Rezension zu v. Arburg / Tremp / Zimmermann (Hg.): Physiognomisches Schreiben, in: Monatshefte, 8.10.2017

In der Nachfolge Lavaters hat sich die Physiognomik vorwiegend für den Zusammenhang von äußerem Erscheinungsbild und innerer Verfasstheit interessiert. Die Bedeutung des Textes als Analyseinstrument für die physiognomische Gestaltdeutung wurde dabei vernachlässigt. Der Band Physiognomisches Schreiben schließt diese Lücke und erforscht die Rolle des Schreibens, der Schrift und ihrer medialen Vermittlung in verschiedenen theoretischen, historischen und künstlerischen Konstellationen aus der Geschichte der neueren Physiognomik. An exemplarischen Texten werden dabei rhetorische, stilistische und poetische Techniken zutage gefördert, mit welchen Schreibende auf die Herausforderung deutungsbedürftiger Körperbilder reagieren. Maik M. Müller hat den Band für das Rezensionsforum literaturkritik.de besprochen, sein Fazit: „Insgesamt präsentiert der Band ein anspruchsvolles theoretisches Setting zwischen Diskurs- und Medientheorie im weiteren Umfeld der Literature and Science Studies mit ihrem Interesse an Austauschprozessen zwischen ästhetischen und szientifischen Wissensformen.“

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Literatur und postmoderne Architektur

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Kann man Häuser lesen, können Gebäude sprechen? Die Wechselwirkung zwischen neuerer Literatur und postmoderner Architektur wurden bis dato nur wenig erforscht. Elias Zimmermanns Studie Lesbare Häuser? untersucht jetzt diese Konstellation anhand von zwei Romanen aus den 1970er Jahren: Thomas Bernhards Korrektur und Hermann Burgers Schilten.
Auf Basis einer Auseinandersetzung mit jüngeren Architekturtheorien und ihrer erkenntnistheoretischen Grundlagen erörtert Zimmermann die ›Lesbarkeit der Architektur‹. Neben detaillierten Lektüren behandelt er Fragen der vergleichenden Ästhetik und des Begriffs der Postmoderne. Dabei erarbeitet er völlig neue Einsichten in das ästhetische Potenzial der Architektur für die Theorie und Praxis der Literatur.

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ELIAS ZIMMERMANN, geb. 1987, Studium der Germanistik und Philosophie in Bern und Berlin. Zurzeit Gastwissenschaftler an der Humboldt Universität zu Berlin.

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Elias Zimmermann
Lesbare Häuser?
Thomas Bernhard, Hermann Burger und das Problem
der Architektursprache in der Postmoderne
Litterae, Band 227
438 S., 11 Abb., geb., 64,– €
ISBN 978-3-7930-9881-2

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Kopf, Hand, Schrift – Physiognomisches Schreiben als Kulturtechnik

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Der Schein trügt – oder eben auch nicht. In der Nachfolge Lavaters hat sich die Physiognomik von jeher für den Zusammenhang von äußerem Erscheinungsbild und innerer Verfasstheit interessiert. Wurden Methodik und Betrachtungsweise zunehmend ausdifferenzierter, so scheint ein Bereich bis heute weitestgehend ausgeblendet: die Bedeutung der Schrift als eigengesetzliches Wahrnehmungsdispositiv. Der unter anderem von Hans-Georg von Arburg herausgegebene Sammelband Physiognomisches Schreiben. Stilistik, Rhetorik und Poetik einer gestaltdeutenden Kulturtechnik fragt genau nach dieser theoriehistorischen Rolle der Schrift in der Geschichte der neueren Physiognomik. »[A]ls tacit knowledge aus physiognomischen Theorien und Traktaten hat das Schreiben die physiognomische Deutung immer schon mitbestimmt«, so die Grundthese des 3. Bandes der Reihe Das unsichere Wissen der Literatur. Den stilistischen, poetischen und rhetorischen Implikationen dieser These wird in den versammelten Aufsätzen anhand von exemplarischen Texten, Fotografien und Filmen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart nachgegangen.

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Hans-Georg von Arburg / Benedikt Tremp / Elias Zimmermann (Hg.)
Physiognomisches Schreiben
Stilistik, Rhetorik und Poetik einer gestaltdeutenden Kulturtechnik
Das unsichere Wissen der Literatur, Band 3
294 S., Pb., 52,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9856-0

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