Der Wolf als Politikum – Studie über die Ausrottung eines Raubtiers

Featured

Die Wölfe sind zurück und die Debatten um das geschützte Tier laufen heiß. Einer Wiederkehr geht immer ein Verschwinden voraus: Diese Vorgeschichte beleuchtet der Germanist Alexander Kling in dem Band Unter Wölfen. Anhand von Augenzeugenberichten und Jagdtraktaten sowie Texten der politischen Theorie, der Zoologie und der Literatur zeichnet er die Ausrottung der Wölfe im 17. und 18. Jahrhundert nach. Die Studie zeigt, dass mit der Ausrottung der Wölfe vom 30-jährigen Krieg bis zur Französischen Revolution auch die politische und zivilisatorische Ordnung zur Disposition steht.
Ausgangspunkt der Untersuchung ist das Anwachsen der Wolfspopulation im 30-jährigen Krieg. Die Wölfe vermehren sich in dieser Krisensituation und werden so zu deren zeichenhafter Verkörperung. In Texten nach dem 30-jährigen Krieg werden sie als Schreckensfiguren instrumentalisiert. Das Sprechen und Erzählen von einer unzivilisierten Wolfszeit soll zur Wiedereinsetzung der im Krieg zerstörten Ordnung beitragen. Es ist nicht zuletzt diese affektive Aufladung der Wölfe, mit der maßgeblich ihre Ausrottung vorangetrieben wird. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts bricht die Wolfspopulation schließlich zusammen; das 19. Jahrhundert kennt nur mehr ›letzte Wölfe‹, deren Tötung als Triumph des Menschen inszeniert wird.

HIER geht`s zur Leseprobe.

CulAnimalStudies02_Kling_U1_400

Alexander Kling
Unter Wölfen
Geschichten der Zivilisation und der Souveränität vom 30-jährigen Krieg bis zur Französischen Revolution

Cultural Animal Studies, Band 2
582 S., 12 Abb., Pb., 68,– €
ISBN 978-3-7930-9888-1

Beziehungen zwischen Tieren, Umwelten und Texten

Featured

Texts, Animals, Environments: Zoopoetics and Ecopoetics versammelt literatur- und kulturwissenschaftliche Beiträge, die den Beziehungen zwischen Tieren, Umwelten und Texten nachspüren und auf diese Weise die zahlreichen Verbindungslinien zwischen den Forschungsfeldern des Ecocriticism und der Animal Studies in den Fokus rücken. Während der Ecocriticism für gewöhnlich einen relationalen Ansatz verfolgt und dabei umweltbezogene oder allgemeiner ökologische Phänomene in den Blick nimmt, erforschen die Animal Studies vermehrt einzelne Spezies oder auf Tierindividuen bezogene Aspekte. In diesem Sinne konzentrieren sich der Ecocriticism auf eine ökopoetische und die Animal Studies auf eine zoopoetische Ästhetik. Indem der Sammelband Zoopoetics und Ecopoetics als Schlüsselkonzepte beider Forschungsfelder in Verbindung bringt, erschließt er neue Wege, um Texte, Tiere und Umwelten lesbar zu machen. Im Rahmen dieser Lektüren erscheinen Texte, Tiere und Umwelten dann nicht als voneinander getrennte, sondern als wechselseitig aufeinander bezogene Entitäten, die in einem komplexen Interaktionsverhältnis stehen.

Hier geht`s zur Leseprobe.

CulAnimalStudies03_U1_400

Frederike Middelhoff / Sebastian Schönbeck / Roland Borgards / Catrin Gersdorf (Hg.)
Texts, Animals, Environments
Zoopoetics and Ecopoetics
Cultural Animal Studies, Band 3
360 S., 3 Abb., Pb., 68,- €
ISBN 978-3-7930-9928-4
Der Band ist in englischer Sprache.

Rezension zu Borgard/Klesse/Kling: Robinsons Tiere, in: IFB, 07/2018

Mit ihrem Band Robinsons Tiere rücken Borgard, Klesse und Kling die in bisherigen Interpretationen zu Defoes Kultfigur Robinson Crusoe vernachlässigten Tiere in den Vordergrund. Rezensent Till Kinzel  beschreibt den Ansatz der Herausgeber als »gelungen und nachahmenswert«. Der Band zeige »exemplarisch in sehr gelungener Weise, daß die Konzentration auf einen Grundtext und seine Appropriationen höchst sinnvoll ist«. Er werde »das Interesse all derjenigen finden, die sich mit Robinsonaden aller Art beschäftigen oder auch an anderen klassischen Texten den Mensch-Tier-Verhältnissen nachgehen möchten«.

Hier geht’s zur Leseprobe.

CulAnimalStudies01_Bogards_150x224.indd

Weitere Informationen zum Buch.

Neuer Forschungsband zur Poetik der Tiere

Featured

Bei Daniel Defoes Robinson Crusoe und den nachfolgenden Robinsonaden stand das abendländisch-neuzeitliche Subjekt im Fokus der Interpretationen. Die meisten dieser Deutungen haben die Tiere vergessen oder verstehen diese bloß als marginale Figuren. Genau an diesem Versäumnis setzt der Band Robinsons Tiere der Reihe »cultral animal studies« an und führt das in den letzten Jahren zugenommene Forschungsinteresse daran fort. So thematisierte Alex Mackintosh die Verbindung von Kannibalismus und Tierschlachtung. Oder Philip Armstrong weist anhand des Romans nach, wie die Kolonialisierung der Neuen Welt auf entscheidende Weise auf den Import und die Ansiedlung von Tieren angewiesen war. „Folgt man diesen Forschungen, dann sind wie Friday auch die Tiere immerhin schon auf dem Weg »out of margin«“, so Herausgeber Roland Borgards. Diesen Weg setzt die aktuelle Publikation mit einer Auswahl an Texten fort. Diskutiert werden neben Defoes Roman die Adaptionen von Johann Carl Wezel, Joachim Heinrich Campe, Johann David Wyss, Jules Verne, Hugo von Hofmannsthal, Luis Buñuel und J.M. Coetzee.

 

Zur Leseprobe und Buchcover.

CulAnimalStudies01_Bogards_150x224.indd

 

Die Herausgeber:

Roland Borgards, Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Würzburg.

Marc Klesse, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturgeschichte der Universität Würzburg.

Alexander Kling, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft der Universität Bonn.

Roland Borgards / Marc Klesse / Alexander Kling (Hg.)
Robinsons Tiere
cultural animal studies, Band 1
334 S., zahlr. Abb., Pb., 46,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9822-5
E-Book: ISBN 978-3-7930-6041-3, 35,99 € (D)