Lachen bei Godot – Komik in der klassischen Moderne

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Moderne Kunst kann Lachen auslösen. Ein Phänomen, das die wissenschaftliche Analyse meist verschweigt. Nicht so Niklas Bender: Mit seiner Studie Die lachende Kunst stellt er die Komik in den Fokus seiner Forschung. Er macht deutlich, welche komischen Mittel in der klassischen Moderne (ca. 1900‒1960) wie zum Einsatz kommen. Von Jarry bis Pasolini, von Joyce bis Max Ernst – untersucht werden Werke aller Gattungen und mehrerer Sprachen sowie Beispiele aus Malerei und Film. Durch das Komische setzt sich die literarische Moderne von der Tradition ab. Staat, Religion und Kultur als Horte der Autorität sind dabei laut Bender bevorzugte Ziele des Komischen.

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Autor:
Niklas Bender hat an der FU Berlin und an der Université Paris 8 studiert und promoviert. Von 2005 bis 2014 hat er an der Universität Tübingen gearbeitet und sich 2013 dort in Romanischer Philologie, Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft habilitiert. Seit 2014 vertritt er Lehrstühle, aktuell in Trier. Er ist Literaturkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Teilchenphysik in Irmtraud Morgners Prosa

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Irmtraud Morgners Prosa wurde bislang bei der Erforschung der Interferenzen zwischen Literatur und moderner Physik gänzlich übersehen. Dabei zeichnen sich einige ihrer wichtigsten Prosatexte der 1960er und 1970er Jahre dadurch aus, dass sie die Teilchenphysik und ihre experimentelle Suche nach den unsichtbaren Bausteinen des Realen einer Realitätsprüfung unterziehen. Zu diesem Zweck montiert Morgner ganze Passagen aus Forschungsberichten der Teilchenphysik direkt in ihre literarischen Texte hinein. Mithilfe des montierten Materials machen ihre Prosatexte anschaulich, dass die Gegenstände der Physiker – die nicht direkt beobachtbaren und sich allenfalls in Spuren zeigenden Teilchen – ebenso phantastisch anmuten wie die phantastischen Erfindungen der Dichter. Daraus gewinnt Morgner einen paradoxen Effekt für ihre Poetik: Ihre phantastische Schreibweise rückt näher an das Reale heran und erscheint angesichts einer physikalischen ‚Wirklichkeitswissenschaft‘, die selbst phantastische Züge aufweist, geradezu realistisch. Dieser produktiven Wechselwirkung zwischen Teilchenphysik und Poetik geht die vorliegende Studie anhand der Romane Rumba auf einen Herbst, Hochzeit in Konstantinopel, Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura sowie der Novelle Das Seil nach.

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Angela Gencarelli
Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen
Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa

234 S., geb., 54 € (D)
ISBN 978-3-7930-9871-3

E-Book: ISBN 978-3-7930-6048-2

Die Autorin:
Angela Gencarelli, Studium der Germanistik, Neueren Geschichte und Soziologie an der Universität Potsdam; 2015 Promotion im binationalen Promotionsprogramm der Universitäten Bonn und Florenz mit der vorliegenden Arbeit. Derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichtswissenschaft und Literarische Kulturen an der Leuphana Universität Lüneburg. Weitere Informationen: http://www.leuphana.de/universitaet/personen/angela-gencarelli.html

 

Wie semantisch ist die Musik?

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Der Band Wie semantisch ist die Musik? versammelt neue Beiträge zur Erforschung der Semantisierung von Musik im Kontakt mit sprachlichen Strukturen, vor allem gesungenen Texten, aber auch literarischen Programmen und rhetorischen Figuren. Aus der Sicht der Musik- und der Literaturwissenschaft, aber auch der Philosophie und der musikalischen Semiotik wird anhand von historischem Material zwischen ca. 1600 und 1900 unter Einbeziehung bislang zu wenig herangezogener Fragestellungen – etwa einer Pragmatik der Kommunikation – nach dem Verhältnis zwischen Bedeutungserzeugung, Mimesis und abstrakt musikalischer Struktur gefragt. Dadurch wird neues Licht auf die Bedingungen und Möglichkeiten einer ›Semantisierbarkeit‹ musikalischer Formungen geworfen.

