Rezension zu Bergengruen/Haut/Langer (Hg.): Tötungsarten und Ermittlungstechniken. In: Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur, Januar 2017

Die Beiträge des Sammelbandes Tötungsarten und Ermittlungstechniken verfolgen das Neben- und Miteinander von Verbrechen mit Todesfolge und deren Detektion in der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts. Es werden Texte von Friedrich Schiller, E.T.A Hoffmann, Georg Büchner, Theodor Fontane oder Annette von Droste-Hülshoff analysiert. Dabei steht die Frage im Fokus, ob es einen inneren Anschluss der Ermittlungspraktiken an die jeweiligen Tötungsarten gibt und welche Rolle der konkreten Eigenlogik spezifischer Tötungsarten zukommt.
„Den Beiträgen des Bandes gelingt es durchweg, die historischen Entstehungsbedindungen von literarischen Texten des 19. Jahrhunderts, die das Verbrechen thematisieren, und deren spezifische literarische Verarbeitungen wissensgeschichtlich zu kontextualisieren“, so das Fazit des Rezensenten. Besonders für den Bereich des gattungsgeschichtlichen Wandels im deutschsprachigen Bereich würden sich dadurch wichtige Erkenntnisse für das Schreiben über Kriminalität erschließen.

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Maximilian Bergengruen / Gideon Haut / Stephanie Langer (Hg.)
Tötungsarten und Ermittlungspraktiken
Zum literarischen und kriminalistischen Wissen von Mord und Detektion

Das unsichere Wissen der Literatur, Band 1
229 S., Pb 15,0 x 22,4 cm
€ 48,00 (D)
ISBN 978-3-7930-9834-8

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Die Kunst des Kunstlosen – eine Ästhetik der Deutlichkeit von Davide Giuriato

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Deutlich und deswegen kunstlos? Nein, konstatiert Davide Giuriato in seiner kürzlich erschienenen Monographie »›klar und deutlich‹. Ästhetik des Kunstlosen im 18./19. Jahrhundert«. Der Germanist rekonstruiert die Grundlagen einer Ästhetik der Deutlichkeit. Am Beispiel der Schriften Georg Büchners und Adalbert Stifter etabliert er sie als eines der Paradigmen moderner Literatur.
Klarheit und Deutlichkeit wurden bisher auf ihre logische Seite reduziert. Dunkelheit hingegen gilt als Merkmal moderner Kunst. Giuriato stellt beides anhand naturwissenschaftlich inspirierter Autoren in Frage. Die Irritation, die von deren Werken ausgeht, liegt gerade an ihrer übermäßig klaren Wirkung. Denn eine detaillierte Darstellung produziere wiederum unerwartete Rätsel.

Davide Giuriato, geb. 1972, ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich.

Leseprobe.

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Davide Giuriato
»klar und deutlich«
Ästhetik des Kunstlosen im 18./19. Jahrhundert
Reihe Litterae Band 211
404 S., geb. 15,4 x 22,8 cm
58,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9797-6