Von den Dingen in der Literatur

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Dinge in Texten haben an der Konstruktion imaginärer Welten teil. Sie kommen in der Heldenepik ebenso wie in Aphorismen, im Mittelalter wie in der Moderne vor. Sie treiben Handlungen voran und stören oder zerstören Ordnungen. Im Gegensatz zur Ethnologie oder Museologie hat es die Literaturwissenschaft stets mit Zeichen zu tun – es stellt sich also die Frage, wie das Verhältnis von res und verba analysiert und beschrieben werden kann.
Der Band versammelt Beiträge, die sich, von der antiken Rhetorik über mittelalterliche Literatur bis hin zum 20. Jahrhundert, mit Dingen in und neben Texten beschäftigen. Darin findet sich so Unterschiedliches wie Steine, Treppen, Schwerter, ein Schweißtuch oder eine aus dem Rhein gefischte Skulptur.

Leseprobe.

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Martina Wernli/Alexander Kling (Hg.)
Das Verhältnis von res und verba
Zu den Narrativen der Dinge

Reihe Litterae Band 231
360 S., 8 Abb., geb., € 64,00 (D)
ISBN 978-3-7930-9904-8

Herausgeber:
Martina Wernli hat Germanistik, Philosophie und Englische Literaturwissenschaft studiert und wurde mit einer Arbeit über das Schreiben in einer psychiatrischen Klinik um 1900 promoviert. Sie forscht zurzeit an der Universität Neuchâtel.
Alexander Kling hat Neuere deutsche Literatur, Germanistische Linguistik und Allgemeine Pädagogik studiert und ist Mitarbeiter an der Universität Bonn. Seine kultur- und literaturgeschichtlich ausgerichtete Dissertation gilt der Wolfsausrottung im 17. und 18. Jahrhundert.

Rezension zu v. Arburg / Tremp / Zimmermann (Hg.): Physiognomisches Schreiben, in: Monatshefte, 8.10.2017

In der Nachfolge Lavaters hat sich die Physiognomik vorwiegend für den Zusammenhang von äußerem Erscheinungsbild und innerer Verfasstheit interessiert. Die Bedeutung des Textes als Analyseinstrument für die physiognomische Gestaltdeutung wurde dabei vernachlässigt. Der Band Physiognomisches Schreiben schließt diese Lücke und erforscht die Rolle des Schreibens, der Schrift und ihrer medialen Vermittlung in verschiedenen theoretischen, historischen und künstlerischen Konstellationen aus der Geschichte der neueren Physiognomik. An exemplarischen Texten werden dabei rhetorische, stilistische und poetische Techniken zutage gefördert, mit welchen Schreibende auf die Herausforderung deutungsbedürftiger Körperbilder reagieren. Maik M. Müller hat den Band für das Rezensionsforum literaturkritik.de besprochen, sein Fazit: „Insgesamt präsentiert der Band ein anspruchsvolles theoretisches Setting zwischen Diskurs- und Medientheorie im weiteren Umfeld der Literature and Science Studies mit ihrem Interesse an Austauschprozessen zwischen ästhetischen und szientifischen Wissensformen.“

Zur Rezension in voller Länge.

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Rombach-Autorin Angela Gencarelli auf der Shortlist für den Opus Primum Förderpreis 2017

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Angela Gencarelli hat es mit ihrer Arbeit Literarische Realitätsprüfungen des Phantastischen auf die Shortlist für den Opus Primum Förderpreis der VolkswagenStiftung geschafft. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird im November für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation des Jahres vergeben. Die Bekanntgabe des Gewinners bzw. der Gewinnerin erfolgt nach der Frankfurter Buchmesse. Der Rombach Verlag drückt seiner Autorin die Daumen.

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Zur Pressemeldung der Volkswagen Stiftung.

Rezension zu Davide Giuriato: »klar und deutlich«. Ästhetik des Kunstlosen im 18./19. Jahrhundert, in: Monatshefte, Juli 2017

Obwohl ›Klarheit‹ und ›Deutlichkeit‹ seit der Aufklärung im Zentrum der Erkenntnistheorie stehen, sind ihre Konturen vage. In seiner Habilitationsschrift »klar und deutlich« legt der Schweizer Literaturwissenschaftler Davide Giuriato »eine ausführliche Rekonstruktion der Begriffe Klarheit und Deutlichkeit und deren immanenter Verbindung mit dem Dunklen und Verworrenen vor«, wie Rezensentin Anne Lepper feststellt.  Dazu analysiert Giuriato diese Konzepte exemplarisch bei Adalbert Stifter sowie Georg Büchner und erkennt sie als eines der Paradigmen moderner Literatur.