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206 S., zahlr. s/w- und Farbabb., geb., 54 €
ISBN 978-3-7930-9865-2

Herausgeber:
Florian Mehltretter studierte Romanistik, Komparatistik und allgemeine Sprachwissenschaft in München und Florenz. Er wurde an der FU Berlin über das venezianische Opernlibretto des Barock promoviert und setzt seither einen Forschungsschwerpunkt im Bereich der Intermedialität von Text und Musik. Nach Vertretungen in Köln und Berlin und einer Berufung nach Köln hat er seit 2011 den Lehrstuhl für Italienische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München inne.

Rezension zu Davide Giuriato: ›klar und deutlich‹. Ästhetik des Kunstlosen im 18./19. Jahrhundert. In: Zeitschrift für deutsche Philologie, Dezember 2016

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts verlieren Klarheit und Deutlichkeit in der Literaturwissenschaft an Bedeutung. David Giuriato schließt mit seiner Monographie diese Lücke. Der Germanist rekonstruiert die Grundlagen einer Ästhetik der Deutlichkeit. Klarheit und Deutlichkeit wurden bisher auf ihre logische Seite reduziert. Dunkelheit hingegen galt als Merkmal moderner Kunst. Giuriato stellt beides anhand der naturwissenschaftlich inspirierten Autoren Georg Büchner und Adalbert Stifter in Frage. Die Irritation, die von deren Werken ausgeht, liegt gerade an ihrer übermäßig klaren Wirkung.
„Nicht nur in der Diskussion von Stifters Prosa, sondern auch in seinen Ausführungen zur antiken Rhetorik und zur Aufklärung ist Giuriato darum bemüht, die Kehrseiten der Deutlichkeit nicht im Dunkeln bleiben zu lassen – den Fokus auf die Momente zu richten, in denen die Vernunft exzessiv wird und eine `verstörendes Übermaß an Klarheit´ produziert“, so die Rezensentin Stefanie Heine.

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Rezension zu Anne Holzmüller: Lyrik als Klangkunst. In: Die Tonkunst, Dezember 2016

In der Studie untersucht Anne Holzmüller den „in der Forschungsliteratur stark vernachlässigten Aspekt der Lyrik(vertonungen): dem Klang der Sprache“, so die Verortung des Rezensenten Stefan Gasch. Das Potential sprachklanglicher Analysen führt die Autorin am Beispiel von Goethes Nachtliedern und deren Vertonungen vor. Holzmüller formuliert Anleitungen zum aufmerksamen, sensiblen und wissenden Hören von Gedichten. In ihrer Liedanalyse gelängen ihr neue Sichtweisen auf tradierte Haltungen, „so dass sich zukünftige Liedanalysen an diesem Buch messen lassen müssen“, so die Einschätzung des Rezensenten.

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Rezension zu Bergengruen/Haut/Langer (Hg.): Tötungsarten und Ermittlungstechniken. In: Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur, Januar 2017

Die Beiträge des Sammelbandes Tötungsarten und Ermittlungstechniken verfolgen das Neben- und Miteinander von Verbrechen mit Todesfolge und deren Detektion in der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts. Es werden Texte von Friedrich Schiller, E.T.A Hoffmann, Georg Büchner, Theodor Fontane oder Annette von Droste-Hülshoff analysiert. Dabei steht die Frage im Fokus, ob es einen inneren Anschluss der Ermittlungspraktiken an die jeweiligen Tötungsarten gibt und welche Rolle der konkreten Eigenlogik spezifischer Tötungsarten zukommt.
„Den Beiträgen des Bandes gelingt es durchweg, die historischen Entstehungsbedindungen von literarischen Texten des 19. Jahrhunderts, die das Verbrechen thematisieren, und deren spezifische literarische Verarbeitungen wissensgeschichtlich zu kontextualisieren“, so das Fazit des Rezensenten. Besonders für den Bereich des gattungsgeschichtlichen Wandels im deutschsprachigen Bereich würden sich dadurch wichtige Erkenntnisse für das Schreiben über Kriminalität erschließen.

