Radikale Neuheit und Skandal: Le Sacre du Printemps

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Le Sacre du Printemps gilt als Schlüsselwerk: Das Ballett von Vaslav Nijinsky zur Musik von Igor Strawinsky markiert den Beginn der Moderne im Tanz. Bei der Uraufführung 1913 in Paris verursachte das Stück einen Skandal; im Publikum kam es zu Tumulten. Neu waren die radikal moderne Musik, ekstatische Bewegungen und ein reduziertes Bühnendekor. Die Beiträge des Sammelbandes Sacre 1913/2013 Tanz, Opfer, Kultur erörtern die besondere Rolle des Stücks für die Tanzmoderne sowie als kulturgeschichtliches Phänomen. Sie verhandeln künstlerische Reflexionen dieses Schocks bis in die Gegenwart und untersuchen Opferaspekte, die Beziehung zwischen Abstraktion und Ornament und die eigentümliche Verschränkung von Modernismus und Primitivismus.

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Gabriele Brandstetter / Katja Schneider (Hg.)
Sacre 1913/2013
Tanz, Opfer, Kultur
Reihe Scenae, Band 18
338 S., zahlr. Abb., Pb., 54,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9859-1

Lachen bei Godot – Komik in der klassischen Moderne

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Moderne Kunst kann Lachen auslösen. Ein Phänomen, das die wissenschaftliche Analyse meist verschweigt. Nicht so Niklas Bender: Mit seiner Studie Die lachende Kunst stellt er die Komik in den Fokus seiner Forschung. Er macht deutlich, welche komischen Mittel in der klassischen Moderne (ca. 1900‒1960) wie zum Einsatz kommen. Von Jarry bis Pasolini, von Joyce bis Max Ernst – untersucht werden Werke aller Gattungen und mehrerer Sprachen sowie Beispiele aus Malerei und Film. Durch das Komische setzt sich die literarische Moderne von der Tradition ab. Staat, Religion und Kultur als Horte der Autorität sind dabei laut Bender bevorzugte Ziele des Komischen.

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Autor:
Niklas Bender hat an der FU Berlin und an der Université Paris 8 studiert und promoviert. Von 2005 bis 2014 hat er an der Universität Tübingen gearbeitet und sich 2013 dort in Romanischer Philologie, Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft habilitiert. Seit 2014 vertritt er Lehrstühle, aktuell in Trier. Er ist Literaturkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Vortrag in Freiburg von Herbert Zeman: »Goethe und die Musik«

In Kooperation mit der Goethe-Gesellschaft Freiburg und dem Deutschen Seminar lädt das Studium Generale den renommierten Wiener Literaturwissenschaftler Herbert Zeman an die Universität Freiburg ein.
»Goethe und die Musik« ist das Thema am Abend des 28. Juni.

Herbert Zeman ist Ordinarius für neuere Deutsche und Österreichische Literatur an der Universität Wien (emeritiert 2008). Im Rombach Verlag sind zuletzt von ihm erschienen: Bio-bibliografisches Lexikon der Literatur Österreichs (Bd. 1), Literaturgeschichte Österreichs von den Anfängen im Mittelalter bis zur Gegenwart sowie Wilhelm Scherer (26.4.1841 – 6.8.1886).

Der Vortrag findet statt am Mittwoch, den 28. Juni 2017 um 20.15 Uhr im Hörsaal 1015
der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

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Foto: privat

 

