Kopf, Hand, Schrift – Physiognomisches Schreiben als Kulturtechnik

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Der Schein trügt – oder eben auch nicht. In der Nachfolge Lavaters hat sich die Physiognomik von jeher für den Zusammenhang von äußerem Erscheinungsbild und innerer Verfasstheit interessiert. Wurden Methodik und Betrachtungsweise zunehmend ausdifferenzierter, so scheint ein Bereich bis heute weitestgehend ausgeblendet: die Bedeutung der Schrift als eigengesetzliches Wahrnehmungsdispositiv. Der unter anderem von Hans-Georg von Arburg herausgegebene Sammelband Physiognomisches Schreiben. Stilistik, Rhetorik und Poetik einer gestaltdeutenden Kulturtechnik fragt genau nach dieser theoriehistorischen Rolle der Schrift in der Geschichte der neueren Physiognomik. »[A]ls tacit knowledge aus physiognomischen Theorien und Traktaten hat das Schreiben die physiognomische Deutung immer schon mitbestimmt«, so die Grundthese des 3. Bandes der Reihe Das unsichere Wissen der Literatur. Den stilistischen, poetischen und rhetorischen Implikationen dieser These wird in den versammelten Aufsätzen anhand von exemplarischen Texten, Fotografien und Filmen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart nachgegangen.

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UnsicheresWissenBd3_Druck.indd

Hans-Georg von Arburg / Benedikt Tremp / Elias Zimmermann (Hg.)
Physiognomisches Schreiben
Stilistik, Rhetorik und Poetik einer gestaltdeutenden Kulturtechnik
Das unsichere Wissen der Literatur, Band 3
294 S., Pb., 52,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9856-0

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