Rezension zu Mario Seiler: Uneindeutige Grenzen und die Idee der Ordnung. In: Berichte. Geographie und Landeskunde (Deutsche Akademie für Landeskunde e.V.), Januar 2017

Mario Seilers Promotionsschrift nimmt sich kritisch einer Lücke in der Geschichte der Freiburger Universität an, nämlich der Rolle ihrer Wissenschaftler im Grenzlanddiskurs, insbesondere nach der Annexion Elsass-Lothringens in der NS-Zeit. In seiner ausführlichen Rezension summiert Jörg Stadelbauer diese Publikation als „eine überaus lohnende“ Lektüre. Beeindruckend sei Stadelbauer zufolge „die Weitsicht, mit der Seiler eine Vielzahl von Persönlichkeiten und Organisationen berücksichtigt und ein Netzwerk der Grenzlandarbeit nachzeichnet, das die Diskurse der Zeit aufnahm.“

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Rezension zu Udo Reinhardt: Mythen ‒ Sagen ‒ Märchen. Eine Einführung mit exemplarischen Motivreihen. In: Märchenspiegel 1/2017

„Im Anschluss an sein Mythoshandbuch von 2011 hat Reinhardt“ dem Rezensenten Kurt Franz zufolge „ein weiteres fundiertes ‚Handbuch‘ vorgelegt, das den Blick der traditionellen Erzählforschung stark erweitert und einen unerschöpflichen Fundus für die Praxis und die Fachwissenschaft darstellt.“ Reinhardt spannt den Bogen ausgehend von einem Überblick zu ‚Märchenelementen‘ in antiken Mythen über Amor und Psyche (nach Apuleius) bis hin zu neueren Märchen sowie exemplarischen Motivreihen. Damit bietet die Publikation wissenschaftlichem wie öffentlichem Publikum spannende Einblicke und lädt zur tieferen Auseinandersetzung mit Märchen, Sagen und Mythen ein.

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Rezension zu Thomas Klinkert (Hg.): Migration et identité. In: Germanisch-Romanische Monatsschrift, 2016

Interkulturalität, Migration und Identität(skonstruktion) stecken das Feld ab, auf dem sich unter dem Herausgeber Thomas Klinkert dreizehn deutsch- und französischsprachige Beiträge aus Soziologie und Literaturwissenschaft versammeln. Rezensentin Julia Pröll lobt etwa, dass der Band das kreative Potenzial von Migration in den Vordergrund stelle und damit an aktuelle Forschungen anknüpfe. Denn Migrationsliteratur steht zweifelsohne im Zentrum des Sammelbands, doch mittels der Vielzahl an Themen werden gleichzeitig die Interdependenz von Migration und Identität sowie aus ihr resultierende literarische wie gesellschaftliche Phänomene multidimensional beleuchtet.

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Rezension zu Dieter H. Kollmer (Hg.): Militärisch-industrieller Komplex? In: Historische Zeitschrift, April 2017

Die komplexen Interdependenzen zu Politik und Industrie, welche die Rüstungsgüterbeschaffung ‒
etwa jener für die deutsche Bundeswehr ‒ umgeben, stehen im Brennpunkt der  von Dieter H. Kollmer herausgegebenen
Anthologie. Beiträge von Experten aus sieben Nationen analysieren aus
verschiedenen Perspektiven und im internationalen Vergleich die
unterschiedlichen Ausprägungen der Rüstungsgüterbeschaffung durch die
wichtigsten staatlichen Akteure während des Ost-West Konfliktes. Beispielsweise
sticht das Konzept des Rüstungsinterventionismus in den Ergebnissen dieser
Studie hervor. Entsprechend konstatiert etwa Hendrik Thoß in seiner Rezension,
der Band sei ein „facettenreiche[r] Beitrag zur Reflexion dieses Teils der
Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts.“

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Rezension zu Klaus E. Bohnenkamp (Hg.): Hugo von Hofmannsthal Briefwechsel mit Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe 1903-1929. In: Wiener Zeitung, 4./5. Februar 2017

Der von Klaus E. Bohnenkamp herausgegebenen Briefwechsel zwischen Hugo von Hofmannsthal (1874‒1929) und der Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe (1855–1934) gibt Einblick in einen sehr persönlichen Dialog, dessen zwei Akteure es verstehen, „in allen Lebenslagen die Form zu wahren“, so der Rezensent Hermann Schlösser, der von Hofmannsthals „konservativer Förmlichkeit“ fasziniert scheint. Die Briefe zwischen dem Dichter und der Mäzenin ermöglichen auch einen Blick auf das Beziehungsgeflecht der geistigen Elite des alten Europas in den kulturell wie politisch brisanten Jahren von der Jahrhundertwende bis weit in die Zwischenkriegszeit.