Picassos Abscheu vor der militärischen Kaste

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Das weltberühmte Gemälde Guernica von Picasso ist nach der gleichnamigen baskischen Stadt benannt. Diese wurde im April 1937 von einer Luftwaffeneinheit Nazideutschlands im Dienste der aufständischen spanischen Nationalisten unter General Franco bombardiert. Das schreckliche Ereignis soll den Künstler zu dem Werk angeregt haben – soweit die seit Jahrzehnten verfestigte Ansicht. Die vorliegende Studie verweist diese Annahme in den Bereich der Legende. Weder hat sich Picasso diesbezüglich geäußert noch lassen die Darstellung selbst und die Entstehungsumstände darauf schließen, dass der Luftangriff auf Guernica auf den Künstler und sein Werk einen Einfluss gehabt hätte. Bombardierung und Bild korrelieren zeitlich, hängen aber nicht kausal zusammen. Den Titel Guernica erhielt das Bild erst, als es im Wesentlichen fertiggestellt war. Picassos Freunde Paul Éluard und Christian Zervos projizierten dieses aktuelle Stichwort auf das Bild, um es politisch »links« zu vereinnahmen. Dies wird in einer minutiösen philologischen Untersuchung zeitgenössischer Quellen aufgezeigt. Für Picasso selbst bringe das Bild seine »Abscheu vor der militärischen Kaste, die Spanien in ein Meer von Leid und Tod gestürzt hat«, zum Ausdruck.

JÖRG MARTIN MERZ forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Kunstgeschichte vor allem über römischen Barock (seit der Promotion) und Architekturgeschichte der Neuzeit (seit der Habilitation). Darüber hinaus interessiert er sich für besondere Phänomene der Kunst des 20. Jahrhunderts – wie Guernica.

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Jörg Martin Merz
Guernica oder Picassos »Abscheu vor der militärischen Kaste«
Quellen zur Kunst Band 35
88 S., zahlr. Abbildungen, geb., € 18,00
ISBN 978-3-7930-9879-9

 

Teilchenphysik in Irmtraud Morgners Prosa

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Irmtraud Morgners Prosa wurde bislang bei der Erforschung der Interferenzen zwischen Literatur und moderner Physik gänzlich übersehen. Dabei zeichnen sich einige ihrer wichtigsten Prosatexte der 1960er und 1970er Jahre dadurch aus, dass sie die Teilchenphysik und ihre experimentelle Suche nach den unsichtbaren Bausteinen des Realen einer Realitätsprüfung unterziehen. Zu diesem Zweck montiert Morgner ganze Passagen aus Forschungsberichten der Teilchenphysik direkt in ihre literarischen Texte hinein. Mithilfe des montierten Materials machen ihre Prosatexte anschaulich, dass die Gegenstände der Physiker – die nicht direkt beobachtbaren und sich allenfalls in Spuren zeigenden Teilchen – ebenso phantastisch anmuten wie die phantastischen Erfindungen der Dichter. Daraus gewinnt Morgner einen paradoxen Effekt für ihre Poetik: Ihre phantastische Schreibweise rückt näher an das Reale heran und erscheint angesichts einer physikalischen ‚Wirklichkeitswissenschaft‘, die selbst phantastische Züge aufweist, geradezu realistisch. Dieser produktiven Wechselwirkung zwischen Teilchenphysik und Poetik geht die vorliegende Studie anhand der Romane Rumba auf einen Herbst, Hochzeit in Konstantinopel, Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura sowie der Novelle Das Seil nach.

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Angela Gencarelli
Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen
Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa

234 S., geb., 54 € (D)
ISBN 978-3-7930-9871-3

E-Book: ISBN 978-3-7930-6048-2

Die Autorin:
Angela Gencarelli, Studium der Germanistik, Neueren Geschichte und Soziologie an der Universität Potsdam; 2015 Promotion im binationalen Promotionsprogramm der Universitäten Bonn und Florenz mit der vorliegenden Arbeit. Derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichtswissenschaft und Literarische Kulturen an der Leuphana Universität Lüneburg. Weitere Informationen: http://www.leuphana.de/universitaet/personen/angela-gencarelli.html

 

Geschichte und Gegenwart des musikalischen Hörens

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Der Sammelband Geschichte und Gegenwart des musikalischen Hörens thematisiert die Komplexität und den Herausforderungen einer Geschichte des musikalischen Hörens. Interdisziplinäre Ansätze im Spannungsfeld von Psychologie, Soziologie, Historizität und gesellschaftlicher Konstruktion musikalischen Hörens prägen die Methodik der Autorinnen und Autoren. Dabei kommen das Verhältnis von musikalischer Struktur und Hörerfahrung, die Bedeutung von Klangraum, Medien und technischer Klangreproduktion sowie das Spannungsfeld zwischen konventionellen Hörerwartungen und ›historischem‹ Musizieren zur Sprache.