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Maximilian Bergengruen / Gideon Haut / Stephanie Langer (Hg.)
Tötungsarten und Ermittlungspraktiken
Zum literarischen und kriminalistischen Wissen von Mord und Detektion

Das unsichere Wissen der Literatur, Band 1
229 S., Pb 15,0 x 22,4 cm
€ 48,00 (D)
ISBN 978-3-7930-9834-8

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Leben – was ist das eigentlich? Poetologien des Lebendigen im 19. Jahrhundert

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Skelettfunde eines ausgestorbenen Urtiers brachten Ende des 18. Jahrhunderts die statische Naturgeschichte ins Wanken. Die Erkenntnis, dass sich Leben auf der Erde mehrmals verändert hat und sich dieses nicht rekonstruieren lässt, verursachte in der Folge eine Unsicherheit des Wissens. Darauf reagierte auch die Literatur im 19. Jahrhundert, wie der Band Lebenswissen darlegt. Damals konstituierte sich das Leben als epistemisches Objekt, das in der Literatur und Ästhetik ebenso thematisiert wurde, wie auch in der aufkommenden Biologie.
Die Beiträge analysieren das Feld des Lebenswissens unter besonderer Berücksichtigung der Dynamisierungstendenzen. Themen sind unter anderem: Leben bei Georg Büchner und in der frühen Biologie, Poetologien des Lebens bei Hebbel und Wagner, Goethes Formverhalten in den Wahlverwandtschaften, Wissen des Lebens in Gottfried Kellers Sinngedicht, zum Konflikt zwischen Lebenspathos und Ästhetizismus in Hofmannstahls Novelle Das Glück am Weg.

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Benjamin Brückner / Judith Preiß / Peter Schnyder (Hg.)
Lebenswissen
Poetologien des Lebendigen im langen 19. Jahrhundert
Das unsichere Wissen der Literatur, Band 4
228 S., Pb., 48,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9866-9

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Herausgeber:
Benjamin Brückner, M.A., 2012–2016 SNF-Doktorand im ProDoc-Graduiertenkolleg »Das unsichere Wissen der Literatur. Natur – Recht – Ästhetik« an der Université de Neuchâtel.
Judith Preiß, M.A., 2012–2016 SNF-Doktorandin im ProDoc-Graduiertenkolleg »Das unsichere Wissen der Literatur. Natur – Recht – Ästhetik« an der Université de Neuchâtel.
Peter Schnyder, Prof. Dr., seit 2010 Ordinarius für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Université de Neuchâtel.

Im Licht der Aufklärung: Aufrichtigkeit als Kommunikationsstrategie

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Ehrlich währt am längsten – das gilt insbesondere für die Aufklärung und ihre moraldidaktischen Bestrebungen, die Aufrichtigkeit als Beglaubigungsstrategie und Verhaltensideal neu funktionalisieren. Der von Simon Bunke und Katerina Mihaylova herausgegebene Sammelband Aufrichtigkeitseffekte. Signale, soziale Interaktion und Medien im Zeitalter der Aufklärung thematisiert Aufrichtigkeit als Kommunikationsmerkmal  anhand des Begriffs der ›Effekte‹. Unter ›Effekten‹, so der zentrale Ansatz der Studie, sind „diejenigen rhetorischen, intertextuellen und performativen Strategien verstanden, durch die im 18. Jahrhundert Aufrichtigkeit erzeugt oder beglaubigt wird“. Durch seine interdisziplinäre Ausrichtung gelingt es dem Band, linguistische, literaturwissenschaftliche, philosophische, geschichtswissenschaftliche und kunstwissenschaftlicher Analyseinstrumentarien fruchtbringend miteinander zu verknüpfen. Die Beiträge gruppieren sich um drei thematische Schwerpunkte: erstens die Signale aufrichtiger Kommunikation, zweitens ihre Auswirkungen auf soziale Interaktionsformen sowie drittens die mediale Vermittlung, durch welche Aufrichtigkeit inszeniert oder problematisiert wird.