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Rezension zu Mario Seiler: Uneindeutige Grenzen und die Idee der Ordnung. In: Geschichte am Oberrhein, Februar 2017

Mario Seiler widmet sich in seiner Dissertation einer bisherigen Lücke der Geschichte der Universität Freiburg im Breisgau. Erstmalig beleuchtet diese systematische Studie, wie sich die Universität im Grenzdiskurs im Zuge der Annexion Elsass-Lothringens an das Deutsche Reich „im Sinne des NS-Regimes positionierte – sich somit ›selbstgleichschaltete‹“, wie es Rezensent Jürgen Klöckler formuliert. Aus „reinem Selbsterhaltungstrieb“, so summiert er Seilers Studie, hätte sich das Freiburger Wissenschaftskorps an der nationalsozialistischen Neuordnungs- und Bevölkerungspolitik des ethnisch und kulturell umstrittenen Grenzraumes beteiligt.

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Rezension zu Markus Eisen/Robert Neisen (Hg.): Der Erste Weltkrieg am Oberrhein. In: Geschichte am Oberrhein, Februar 2017

Durch die nahe Vogesenfront zum unmittelbaren Hinterland des Kriegsgeschehens gemacht, ist die Oberrheingegend geradezu prädestiniert, um „eine Mikrogeschichte des Ersten Weltkriegs zu erzählen“, betont Hansmartin Schwarzmeier in seiner Rezension dieses Sammelbandes des Arbeitskreises Regionalgeschichte e.V. Freiburg. Die acht aus einer Vortragsreihe stammenden Beiträge beleuchten aus facettenreichen Blickwinkeln, wie die südbadische bzw. elsässische Region 1914 am Grat zwischen Kriegsbegeisterung und realem Kampfgeschehen balanciert. Dass dabei die Situation der lokalen Bevölkerung ebenso wie die Rolle Basels miteinbezogen wird, erkennt Schwarzmeier als sehr gelungen.

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Rezension zu Der Militärisch-industrielle Komplex? In: Vierteljahreshefte für Wirschafts- und Sozialgeschichte

Ausgewiesene Experten aus sieben Nationen analysieren in dem von Dieter H. Kollmer herausgegebenen Band erstmalig im deutschen Sprachraum die unterschiedlichen Formen der Rüstungsgüterbeschaffung durch die staatlichen Akteure während des Ost-West-Konfliktes. Für Rezensent Falko Heinz gebührt dem Herausgeber das Verdienst, diese Lücke geschlossen zu haben. Das Buch stelle einen “wichtigen Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte dar”.

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Rezension zu Davide Giuriato: ›klar und deutlich‹. Ästhetik des Kunstlosen im 18./19. Jahrhundert. In: Zeitschrift für deutsche Philologie, Dezember 2016

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts verlieren Klarheit und Deutlichkeit in der Literaturwissenschaft an Bedeutung. David Giuriato schließt mit seiner Monographie diese Lücke. Der Germanist rekonstruiert die Grundlagen einer Ästhetik der Deutlichkeit. Klarheit und Deutlichkeit wurden bisher auf ihre logische Seite reduziert. Dunkelheit hingegen galt als Merkmal moderner Kunst. Giuriato stellt beides anhand der naturwissenschaftlich inspirierten Autoren Georg Büchner und Adalbert Stifter in Frage. Die Irritation, die von deren Werken ausgeht, liegt gerade an ihrer übermäßig klaren Wirkung.
„Nicht nur in der Diskussion von Stifters Prosa, sondern auch in seinen Ausführungen zur antiken Rhetorik und zur Aufklärung ist Giuriato darum bemüht, die Kehrseiten der Deutlichkeit nicht im Dunkeln bleiben zu lassen – den Fokus auf die Momente zu richten, in denen die Vernunft exzessiv wird und eine `verstörendes Übermaß an Klarheit´ produziert“, so die Rezensentin Stefanie Heine.

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Rezension zu Anne Holzmüller: Lyrik als Klangkunst. In: Die Tonkunst, Dezember 2016

In der Studie untersucht Anne Holzmüller den „in der Forschungsliteratur stark vernachlässigten Aspekt der Lyrik(vertonungen): dem Klang der Sprache“, so die Verortung des Rezensenten Stefan Gasch. Das Potential sprachklanglicher Analysen führt die Autorin am Beispiel von Goethes Nachtliedern und deren Vertonungen vor. Holzmüller formuliert Anleitungen zum aufmerksamen, sensiblen und wissenden Hören von Gedichten. In ihrer Liedanalyse gelängen ihr neue Sichtweisen auf tradierte Haltungen, „so dass sich zukünftige Liedanalysen an diesem Buch messen lassen müssen“, so die Einschätzung des Rezensenten.

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