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Klaus Aringer / Franz Karl Praßl / Peter Revers / Christian Utz (Hg.)
Geschichte und Gegenwart des musikalischen Hörens
Diskurse – Geschichte(n) – Poetiken
Reihe klang-reden Band 17
390 S., zahlr. Abb., Pb., 52,00 € (D) / 53,45 € (A)
ISBN 978-3-7930-9878-2

Komponieren & Dirigieren – Doppelbegabungen als Thema der Interpretationsgeschichte

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In dem Sammelband Komponieren & Dirigieren. Doppelbegabungen als Thema der Interpretationsgeschichte erörtern die Beiträger folgende Fragestellungen: Welche Rolle spiel(t)en die Tätigkeiten des Komponierens und Dirigierens in der künstlerischen Entwicklung des jeweils thematisierten Künstlers? Inwiefern lassen sich Wechselwirkungen zwischen den Tätigkeiten des Dirigierens und Komponierens dokumentieren? Welche Entwicklung nahm bzw. nimmt die Rezeption dieser Doppeltätigkeit? Die Fallstudien reichen von Mozart über Berlioz und Mahler bis zu Boulez und Pintscher.

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Alexander Drčar / Wolfgang Gratzer (Hg.)
Komponieren & Dirigieren
Doppelbegabungen als Thema der Interpretationsgeschichte
Reihe klang-reden Band 16
632 S., zahlr. Abb., Pb., 78,00 € (D) / 80,20 € (A)
ISBN 978-3-7930-9861-4

Lexikon der Literatur Österreichs – zweiter Band soeben erschienen

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Der zweite Band des Bio-bibliografischen Lexikons der Literatur Österreichs umfasst die Buchstaben Bi–C. Die Artikel sind auf dem neuesten Forschungsstand. Namhafte Autoren wie Max Brod, Hermann Broch, Elias Canetti, Konrad Celtis oder Paul Celan sind in ausführlicher Weise dargestellt.
Das von Herbert Zeman herausgegebene Werk beinhaltet alle Autoren, die innerhalb der jeweiligen Grenzen Österreichs vom Mittelalter bis zur Gegenwart gewirkt haben. Das Grundlagenwerk umfasst acht Bände, die bis 2023 erscheinen. Literaturwissenschaftler ebenso wie interessierte Leser erhalten einen fundierten Einblick in die gesamte österreichische Literaturlandschaft. Dokumentiert werden zudem literarische Zeitschriften, Taschenbücher, Almanache und anonym publizierte Werke.
Das Lexikon beruht auf der Zusammenarbeit mit international angesehenen Spezialisten. Damit stößt es in wissenschaftliches Neuland vor, das datenmäßig erfasst wird und so auch zu weiterer literaturwissenschaftlicher Auseinandersetzung anregt. Mit diesem Umfang und dieser Dichte an biografischen und literaturgeschichtlichen Informationen geht das Nachschlagewerk weit über alle bisher publizierten Handbücher hinaus.

Herbert Zeman, geb. 1940, Ordinarius für Neuere Deutsche und Österreichische Literatur an der Universität Wien (emeritiert 2008).

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Herbert Zeman (Hg.)
Bio-bibliografisches Lexikon der Literatur Österreichs
Band 2: Bi – C
526 S., geb.,€ 96,30 (D) / € 99,- (A)
ISBN 978-3-7930-9874-4

Hölderlin-Boom: Warum ist der ›alte Dichter‹ in der Neuen Musik so präsent?

