Rezension zu Dieter H. Kollmer (Hg.): Militärisch-industrieller Komplex? In: Historische Zeitschrift, April 2017

Die komplexen Interdependenzen zu Politik und Industrie, welche die Rüstungsgüterbeschaffung ‒
etwa jener für die deutsche Bundeswehr ‒ umgeben, stehen im Brennpunkt der  von Dieter H. Kollmer herausgegebenen
Anthologie. Beiträge von Experten aus sieben Nationen analysieren aus
verschiedenen Perspektiven und im internationalen Vergleich die
unterschiedlichen Ausprägungen der Rüstungsgüterbeschaffung durch die
wichtigsten staatlichen Akteure während des Ost-West Konfliktes. Beispielsweise
sticht das Konzept des Rüstungsinterventionismus in den Ergebnissen dieser
Studie hervor. Entsprechend konstatiert etwa Hendrik Thoß in seiner Rezension,
der Band sei ein „facettenreiche[r] Beitrag zur Reflexion dieses Teils der
Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts.“

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9783793098089

Rezension zu Klaus E. Bohnenkamp (Hg.): Hugo von Hofmannsthal Briefwechsel mit Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe 1903-1929. In: Wiener Zeitung, 4./5. Februar 2017

Der von Klaus E. Bohnenkamp herausgegebenen Briefwechsel zwischen Hugo von Hofmannsthal (1874‒1929) und der Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe (1855–1934) gibt Einblick in einen sehr persönlichen Dialog, dessen zwei Akteure es verstehen, „in allen Lebenslagen die Form zu wahren“, so der Rezensent Hermann Schlösser, der von Hofmannsthals „konservativer Förmlichkeit“ fasziniert scheint. Die Briefe zwischen dem Dichter und der Mäzenin ermöglichen auch einen Blick auf das Beziehungsgeflecht der geistigen Elite des alten Europas in den kulturell wie politisch brisanten Jahren von der Jahrhundertwende bis weit in die Zwischenkriegszeit.

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Rezension zu Mario Seiler: Uneindeutige Grenzen und die Idee der Ordnung. In: Geschichte am Oberrhein, Februar 2017

Mario Seiler widmet sich in seiner Dissertation einer bisherigen Lücke der Geschichte der Universität Freiburg im Breisgau. Erstmalig beleuchtet diese systematische Studie, wie sich die Universität im Grenzdiskurs im Zuge der Annexion Elsass-Lothringens an das Deutsche Reich „im Sinne des NS-Regimes positionierte – sich somit ›selbstgleichschaltete‹“, wie es Rezensent Jürgen Klöckler formuliert. Aus „reinem Selbsterhaltungstrieb“, so summiert er Seilers Studie, hätte sich das Freiburger Wissenschaftskorps an der nationalsozialistischen Neuordnungs- und Bevölkerungspolitik des ethnisch und kulturell umstrittenen Grenzraumes beteiligt.

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Rezension zu Markus Eisen/Robert Neisen (Hg.): Der Erste Weltkrieg am Oberrhein. In: Geschichte am Oberrhein, Februar 2017

Durch die nahe Vogesenfront zum unmittelbaren Hinterland des Kriegsgeschehens gemacht, ist die Oberrheingegend geradezu prädestiniert, um „eine Mikrogeschichte des Ersten Weltkriegs zu erzählen“, betont Hansmartin Schwarzmeier in seiner Rezension dieses Sammelbandes des Arbeitskreises Regionalgeschichte e.V. Freiburg. Die acht aus einer Vortragsreihe stammenden Beiträge beleuchten aus facettenreichen Blickwinkeln, wie die südbadische bzw. elsässische Region 1914 am Grat zwischen Kriegsbegeisterung und realem Kampfgeschehen balanciert. Dass dabei die Situation der lokalen Bevölkerung ebenso wie die Rolle Basels miteinbezogen wird, erkennt Schwarzmeier als sehr gelungen.

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Neue Armut und die Globalisierungsverlierer

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Im Windschatten der Globalisierung öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich unaufhörlich. Geringes Bildungsniveau und prekäre Lebensumstände machen es vielen Menschen unmöglich, mit der internationalisierten Arbeitswelt Schritt zu halten. Migrationsströme verstärken so die ohnehin tiefsitzende Panik vorm eigenen ‚Abgehängt-Werden‘. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung  ist es sogar diese Angst vor der Globalisierung, die die Wähler an die Wahlurnen der Rechtspopulisten lockt.

Im Lichte dieser Entwicklungen erscheinen die kulturwissenschaftlichen und ideologiekritischen Analysen des Ethnologen Rolf Lindner zum Phänomen der Armut aktueller denn je. Der von ihm gemeinsam mit Lutz Musner herausgegebene Sammelband Unterschicht beleuchtet soziale Ausgrenzungsmechanismen und strukturelle Ungleichheit im Spiegel von Macht und Herrschaft. Seine Analyse muss als mahnender Zeigefinger verstanden werden angesichts einer auseinanderdriftenden Gesellschaft.

