Rezension zu Vedder/Hohendahl: Herausforderungen des Realismus, in: literaturkritik, 29.05.2018

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Der von Ulrike Vedder und Peter Uwe Hohendahl herausgegebene Band Herausforderungen des Realismus erforscht die Produktivität der jüngeren Forschung für neue Lektüren von Theodor Fontane. Dazu laden Fontanes geschichtsträchtige Gesellschaftsromane besonders ein: mit ihren vielfältigen Wahrnehmungs- und Beobachtungsparadigmen, ihrer Dramaturgie der Dinge und ihrem Zusammenspiel von Medialität und Materialität. Thematisiert werden sämtliche Gesellschaftsromane von Vor dem Sturm (1878) bis zum Stechlin (1899).

Rezensentin Natalie Moser nennt den Band verdienstvoll, denn er biete »sowohl neue Interpretationsansätze hinsichtlich der Primärtexte als auch der Ausprägung von Fontanes Realismus«. Er könne im Hinblick auf Fontanes Gesellschaftsprosa »eine Art von Vorarbeit für das 2019 erscheinende neue Fontane-Handbuch darstellen«.  2019 ist der 200. Geburtstag von Theodor Fontane.

Die vollständige Rezension gibt es hier auf www.literaturkritik.de

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Rezension zu Angela Gencarelli: Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen. Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa, in: Wirkendes Wort, 03/2017 (November)

Rezensentin Gabriela Scherer empfiehlt jenen Lesern die Lektüre von Angela Gencarellis Monographie Literarische Realitätsprüfung, denen „Überraschungen im Wissenschaftsbetrieb Lust auf Lesen machen“. Dürrenmatts Kenntnis von Physik ist bekannt und viel erforscht. Irmtraud Morgners Wissensstand in dieser Sparte rücke hingegen erst Gencarelli mit ihrer Studie ins wissenschaftliche Licht. Sie zeige, welche „deutlichen Spuren“ die anhaltende Auseinandersetzung Morgners mit der Physik im ihrem Prosawerk hinterließ.

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Rezension zu Lubkoll / Ohlschläger: Schreibszenen, in: Kleist-Jahrbuch 2017, 01/2018

Der Sammelband fokussiert unter den systematischen Gesichtspunkten »Kulturpraxis«, »Poetologie«, »Theatralität« an ausgewählten Beispielen die Schreibszene als eine Kontaktzone zwischen Autor, Schrift und Text.
Die Beiträge bestätigen eindrucksvoll „die Aussagekraft des von Campe und anderen geprägten Begriffes der Schreibszene für eine Literaturwissenschaft, die sich zugleich als Analyse kultureller und sozialer Praktiken versteht“, unterstreicht Achim Geisenhanslüke in einer Rezension. Dem Begriff Schreibszene gelänge die „Öffnung eines Raums, in dem Sprachkritik, Technologie und Körperlichkeit der Schrift gleichermaßen zum Ausdruck kommen“, so Geisenhanslüke weiter.

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Christine Lubkoll / Claudia Öhlschläger (Hg.)
Schreibszenen
Kulturpraxis – Poetologie – Theatralität
Reihe Litterae, Band 213
402 S., 30 s/w Abb., geb., 68,- €
ISBN 978-3-7930-9825-6

Rezension zu Grabbe / Grabbe / Haitzinger (Hg.): Chor-Figuren, in: Zeitschrift für Theaterpädagogik, 01/2018

Rezensent Florian Vaßen konstatiert, dass der Band insgesamt verschiedenartige, innovative und lesenswerte Arbeiten beinhalte. Die Gewichtung der Themen sieht er allerdings kritisch: Mit drei Beiträgen zu Friedrich Schillers Auseinandersetzung mit dem Chor sei dieser zu sehr hervorgeben. Dagegen wäre die Wiederbelebung des Chors im 20. Jahrhundert unterrepräsentiert.

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Julia Bodenburg/Katharina Grabbe/Nicole Haitzinger (Hg.)
Chor-Figuren
Transdisziplinäre Beiträge
Reihe Paradeigmata Band 30
262 S., 7 s/w Abb., Pb. , 48,- €
ISBN 978-3-7930-9837-9

Rezension zu Roland Borgards u.a. (Hg.): Robinsons Tiere, in: literaturkritik.de, 06.02.2018

Bei Daniel Defoes Robinson Crusoe und den nachfolgenden Robinsonaden stand das abendländisch-neuzeitliche Subjekt im Fokus der Interpretationen. Die meisten dieser Deutungen haben die Tiere vergessen oder verstehen diese nur als marginale Figuren. Genau an diesem Versäumnis setzt der Band Robinsons Tiere an. Rezensentin Vera Zimmermann betont, dass die von den Herausgebern lancierte Lesart gegen den Strich eines anthropozentrischen und eurozentrischen Sinngefüges „geschickt anhand der Analyse eines Frontispiz zu einer französischen Ausgabe von Defoes Roman aus dem Jahr 1840 hergeleitet wird.“ Sie vermisst hingegen, dass der intermediale Ansatz in den Aufsätzen nur ansatzweise realisiert wird, etwa „wenn etwa Ulrike Stamm die Rolle der Tiere in Hugo von Hofmannsthals Filmskript Daniel De Foe diskutiert“.