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Die Forschung konstatiert einen »Hölderlin-Boom« in der Neuen Musik. Zahlreiche Komponisten waren von Hölderlins Gedichten aus dessen Zeit im Tübinger Turm und von seinen fragmentarischen Formen begeistert. Carolin Abeln geht diesem Phänomen in der Studie Sprache und Neue Musik auf den Grund.
Ausgehend von dieser erstaunlichen Präsenz des ›alten Dichters‹ in der Neuen Musik deutet Abeln die musikalische Hölderlin-Rezeption der 1970er bis 1990er Jahre als historisches, kulturelles und ästhetisches Phänomen. Sie zeigt anhand der konkreten Rezeptionsvoraussetzungen, der Charakteristika der ausgewählten Texte und der musikalischen Umsetzungen von Wilhelm Killmayer, Heinz Holliger, Wolfgang Rihm und Luigi Nono, weshalb gerade Hölderlin zur Projektionsfläche für zeitgenössische Interpretationen und zum Ausgangspunkt für eine Erneuerung der jahrhundertealten intermedialen Beziehung von Musik und Sprache werden konnte.
Carolin Abeln, Studium der Germanistik und Romanistik sowie künstlerische Ausbildung als Sopranistin in Freiburg und Trossingen; 2011 bis 2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienkulturwissenschaft der Universität Freiburg.

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Carolin Abeln
Sprache und Neue Musik
Hölderlin-Rezeption bei Wilhelm Killmayer, Heinz Holliger,
Wolfgang Rihm und Luigi Nono
282 S., geb., € 58,00
ISBN 978-3-7930-9880-5

Hans Jonas` nachhaltige Wirkung auf ökopolitische Debatten – Kritische Ausgabe »Das Prinzip Verantwortung« erschienen

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Soeben ist die kritische Ausgabe von Das Prinzip Verantwortung in dem zweiten abschließenden Teilband Tragweite und Aktualität einer Zukunftsethik erschienen. Die Herausgeber Dietrich Böhler und Bernadette Herrmann präsentieren die Konkretion, die ökologisch-politischen, wirtschaftlichen und umweltethischen Anwendungen dieser weltweit rezipierten Ethik. Sie beleuchten auch die nachhaltigen Wirkungen auf die deutschen ökopolitischen Debatten.
In den 1980er und 1990er Jahren differenziert Jonas den zukunftsethischen Diskurs mit Managern, Soziologen, Politikern, Juristen, Theologen, Philosophen und Publizisten. Der gefragte Denker schärft das Bewusstsein der allgemeinen Mitverantwortung angesichts von Umweltkatastrophen, Klimawandel, atomarer Bedrohung, Massenflucht und Bevölkerungsexplosion. Führende Politiker buchstabieren seine Ethik. Die UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung leitet aus dem Prinzip Verantwortung den ökopolitischen Leitbegriff sustainable development ab. Von Richard v. Weizsäcker bis Joachim Gauck berufen sich die deutschen Bundespräsidenten immer wieder auf Hans Jonas als Kronzeugen einer verantwortlichen Erdpolitik. Die Umweltethik des deutsch-jüdischen Philosophen wirkt weiter.

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Herausgeber Dietrich Böhler ist Professor für Praktische Philosophie, Ethik und Theorie der Sozialwissenschaften (seit 2010 Emeritus an der Freien Universität Berlin) und verantwortlich für das »Hans Jonas-Zentrum e. V.«.

Weitere Informationen unter: http://hans-jonas-edition.de/

Hans Jonas
Das Prinzip Verantwortung
Zweiter Teilband: Tragweite und Aktualität einer Zukunftsethik
Herausgegeben von Dietrich Böhler und Bernadette Herrmann
878 S., geb., 78,00 €, ISBN 978-3-7930-9561-3
(Die kritische Gesamtausgabe ist nur geschlossen beziehbar.)