Fronterfahrung in den Romanen des Ersten Weltkriegs

Johannes Waßmer analysiert in seiner Studie Die neuen Zeiten im Westen und das ästhetische Niemandsland die Westfront-Romane von Ernst Jünger, Henri Barbusse, Erich Maria Remarque, Werner Beumelburg und Christian Kracht. Ihre Texte erzählen vom Leid der Soldaten, von den kaum noch wahrnehmbaren Granaten, Minen und Schrapnells, von der Kameradschaft und vom ›Erlebnis Krieg‹. Die Soldaten geben dem als sinnlos empfundenen Sterben einen Sinn. Durch diese »Sinngebung des Sinnlosen« werden der Erste Weltkrieg, die Westfront und das Erleben der Soldaten in einen geschichtlichen Rahmen gestellt und als notwendiger Schritt in eine erhoffte Zukunft gedeutet. Waßmer argumentiert, dass sich die Texte in ein Narrativ der Erfahrung und ein Narrativ der Erwartung auffächern. Auch wenn sie sich in der Sinndeutung unterscheiden, erheben sie alle die Beschleunigungserfahrung an der Front zum zentralen Topos.

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LIT237_Wassmer_U1

Johannes Waßmer
Die neuen Zeiten im Westen und das ästhetische Niemandsland
Phänomenologie der Beschleunigung und Metaphysik der Geschichte in den Westfront-Romanen des Ersten Weltkriegs
Reihe Litterae, Band 237
438 S., geb., 68,– €
ISBN 978-3-7930-9921-5

Johannes Waßmer, geb. 1983, Promotion 2017, Studium der Neueren und Älteren deutschen Literatur und der Philosophie, Arbeitsschwerpunkte: Krieg und Literatur, Literatur der Moderne, Literatur- und Kulturtheorie, insbesondere Präsenz der Zeichen, Zeit, Beschleunigung und Geschichtsphilosophie, Martin Buber.