Neubewertung der Lyrik des Realismus

Hervorgehoben

Die Realismus Forschung vernachlässigt die Lyrik. Die Gattung steht unter Subjektivitätsverdacht und spiele im Verhältnis zur faktischen Prosa eine untergeordnete Rolle. Zu Unrecht, wie der Band Lyrik des Realismus belegt. Die Beiträge loten das reflexive und poetologische Potential der Lyrik für die Epoche detailreich aus. Dabei kommen die Publikationssituation der Lyrik und die Poetologien realistischer Lyrik in den Blick: die selbstreflexiven Strukturen der Gedichte, ihre Traditionsbezüge sowie das Interesse an den Dingen und den Zeichen der Wirklichkeit. Diskurse des Realen werden fokussiert: die Rolle der Wahrnehmung, der Medialität und der Technik. Der Band untersucht zudem die realistische Lyrik in ihrem widersprüchlichen Verhältnis zur Leitgattung Prosa.

Dieser Link führt zur Leseprobe.

LIT238_U1_400

Christian Begemann / Simon Bunke (Hg.)
Lyrik des Realismus
Litterae, Band 238
380 S., 22 Abb., geb., 59,– €
ISBN 978-3-7930-9922-2

Rezension zu Anne Holzmüller: Lyrik als Klangkunst. In: Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur vom November 2016

Hören hat eine erkenntnistheoretische Dimension: Das belegt Anne Holzmüller in ihrer Dissertation Lyrik als Klangkunst am Beispiel von Goethes Nachtliedern und ihren Vertonungen. Gedichtanalysen konsequent vom Klanglichen her zu denken, „vital for both the reading of poetry and the analysis of musical settings”, sei das entscheidende Novum der Arbeit Holzmüllers, so der Rezensent. Holzmüllers „impressive, innovative, and clearly written volume“ lebe nicht zuletzt von ihrer „obvious expertise in both fields“.

LIT_USHolzmueller_DRUCK.indd

Für zusätzliche Informationen zum Buch sowie eine Leseprobe klicken Sie hier.

Rezension zu Wolfgang Weyers: »Der große Zauberer«. Leben und Lieder von Friedrich Rückert. In: Nachrichten zur Mahler-Forschung vom Juli 2016

Friedrich Rückert, seinerzeit einer der bedeutendsten deutschen Dichter, ist über die Jahre zunehmend in Vergessenheit geraten. Wolfgang Weyers setzt diesem großen Autor des 19. Jahrhunderts in einer Biographie ein Denkmal. Indem er Biographisches, Dichtungen und Vertonungen in einem Werk versammelt, macht er auf das Rückerts Werk inhärente Spannungsverhältnis von Fiktionalem und Faktualem aufmerksam. Es handle sich, so der Rezensent, um ein „vorzügliches, behutsam wie kenntnisreich geschriebenes Werk […], das die wichtigen Themen, Entwicklungen und Wirkungen Rückerts hervorragend“ aufbereite.

9783793097877

Nähere Informationen zum Buch sowie eine Leseprobe finden Sie hier.

Mit Gedichten lesen lernen – die didaktische Bedeutung von Lyrik

Hervorgehoben

»Lyrik nervt.« Mit diesem Buchtitel hat Hans Magnus Enzensberger vielen Schülern aus der Seele gesprochen. Aber gerade die Lyrik hat eine besondere Bedeutung für das Lesenlernen. Keine literarische Ausdrucksform ist so sehr auf das Aussetzen der Verständnisroutine angelegt wie die Lyrik. Sie blockiert über die Art wie sie mit Sprache umgeht ein schnelles, ungehindertes Lesen und zwingt zum Innehalten. Vor diesem Hintergrund gehen in dem von Anja Pompe herausgegebenen Band »Kind und Gedicht« renommierte Wissenschaftler der Wirksamkeit von Lyrik für das Lesenlernen in philosophischen, pädagogischen, psychologischen, musik- und literaturwissenschaftlichen sowie fachdidaktischen Reflexionen nach.

Herausgeberin: Anja Pompe ist Literaturdidaktikerin und wissenschaftliche Assistentin an der Universität Rostock.
Die Autoren: Georg W. Bertram, Heinrich Bosse, Hans-Heino Ewers, Hans Ulrich Gumbrecht, Arthur M. Jacobs, Annette Kinder, Hermann Korte, Alexander Košenina, Annegret Lösener, Hans Lösener, Thomas Möbius, Jakob Ossner, Anja Pompe, Ernst Pöppel, Kaspar H. Spinner, Michael Steinmetz, Jörg Zirfas, Gesa zur Nieden

 Lesen Sie hier direkt ins Buch.

USPompe_Druck.indd

Anja Pompe (Hg.)

Kind und Gedicht

Wie wir lesen lernen           

236 S., Pb., € 38,00 (D)

ISBN 978-3-7930-9803-4

Rombach Verlag 2015