9783793095194

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Erstmals in deutscher Übersetzung: Globus Mundi von Martin Waldseemüller

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Der als literarische Ergänzung zur berühmten Globussegmentkarte des Kartographen Martin Waldseemüller fungierende Globus Mundi ist 1509 in Straßburg erschienen. Der Philologe Martin Lehmann hat den kosmographischen Text jetzt erstmals aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt und mit einem ausführlichen Kommentar versehen.
In seiner Brückenfunktion zwischen Tradition und Moderne bietet das Werk einen wissenschaftsgeschichtlichen Einblick in den durch die Entdeckungsfahrten jenseits des atlantischen Ozeans eingeleiteten Wandel des Weltbildes im frühneuzeitlichen Europa.

Bereits 1507 hatte der aus Wolfenweiler bei Freiburg stammende Waldseemüller eine beinahe drei Quadratmeter große Weltkarte herausgegeben, auf der erstmals der auf den Florentiner Amerigo Vespucci zurückgehende Name America für den im westlichen Atlantik neu entdeckten Erdteil Verwendung fand.

MARTIN LEHMANN ist Lehrer für die Fächer Latein, Geographie und Geschichte am Wentzinger-Gymnasium in Freiburg. Er promovierte 2010 an der Universität Freiburg über die Cosmographiae Introductio Matthias Ringmanns und die Weltkarte Waldseemüllers und hat seitdem zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Thema publiziert.

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Martin Lehmann (Hg.)
Der Globus Mundi Martin Waldseemüllers aus dem Jahre 1509
Text – Übersetzung – Kommentar
Reihe Paradeigmata, Band 35
206 S., Pb., 38,00 €
ISBN 978-3-7930-9858-4

Auch als E-Book erhältlich.

Herbert Zeman (Hg.): Bio-bibliografisches Lexikon der Literatur Österreichs

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Herbert Zeman (Hg.)
Bio-bibliografisches Lexikon der Literatur Österreichs
Band 1: A – Bez
614 S., geb.
99,- € (A) / 96,30 € (D)
ISBN 978–3–7930–9746–4

Band 1 erscheint im Mai 2016.

Das acht Bände umfassende Bio-bibliografische Lexikon der Literatur Österreichs beinhaltet alle Autoren, die innerhalb der jeweiligen Grenzen Österreichs vom Mittelalter bis zur Gegenwart gewirkt haben. Es dokumentiert alle anonym erschienenen Werke, literarische Zeitschriften, Almanache und Taschenbücher. Die Artikel bieten gründliche und ausführliche Informationen; sie berichtigen viele überlieferte Fehler und Irrtümer. Mit diesen Ansprüchen geht das Lexikon an Umfang und Dichte der biographischen und literaturgeschichtlichen Information weit über alle bislang erschienenen einschlägigen Handbücher hinaus.

Editionsplan:
Band 1, A-Bez, 2016
Band 2, Bib-C, 2017
Band 3, D-H, 2018
Band 4, I-K, 2019
Band 5, L-N, 2020
Band 6, O-Sch, 2021
Band 7, Se-T, 2022
Band 8, U-Z, 2023

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Das wissenschaftliche Buchprogramm im Frühjahr 2016

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Der Rombach Verlag veröffentlicht geisteswissenschaftliche Publikationen in den Disziplinen Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft, Altertumswissenschaft, Romanistik und Skandinavistik.

Das Programm umfasst Schriftenreihen, Monografien, Dissertationsschriften, Sammel- und Tagungsbände, Jahrbücher sowie die kritische Gesamtausgabe der Werke von Hans Jonas und die gesammelten Schriften Leo Kestenbergs.

Von „Lebens- und Liebesarchitekturen“ bis zur Interpretation von Mozarts Kammermusik bietet unsere akademische Forschungsliteratur in diesem Frühjahr ein breites Spektrum.

Blättern Sie hier ins Programm.

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Buchpräsentation »Naturschutz in Baden« am 2. März in Freiburg

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Am 2. März 2016 wurde in der Unteren Gerichtslaube in Freiburg der von Sven von Ungern-Sternberg herausgegebene Band »Naturschutz in Baden« vorgestellt, der in der Schriftenreihe des Landesvereins Badische Heimat e.V. erscheint. Der emeritierte Biologieprofessor Günther Reichelt arbeitet in diesem Werk die wechselhafte Geschichte des Naturschutzes in Baden erstmals in dieser Form umfassend auf. Eine Zusammenfassung der Naturschutzarbeit in den Regierungsbezirken Freiburg und Karlsruhe seit den 1980er Jahren bis heute geben die Autoren Jörg-Uwe Meineke, Bernd Jürgen Seitz und Luise Murmann-Kristen. Die Rolle des Landesvereins Badische Heimat auf diesem Gebiet beleuchten Charlotte Piepenbrock und Harald Stahl.

