Leben – was ist das eigentlich? Poetologien des Lebendigen im 19. Jahrhundert

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Skelettfunde eines ausgestorbenen Urtiers brachten Ende des 18. Jahrhunderts die statische Naturgeschichte ins Wanken. Die Erkenntnis, dass sich Leben auf der Erde mehrmals verändert hat und sich dieses nicht rekonstruieren lässt, verursachte in der Folge eine Unsicherheit des Wissens. Darauf reagierte auch die Literatur im 19. Jahrhundert, wie der Band Lebenswissen darlegt. Damals konstituierte sich das Leben als epistemisches Objekt, das in der Literatur und Ästhetik ebenso thematisiert wurde, wie auch in der aufkommenden Biologie.
Die Beiträge analysieren das Feld des Lebenswissens unter besonderer Berücksichtigung der Dynamisierungstendenzen. Themen sind unter anderem: Leben bei Georg Büchner und in der frühen Biologie, Poetologien des Lebens bei Hebbel und Wagner, Goethes Formverhalten in den Wahlverwandtschaften, Wissen des Lebens in Gottfried Kellers Sinngedicht, zum Konflikt zwischen Lebenspathos und Ästhetizismus in Hofmannstahls Novelle Das Glück am Weg.

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Benjamin Brückner / Judith Preiß / Peter Schnyder (Hg.)
Lebenswissen
Poetologien des Lebendigen im langen 19. Jahrhundert
Das unsichere Wissen der Literatur, Band 4
228 S., Pb., 48,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9866-9

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Herausgeber:
Benjamin Brückner, M.A., 2012–2016 SNF-Doktorand im ProDoc-Graduiertenkolleg »Das unsichere Wissen der Literatur. Natur – Recht – Ästhetik« an der Université de Neuchâtel.
Judith Preiß, M.A., 2012–2016 SNF-Doktorandin im ProDoc-Graduiertenkolleg »Das unsichere Wissen der Literatur. Natur – Recht – Ästhetik« an der Université de Neuchâtel.
Peter Schnyder, Prof. Dr., seit 2010 Ordinarius für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Université de Neuchâtel.

Rezension zu Gerhard Neumann u.a. (Hg.): Hofmannsthal-Jahrbuch (23). In: Freiburger Universitätsblätter vom September 2016

Als renommiertes Sprachrohr der Hofmannsthal-Forschung versammelt das Jahrbuch erneut bisher unpublizierte Briefwechsel sowie Forschungsbeiträge zur europäischen Moderne. Der Rezensent Hartmut Cellbrot greift besonders den Aufsatz von Gabriele Brandstetter lobend heraus. Sie beschäftigt sich mit Harry Graf Kesslers Idee eines Gesamtkunstwerks als Verbindung von Körperkunst und Leben bei der Tanzgruppe Ballets Russes. Daneben werden in der Rezension die kommentierten Briefeditionen „als hervorstechendste[r] Verdienst des Hofmannsthal-Jahrbuchs“ gewürdigt, die ein „äußerst perspektivenreiches Epochentableau entstehen“ lassen.

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Erstmals veröffentlicht: Briefe von Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe an Hugo von Hofmannsthal

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Der sehr persönliche Dialog zwischen Hugo von Hofmannsthal und Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe ist jetzt erstmals gesammelt veröffentlicht. Der Briefwechsel umfasst 102 Nachrichten, Briefe und Postkarten aus den Jahren 1903 bis zum Tod des Dichters im Jahr 1929. Sämtliche Briefe der Fürstin sind bislang unveröffentlicht. Dabei werden alle Dokumente ungekürzt wiedergegeben und von Klaus E. Bohnenkamp textkritisch aufbereitet und kommentiert. Ein Brief-, Werk- und Personenverzeichnis ermöglicht eine schnelle Orientierung.
Eine biografische Skizze der Fürstin leitet in die Briefedition ein. Die Fürstin akzeptierte Hofmannsthal als Mensch und Dichter vorbehaltlos und ermöglichte ihm den Zugang zur Hocharistokratie, den er von Jugend an gesucht hatte. Das Werk wirft neue Schlaglichter auf beider Leben und Schaffen. Dabei wird zugleich das Beziehungsgeflecht einer geistig-politischen Elite des alten Europas ausgeleuchtet.

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324 S., mit s/w Abb.,  38,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9848-5
E-Book, ISBN 978-3-7930-6047-5, 29,99 € (D)

Der Herausgeber:
KLAUS E. BOHNENKAMP, Dr. phil., Mitherausgeber der »Sämtlichen Werke« Rudolf Kassners, Mitarbeiter an der Kritischen Hofmannsthal-Ausgabe und Verfasser zahlreicher Editionen und Beiträge zur Deutschen Literatur und Klassischen Philologie.