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Herausgeber:
Simon Bunke, geb.1976, Studium der Neueren deutschen Literaturwissenschaft, Komparatistik und Theaterwissenschaft an der LMU München; derzeit Leitung der Emmy Noether-Gruppe Aufrichtigkeit in der Goethezeit an der Universität Paderborn.

Katerina Mihaylova, geb. 1982, Studium der Philosophie, Psychologie und Logik und Wissenschaftstheorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München; derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Philosophie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

 

Simon Bunke/Katerina Mihaylova (Hg.)
Aufrichtigkeitseffekte
Signale, soziale Interaktionen und Medien im Zeitalter der Aufklärung
296 S., 2 s/w Abb., Pb., 48,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9870-6

Zusätzliche Informationen zum Buch finden Sie hier: http://tinyurl.com/hpmz8a3

 

Zur Glaubwürdigkeit des Erzählens – Erinnerungsliteratur der 1990er Jahre

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Erinnerungen sind zutiefst unzuverlässig, erweisen sie sich doch immer wieder als verzerrt, lücken- und fehlerhaft. Verstärkt problematisiert wurde dies seit Beginn der 1990er Jahre nicht nur in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen, sondern auch in Romanen und Erzählungen über die jüngere deutsche Vergangenheit. Inwiefern dort insbesondere die Strategie des unzuverlässigen Erzählens Verwendung findet, um die Unzuverlässigkeit von Erinnerungen an das ›Dritte Reich‹ und an die DDR zu inszenieren, zeigt die Arbeit Zwischen Irrtum und Lüge von Lisa Volpp in narratologischen Fallstudien zu Werken von Marcel Beyer, Maxim Biller, Christoph Hein, Kerstin Hensel und W.G. Sebald. Dabei werden die vielfältigen Formen und Funktionen des unzuverlässigen Erzählens im Kontext des Erinnerns systematisch erschlossen.

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Lisa Volpp, geb. 1980. Studium der Neueren deutschen Literaturgeschichte, Wissenschaftlichen Politik und Medienwissenschaft in Freiburg i.Br., Basel (Schweiz) und Montréal (Kanada), Promotion 2014 in Heidelberg mit vorliegender Arbeit. Derzeit Literaturagentin in Frankfurt a.M.

Lisa Volpp
Zwischen Irrtum und Lüge
Unzuverlässiges Erzählen in der deutschsprachigen
Erinnerungsliteratur der 1990er Jahre
340 S., Pb., 52,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9850-8

Kopf, Hand, Schrift – Physiognomisches Schreiben als Kulturtechnik

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Der Schein trügt – oder eben auch nicht. In der Nachfolge Lavaters hat sich die Physiognomik von jeher für den Zusammenhang von äußerem Erscheinungsbild und innerer Verfasstheit interessiert. Wurden Methodik und Betrachtungsweise zunehmend ausdifferenzierter, so scheint ein Bereich bis heute weitestgehend ausgeblendet: die Bedeutung der Schrift als eigengesetzliches Wahrnehmungsdispositiv. Der unter anderem von Hans-Georg von Arburg herausgegebene Sammelband Physiognomisches Schreiben. Stilistik, Rhetorik und Poetik einer gestaltdeutenden Kulturtechnik fragt genau nach dieser theoriehistorischen Rolle der Schrift in der Geschichte der neueren Physiognomik. »[A]ls tacit knowledge aus physiognomischen Theorien und Traktaten hat das Schreiben die physiognomische Deutung immer schon mitbestimmt«, so die Grundthese des 3. Bandes der Reihe Das unsichere Wissen der Literatur. Den stilistischen, poetischen und rhetorischen Implikationen dieser These wird in den versammelten Aufsätzen anhand von exemplarischen Texten, Fotografien und Filmen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart nachgegangen.

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Hans-Georg von Arburg / Benedikt Tremp / Elias Zimmermann (Hg.)
Physiognomisches Schreiben
Stilistik, Rhetorik und Poetik einer gestaltdeutenden Kulturtechnik
Das unsichere Wissen der Literatur, Band 3
294 S., Pb., 52,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9856-0

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