Die Kunst des Kunstlosen – eine Ästhetik der Deutlichkeit von Davide Giuriato

Deutlich und deswegen kunstlos? Nein, konstatiert Davide Giuriato in seiner kürzlich erschienenen Monographie »›klar und deutlich‹. Ästhetik des Kunstlosen im 18./19. Jahrhundert«. Der Germanist rekonstruiert die Grundlagen einer Ästhetik der Deutlichkeit. Am Beispiel der Schriften Georg Büchners und Adalbert Stifter etabliert er sie als eines der Paradigmen moderner Literatur.
Klarheit und Deutlichkeit wurden bisher auf ihre logische Seite reduziert. Dunkelheit hingegen gilt als Merkmal moderner Kunst. Giuriato stellt beides anhand naturwissenschaftlich inspirierter Autoren in Frage. Die Irritation, die von deren Werken ausgeht, liegt gerade an ihrer übermäßig klaren Wirkung. Denn eine detaillierte Darstellung produziere wiederum unerwartete Rätsel.

Davide Giuriato, geb. 1972, ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich.

Leseprobe.

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Davide Giuriato
»klar und deutlich«
Ästhetik des Kunstlosen im 18./19. Jahrhundert
Reihe Litterae Band 211
404 S., geb. 15,4 x 22,8 cm
58,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9797-6