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Roland Borgards / Marc Klesse / Alexander Kling (Hg.)
Robinsons Tiere
cultural animal studies, Band 1
334 S., zahlr. Abb., Pb., 46,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9822-5

Rezension zu von Arburg/Tremp/Zimmermann (Hg.):
Physiognomisches Schreiben, in: literaturkritik.de, 20.07.2017

In der Nachfolge Lavaters hat sich die Physiognomik vorwiegend für den Zusammenhang von äußerem Erscheinungsbild und innerer Verfasstheit interessiert. Die Bedeutung des Textes als Analyseinstrument für die physiognomische Gestaltdeutung wurde dabei vernachlässigt. Der Band Physiognomisches Schreiben schließt diese Lücke und erforscht die Rolle des Schreibens, der Schrift und ihrer medialen Vermittlung in verschiedenen theoretischen, historischen und künstlerischen Konstellationen aus der Geschichte der neueren Physiognomik.

Maik M. Müller hat den Titel für literaturkritik.de rezensiert. Ein Fazit von ihm: „Insgesamt präsentiert der Band ein anspruchsvolles theoretisches Setting zwischen Diskurs- und Medientheorie im weiteren Umfeld der Literature and Science Studies mit ihrem Interesse an Austauschprozessen zwischen ästhetischen und szientifischen Wissensformen“.

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Rezension zu Dirk Hausen: Der Hornist Franz Strauß, in: Die Tonkunst, 10/2017

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Franz Strauß war einer der bedeutendsten Hornisten des 19. Jahrhunderts. Mit zunehmender Berühmtheit seines Sohnes Richard Strauss schwand jedoch seine künstlerische Bedeutung. Zu Unrecht, wie die Studie von Dirk Hausen darlegt. In dieser ersten Biographie über Franz Strauß werden seine Lebensphasen und musikalischen Tätigkeitsfelder umfassend beleuchtet.
Strauss-Experte Walter Werbeck rezensiert den Band für Die Tonkunst. Sein Fazit: „Hausens Buch bietet beiden Seiten etwas: denen, die dem Einfluss von Franz auf Richard Strauss nachspüren, und denen, die sich für das Leben eines Musikers im München des 19. Jahrhunderts interessieren und nicht ständig an dessen berühmten Sohn erinnert werden wollen.“

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Rezension zu Rainer Schöller: Eine Kulturgeschichte des Wolfs, in: Spektrum der Wissenschaft, 28.11.2017

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Rainer Schöller legt die erste Kulturgeschichte des Wolfs vor. Eine längst überfällige Analyse in Zeiten von hitzigen Debatten um den Wolf. Wie entstand im Geltungsbereich des christlichen Glaubens die panische Angst vor dem Wolf, welche sich bis heute hält? Was wurde und wird dem Wolf nach anthropologischer Sichtweise angedichtet? Diese Fragen stehen im Zentrum des Buches. Anhand zahlreicher Quellen wird die Beziehung zwischen Tier und Mensch aufgezeigt.
Für Rezensent Jürgen Alberti sind die 500 Seiten Text „über weite Strecken ein intellektuelles Vergnügen“.
Zur vollständigen Rezension.

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Rezension zu v. Arburg / Tremp / Zimmermann (Hg.): Physiognomisches Schreiben, in: Monatshefte, 8.10.2017

In der Nachfolge Lavaters hat sich die Physiognomik vorwiegend für den Zusammenhang von äußerem Erscheinungsbild und innerer Verfasstheit interessiert. Die Bedeutung des Textes als Analyseinstrument für die physiognomische Gestaltdeutung wurde dabei vernachlässigt. Der Band Physiognomisches Schreiben schließt diese Lücke und erforscht die Rolle des Schreibens, der Schrift und ihrer medialen Vermittlung in verschiedenen theoretischen, historischen und künstlerischen Konstellationen aus der Geschichte der neueren Physiognomik. An exemplarischen Texten werden dabei rhetorische, stilistische und poetische Techniken zutage gefördert, mit welchen Schreibende auf die Herausforderung deutungsbedürftiger Körperbilder reagieren. Maik M. Müller hat den Band für das Rezensionsforum literaturkritik.de besprochen, sein Fazit: „Insgesamt präsentiert der Band ein anspruchsvolles theoretisches Setting zwischen Diskurs- und Medientheorie im weiteren Umfeld der Literature and Science Studies mit ihrem Interesse an Austauschprozessen zwischen ästhetischen und szientifischen Wissensformen.“

Zur Rezension in voller Länge.

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Rezension zu Davide Giuriato: »klar und deutlich«. Ästhetik des Kunstlosen im 18./19. Jahrhundert, in: Monatshefte, Juli 2017

Obwohl ›Klarheit‹ und ›Deutlichkeit‹ seit der Aufklärung im Zentrum der Erkenntnistheorie stehen, sind ihre Konturen vage. In seiner Habilitationsschrift »klar und deutlich« legt der Schweizer Literaturwissenschaftler Davide Giuriato »eine ausführliche Rekonstruktion der Begriffe Klarheit und Deutlichkeit und deren immanenter Verbindung mit dem Dunklen und Verworrenen vor«, wie Rezensentin Anne Lepper feststellt.  Dazu analysiert Giuriato diese Konzepte exemplarisch bei Adalbert Stifter sowie Georg Büchner und erkennt sie als eines der Paradigmen moderner Literatur.

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