Kindheit und Literatur

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Kindheit und Literatur untersucht die ästhetische, epistemologische und diskursive Funktion von Kindheit. Es geht darum, „die Perspektive einer ‚Poetologie des Wissens‘ mit der Frage nach der spezifischen Eigenlogik der literarischen Kindheitsreflexion ins Verhältnis zu setzen“, so Herausgeber Davide Giuriato.
Der erste Teil umfasst Aufsätze zu den Kindheitstheoretikern Nietzsche, Freud, Benjamin und Adorno. Die weiteren Beiträge widmen sich der Kindheit als einer poetologischen Reflexionsfigur von der Frühen Neuzeit, über Klassik und Romantik, Moderne bis hin zur Gegenwart. Themen sind u.a.: der Verlust des Sohnes in Giovanni Morellis Aufzeichnungen, autobiografische Kindheitsentwürfe bei Fontane und Dürrenmatt, Heranwachsen als Problem der Kinderliteratur, das böse Kind bei Hustvedt und Shiver.

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LIT235_U1_400

Davide Giuriato / Philipp Hubmann / Mareike Schildmann (Hg.)
Kindheit und Literatur
Konzepte – Poetik – Wissen

Litterae, Band 235
340 S., 8 Abb., geb., 58,– €
ISBN 978-3-7930-9928-5

Kleist – ein Anhängsel Kafkas? Zur Diskursgeschichte einer Autorenkonstellation

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Die Germanistin und Journalistin Anna-Lena Scholz eröffnet mit ihrer Studie Kleist/Kafka ein neues Forschungsfeld: Der Dialog von Literatur und Literaturwissenschaft als kritische Diskurs- und Rezeptionsrekonstruktion. Die Verbindung der ruhmbesetzten Autoren Heinrich von Kleist und Franz Kafka besteht nicht in der Ähnlichkeit ihrer Texte, sondern in der Verwandtschaft ihrer philosophischen, literaturwissenschaftlichen und politischen Rezeption im 20. Jahrhundert. Scholz analysiert die entsprechenden Essays von Walter Benjamin, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Judith Butler, Gilles Deleuze/Félix Guattari, Mathieu Carrière, Jacques Derrida, Giorgio Agamben und Paul de Man als Transkriptionen der Werke Kleists und Kafkas. So wird verständlich, wie die Bedeutsamkeit und diskursive Autorität dieser Autorenkonstellation erst erzeugt und anschließend immer wieder reproduziert wurden. Die außergewöhnliche Funktion Kafkas als »Meta-Autor« lässt Kleist dabei als dessen Anhängsel deuten.

Anna-Lena Scholz, Studium der Germanistik und ev. Theologie in Bonn, Oxford und Berkeley; 2010 bis 2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie an der Freien Universität Berlin, seit 2015 freie Autorin im Bereich Hochschulpolitik und Geisteswissenschaften u.a. für DIE ZEIT und Der Tagesspiegel.

Die Studie wurde als herausragende Forschungsarbeit mit dem Scherer-Preis 2016 ausgezeichnet.

Weitere Informationen: www.anna-lena-scholz.de

LIT216_Scholz_USKorr3.indd
424 S., 7 s/w-Abb., geb., 71,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9839-3
Auch als E-Book: http://bit.ly/2axKiZz

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