Freiburgs Umwelt-Bürgermeisterin Gerda Stuchlik freute sich über die zahlreichen Besucher und bedankte sich in ihrer Begrüßungsrede für das große Interesse am regionalen Umweltschutz. Sie betonte, dass der Band hochaktuell sei und zeige, dass man sich keineswegs auf den bisherigen, hart erkämpften Erfolgen ausruhen dürfe. Auch Sven von Ungern-Sternberg hieß die Gäste im von ihm als „heimliche deutsche Hauptstadt des Umweltschutzes“ bezeichneten Freiburg herzlich willkommen. Die Vollendung des vorgestellten Buches erfülle seinen Wunsch, das Lebenswerk von Günther Reichelt zu dokumentieren, den er als eine „Hauptfigur“ des badischen Umweltschutzes vorstellte. Reichelt, der als Hauptredner den Band als sein „mit Sicherheit letztes Buch, nach weit über 30“ präsentierte, schilderte die lange Entstehungsgeschichte des Projektes und dankte neben vielen Beteiligten und Unterstützern vor allem Anna Gräfin zu Stolberg für ihre professionelle Lektoratsarbeit. Mit Verweis auf den Untertitel „Geschichte – Probleme – Perspektiven“ betonte er die Vielzahl von Aspekten, die von den Autoren beleuchtet und vertieft wurden. Das Buch habe durchaus einen hohen wissenschaftlichen Anspruch, die fundierten Beiträge seien aber trotzdem sehr verständlich und gut lesbar. Besonders gefreut habe ihn die große Toleranz Ungern-Sternbergs gegenüber seinem Beitrag, der vor einer Kritik an der Politik keineswegs zurückscheut. Auch Bernd Jürgen Seitz, Leiter des Referates „Naturschutz und Landschaftspflege“ im Regierungspräsidium Freiburg, verwies auf die Arbeit Reichelts als „Hauptprogramm“ des Bandes und hob zudem die gute Zusammenarbeit zwischen Umweltverbänden und Initiativen auf Landesebene hervor. Reiner Ehret, der ehemalige Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg, verglich schließlich die Entstehung des Buches mit einer Schwangerschaft, deren Dauer von fünf Jahren zwar ungewöhnlich sei, die aber gleichwohl „zu einem besonders schönen Kind“ geführt hat.

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Professor Günther Reichelt

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Von links im Bild: Prof. Günther Reichelt, Dr. Sven von Ungern-Sternberg, Dr. Torang Sinaga (Verlagsleiter Rombach)

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Von links im Bild: Prof. Günther Reichelt, Dr. Sven von Ungern-Sternberg, Dr. Torang Sinaga, Dr. Jörg-Uwe Meineke, Bernd Jürgen Seitz, Dr. Anna zu Stolberg

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Zur Leseprobe und den biografischen Angaben.

 

Rumi-Preis für Ahmad Milad Karimi

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Die feierliche Preisverleihung des Rumi-Preises für Islamische Studien 2015 findet am 10. Februar 2016 im Schloss Münster statt.

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Der Islam vertritt als Offenbarungsreligion den Standpunkt der absoluten Einheit Gottes. Wie wird aber theologisch nach diesem Einen gefragt? Worin besteht die Unbedingtheit Gottes in Relation zum Bedingten? Und warum erschafft Gott überhaupt etwas? Die Systematik der genuin islamischen Theologie fordert in diesem Zusammenhang mit dem Glauben zu beginnen. Doch die Frage ist, wie der Glaube verfasst ist und wie seine Inhalte generiert sind. Was tun wir, wenn wir glauben? In welchem Verhältnis stehen der Verstand und der Glaube zueinander? Und vor allem: Wie ist Offenbarung möglich? Der Koran als Offenbarung beansprucht nämlich Wahrheit; eine Wahrheit, die aber ästhetisch vermittelt ist. In welcher Relation stehen indes Wahrheit und Schönheit des Korans zueinander? Offenbarung ist stets Vermittlung; doch wie lassen sich Transzendenz und Existenz zusammendenken? Grundlegend also: Worin besteht der Standpunkt der systematisch-islamischen Theologie? Diesen und weiteren Fragen geht Karimi in dem Buch Hingabe nach. Für diese Publikation erhält er den renommierten Rumi-Preis.

9783793098003

Leseprobe und weitere Details.

Ahmad Milad Karimi, geb. 1979 in Kabul, seit WS 2012/2013 Vertretungsprofessor für Kalam, islamische Philosophie und Mystik.

www.miladkarimi.de