Rezension zu Mario Seiler: Uneindeutige Grenzen und die Idee der Ordnung. In: Berichte. Geographie und Landeskunde (Deutsche Akademie für Landeskunde e.V.), Januar 2017

Mario Seilers Promotionsschrift nimmt sich kritisch einer Lücke in der Geschichte der Freiburger Universität an, nämlich der Rolle ihrer Wissenschaftler im Grenzlanddiskurs, insbesondere nach der Annexion Elsass-Lothringens in der NS-Zeit. In seiner ausführlichen Rezension summiert Jörg Stadelbauer diese Publikation als „eine überaus lohnende“ Lektüre. Beeindruckend sei Stadelbauer zufolge „die Weitsicht, mit der Seiler eine Vielzahl von Persönlichkeiten und Organisationen berücksichtigt und ein Netzwerk der Grenzlandarbeit nachzeichnet, das die Diskurse der Zeit aufnahm.“

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Rezension zu Mario Seiler: Uneindeutige Grenzen und die Idee der Ordnung. In: Geschichte am Oberrhein, Februar 2017

Mario Seiler widmet sich in seiner Dissertation einer bisherigen Lücke der Geschichte der Universität Freiburg im Breisgau. Erstmalig beleuchtet diese systematische Studie, wie sich die Universität im Grenzdiskurs im Zuge der Annexion Elsass-Lothringens an das Deutsche Reich „im Sinne des NS-Regimes positionierte – sich somit ›selbstgleichschaltete‹“, wie es Rezensent Jürgen Klöckler formuliert. Aus „reinem Selbsterhaltungstrieb“, so summiert er Seilers Studie, hätte sich das Freiburger Wissenschaftskorps an der nationalsozialistischen Neuordnungs- und Bevölkerungspolitik des ethnisch und kulturell umstrittenen Grenzraumes beteiligt.

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Mario Seiler erhält Ralf-Dahrendorf-Preis für Dissertation

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Für seine jüngst im Rombach Verlag publizierte wissenschaftliche Arbeit Uneindeutige Grenzen und die Idee der Ordnung. Der Grenzlanddiskurs an der Universität Freiburg im Zeitalter der beiden Weltkriege erhält der Historiker Mario Seiler den Ralf-Dahrendorf-Preis, der am 21. Oktober im Rahmen der Eröffnung des Akademischen Jahres verliehen wird.

In seiner Doktorarbeit untersucht Seiler die Entwicklung eines weit gefächerten Wissenschaftsdiskurses über Grenzen und Grenzräume an der Universität Freiburg im Zeitraum der beiden Weltkriege. Im Sommer 1940 verbanden Freiburger Wissenschaftler mit der bevorstehenden Wiederangliederung Elsass-Lothringens an das Deutsche Reich die feste Überzeugung, dem in umstrittenen Grenzraum im Südwesten mittels scheinbar objektiver wissenschaftlicher Erkenntnisse künftig eine neue Ordnung zu geben. Dabei glaubten sie, die nationalsozialistische Neuordnungs- und Bevölkerungspolitik in Elsass und Lothringen wissenschaftlich begleiten oder gar steuern zu können. Die Historisierung dieses ›Grenzlanddiskurses‹ wirft dabei nicht nur ein Licht auf bisherige Blindstellen in der Geschichte der Freiburger Hochschule.

Seiler korrigiert mit seinen Forschungsergebnissen das historische Selbstbild der Universität, so das Fazit der Badischen Zeitung. Zur ausführlichen Rezension der Badischen Zeitung vom 17.10.2015.

Mario Seiler, geb. 1979, hat Geschichte, Germanistik, Anglistik und Klassische Philologie in Freiburg, Basel, Tübingen und Tours studiert, wurde 2014 promoviert und ist heute als Gymnasiallehrer sowie in der Lehrerausbildung tätig.

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€ 64,00 (D), 644 S., Pb.
ISBN 978-3-7930-9815-7

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