Dem Kolorit der Dichtung auf der Spur: Farbsemantiken in moderner Prosa

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Das Grün der Hoffnung, das Gelb der Eifersucht – Farben sind immer schon mit Bedeutung aufgeladen und dienen als symbolträchtige Beschreibungsdispositive. Dass dies kein bloßes Phänomen der Populärkultur ist, beweist der u.a. von Cornelia Zumbusch herausgegebene Sammelband Die Farben der Prosa. Unter Rückgriff auf Hegel und andere Theoretiker des Roman, der Bildenden Künste und der Fotographie widmen sich die Einzelbeiträge den Farbsemantiken literarischer und nichtliterarischer Prosa des 19. und 20. Jahrhunderts. Zentral ist dabei die Hypothese, dass die Texte über Chromatiken nicht nur ihren Bezug zur Wirklichkeit, sondern auch ihre eigene prosaische Verfasstheit reflektieren. Insbesondere das Verhältnis von Prosa und Poesie wird über das „Kolorit der Dichtung, das die Stilqualitäten des sprachlichen Ausdrucks betrifft“, thematisiert, so die Herausgeber. Anknüpfungspunkte für die enge Verbindung von Dichtung und Bildkunst finden sich bereits bei der antiken Rhetorik in der Nachfolge des Horaz’schen ut pictura poesis.

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Eva Eßlinger / Heide Volkening / Cornelia Zumbusch (Hg.)
Die Farben der Prosa
Litterae Band 221
336 S., 9 Farbabb., geb.
58,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9851-5

Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier: http://tinyurl.com/hau62t9

Rezension zu Gerhard Neumann u.a. (Hg.): Hofmannsthal-Jahrbuch (23). In: Freiburger Universitätsblätter vom September 2016

Als renommiertes Sprachrohr der Hofmannsthal-Forschung versammelt das Jahrbuch erneut bisher unpublizierte Briefwechsel sowie Forschungsbeiträge zur europäischen Moderne. Der Rezensent Hartmut Cellbrot greift besonders den Aufsatz von Gabriele Brandstetter lobend heraus. Sie beschäftigt sich mit Harry Graf Kesslers Idee eines Gesamtkunstwerks als Verbindung von Körperkunst und Leben bei der Tanzgruppe Ballets Russes. Daneben werden in der Rezension die kommentierten Briefeditionen „als hervorstechendste[r] Verdienst des Hofmannsthal-Jahrbuchs“ gewürdigt, die ein „äußerst perspektivenreiches Epochentableau entstehen“ lassen.

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Zusätzliche Informationen zum Buch gibt es hier.

 

Zwischen Stippvisite und Heimsuchung – Besuch aus kulturwissenschaftlicher Sicht

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Man besucht Freunde, Ruinen oder den Zoo. Und man wird besucht. In der modernen Gesellschaft findet der Besuch allerdings nur noch flüchtig und geplant statt. Diesem Phänomen geht die neue Ausgabe des Australischen Jahrbuchs für germanistische Literatur- und Kulturwissenschaft auf den Grund. Die Beiträge des Bandes thematisieren u.a.: die koloniale Begegnung mit dem kulturell Anderen, die grotesken Formen des Besuchs bei Thomas Bernhard oder die musikalischen Grenzgänge im Berlin der Nachwendezeit. Der Begriff Besuch kann auch als Bedrohung konnotiert sein. So im Kompositum der Heimsuchung, das an das Freudʼsche Konzept des Unheimlichen anschließbar ist.

Weitere Informationen zu Limbus: http://artsonline.monash.edu.au/limbus/

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Franz-Josef Deiters/Axel Fliethmann/Birgit Lang/Alison Lewis/Christiane Weller (Hg.)
Limbus – Australisches Jahrbuch für germanistische Literatur- und Kulturwissenschaft
Band 9 (2016): Besuch / Visitation
240 S., Pb., 46,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9855-3