vortrag findet statt am Mittwoch, den 28. Juni 2017 um 20.15 Uhr im Hörsaal 1015
der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

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Foto: privat

 

Rezension zu Badische Heimat (Hg.): »Solange die Welt steht, ist soviel Blut nicht geflossen«. Feldpostbriefe badischer Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918. In: Militärgeschichte, Juni 2017

Von Marcel Kellner und Knud Neuhoff für diesen Band der Schriftenreihe der Badischen Heimat ausgewählt, eröffnen 523 Kriegsbriefe und Auszüge eines Tagebuchs den heutigen Lesern einen Einblick in das Seelenleben der Kriegsgeneration. Damit leistet der Band, gleichsam als ›Geschichte von unten‹ wirkend, einen wertvollen Beitrag zur Dokumentation und Aufarbeitung des Ersten Weltkrieges. Denn diese »Egodokumente« geben »100 Jahre nach ihrem Entstehen vom Leben und Sterben, von der Banalität des soldatischen Alltags ebenso Zeugnis wie von nervenzerreißenden Belastungsproben der badischen Soldaten im Kamp«, so Rezensent Thorsten Loch.

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Solange die Welt... Feldpostbriefe badischer Soldaten