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Rezension zu Hillesheim, Jürgen: Die Wanderung ins »nunc stans«. Wilhelm Müllers und Franz Schuberts Die Winterreise. In: Augsburger Allgemeine, Juni 2017

Im Zentrum von Hillesheims Monographie steht mit der Winterreise, welche der Zusammenarbeit von Wilhelm Müller und Franz Schubert entstammt, einer der bedeutendsten Lyrik- bzw. Liederzyklen des 19. Jahrhunderts. Dabei positioniert Jürgen Hillesheim das Werk ‒ »energisch und überzeugend«, wie es Rezensent Stefan Dosch formuliert ‒  erstmals im Kontext jener damaligen pessimistischen bzw. fatalistischen Weltsichten, die uns etwa auch in den Werken Arthur Schopenhauers und Georg Büchners begegnen. Denn wie Stefan Dosch resümiert, sieht Hillesheim »die einsame Reise des lyrischen Wanderer-Ichs« als Folge der grundsätzlichen »›existenziellen Fremdheit‹ des Menschen«.

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Rezension zu Udo Reinhardt: Arachne und die Liebschaften der Götter. In: Gymnasium, April 2017

Nach zwei umfangreichen Handbüchern zum antiken Mythos untersucht Udo Reinhardt die reizvolle Mythennovelle um die lydische Weberin Arachne aus Ovids Metamorphosen (1‒8 n.Chr.). Neben einer gründlichen Untersuchung von Text und Stoff sowie deren Wirkung in der neueren Kulturtradition beleuchtet Reinhardt auch das Arachnesujet als mythischen Präzedenzfall für Ovids dichterisches Selbstverständnis. Rezensent Peter Riemer betont des Autors Verdienst um den klaren „Nachweis einer mythen- und herrschaftskritischen Haltung des augusteischen Dichters“ und stellt fest, dass Reinhardt dabei „in wesentlichen Punkten […] über den bisherigen Stand der Forschung hinausgekommen ist.“

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Rezension zu Mario Seiler: Uneindeutige Grenzen und die Idee der Ordnung. In: Berichte. Geographie und Landeskunde (Deutsche Akademie für Landeskunde e.V.), Januar 2017

Mario Seilers Promotionsschrift nimmt sich kritisch einer Lücke in der Geschichte der Freiburger Universität an, nämlich der Rolle ihrer Wissenschaftler im Grenzlanddiskurs, insbesondere nach der Annexion Elsass-Lothringens in der NS-Zeit. In seiner ausführlichen Rezension summiert Jörg Stadelbauer diese Publikation als „eine überaus lohnende“ Lektüre. Beeindruckend sei Stadelbauer zufolge „die Weitsicht, mit der Seiler eine Vielzahl von Persönlichkeiten und Organisationen berücksichtigt und ein Netzwerk der Grenzlandarbeit nachzeichnet, das die Diskurse der Zeit aufnahm.“

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Rezension zu Udo Reinhardt: Mythen ‒ Sagen ‒ Märchen. Eine Einführung mit exemplarischen Motivreihen. In: Märchenspiegel 1/2017

„Im Anschluss an sein Mythoshandbuch von 2011 hat Reinhardt“ dem Rezensenten Kurt Franz zufolge „ein weiteres fundiertes ‚Handbuch‘ vorgelegt, das den Blick der traditionellen Erzählforschung stark erweitert und einen unerschöpflichen Fundus für die Praxis und die Fachwissenschaft darstellt.“ Reinhardt spannt den Bogen ausgehend von einem Überblick zu ‚Märchenelementen‘ in antiken Mythen über Amor und Psyche (nach Apuleius) bis hin zu neueren Märchen sowie exemplarischen Motivreihen. Damit bietet die Publikation wissenschaftlichem wie öffentlichem Publikum spannende Einblicke und lädt zur tieferen Auseinandersetzung mit Märchen, Sagen und Mythen ein.

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Rezension zu Thomas Klinkert (Hg.): Migration et identité. In: Germanisch-Romanische Monatsschrift, 2016

Interkulturalität, Migration und Identität(skonstruktion) stecken das Feld ab, auf dem sich unter dem Herausgeber Thomas Klinkert dreizehn deutsch- und französischsprachige Beiträge aus Soziologie und Literaturwissenschaft versammeln. Rezensentin Julia Pröll lobt etwa, dass der Band das kreative Potenzial von Migration in den Vordergrund stelle und damit an aktuelle Forschungen anknüpfe. Denn Migrationsliteratur steht zweifelsohne im Zentrum des Sammelbands, doch mittels der Vielzahl an Themen werden gleichzeitig die Interdependenz von Migration und Identität sowie aus ihr resultierende literarische wie gesellschaftliche Phänomene multidimensional beleuchtet.

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