Rezension zu von Arburg/Tremp/Zimmermann (Hg.):
Physiognomisches Schreiben, in: literaturkritik.de, 20.07.2017

In der Nachfolge Lavaters hat sich die Physiognomik vorwiegend für den Zusammenhang von äußerem Erscheinungsbild und innerer Verfasstheit interessiert. Die Bedeutung des Textes als Analyseinstrument für die physiognomische Gestaltdeutung wurde dabei vernachlässigt. Der Band Physiognomisches Schreiben schließt diese Lücke und erforscht die Rolle des Schreibens, der Schrift und ihrer medialen Vermittlung in verschiedenen theoretischen, historischen und künstlerischen Konstellationen aus der Geschichte der neueren Physiognomik.

Maik M. Müller hat den Titel für literaturkritik.de rezensiert. Ein Fazit von ihm: „Insgesamt präsentiert der Band ein anspruchsvolles theoretisches Setting zwischen Diskurs- und Medientheorie im weiteren Umfeld der Literature and Science Studies mit ihrem Interesse an Austauschprozessen zwischen ästhetischen und szientifischen Wissensformen“.

Zur Rezension in voller Länge.

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»Verführer zu dem wesenhaft Schönen«
Hugo von Hofmannsthal und Eduard Korrodi

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Der Literaturkritiker Eduard Korrodi war von 1914 bis 1950 Feuilletonchef der Neuen Zürcher Zeitung. Sein polemischer Umgang mit zeitgenössischen Autoren war berüchtigt. Eine Ausnahme: Hugo von Hofmannsthal. Klaus E. Bohnenkamp zeichnet im gerade erschienenen Hofmannsthal-Jahrbuch 2017 die Verbindung zwischen dem Dichter und seinem Kritiker nach. Mehr als 40 Beiträge hat Korrodi von 1917 bis 1952 über den »geliebten Autor« verfasst. Die beiden sind sich auch persönlich begegnet. Briefe von Hofmannsthal an seinen Schweizer Kritiker sind in dem Band ungekürzt abgedruckt sowie der ausführliche Nachruf auf den »Verführer zum wesenhaft Schönen«. Nach dem Tod Hofmannsthals 1929 befasste sich Korrodi mit den Forschungsarbeiten zu dem Schriftsteller und den Aufführungen seiner Stücke.

Zur Leseprobe.

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Maximilian Bergengruen/Alexander Honold/Gerhard Neumann/
Ursula Renner/Günter Schnitzler/Gotthart Wunberg (Hg.)
Hofmannsthal Jahrbuch zur Europäischen Moderne
Band 25/2017

Rezension zu Dirk Hausen: Der Hornist Franz Strauß, in: Die Tonkunst, 10/2017

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Franz Strauß war einer der bedeutendsten Hornisten des 19. Jahrhunderts. Mit zunehmender Berühmtheit seines Sohnes Richard Strauss schwand jedoch seine künstlerische Bedeutung. Zu Unrecht, wie die Studie von Dirk Hausen darlegt. In dieser ersten Biographie über Franz Strauß werden seine Lebensphasen und musikalischen Tätigkeitsfelder umfassend beleuchtet.
Strauss-Experte Walter Werbeck rezensiert den Band für Die Tonkunst. Sein Fazit: „Hausens Buch bietet beiden Seiten etwas: denen, die dem Einfluss von Franz auf Richard Strauss nachspüren, und denen, die sich für das Leben eines Musikers im München des 19. Jahrhunderts interessieren und nicht ständig an dessen berühmten Sohn erinnert werden wollen.“

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Rezension zu Rainer Schöller: Eine Kulturgeschichte des Wolfs, in: Spektrum der Wissenschaft, 28.11.2017

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Rainer Schöller legt die erste Kulturgeschichte des Wolfs vor. Eine längst überfällige Analyse in Zeiten von hitzigen Debatten um den Wolf. Wie entstand im Geltungsbereich des christlichen Glaubens die panische Angst vor dem Wolf, welche sich bis heute hält? Was wurde und wird dem Wolf nach anthropologischer Sichtweise angedichtet? Diese Fragen stehen im Zentrum des Buches. Anhand zahlreicher Quellen wird die Beziehung zwischen Tier und Mensch aufgezeigt.
Für Rezensent Jürgen Alberti sind die 500 Seiten Text „über weite Strecken ein intellektuelles Vergnügen“.
Zur vollständigen Rezension.

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