Dekadente Literatur vor und nach Nietzsche

Featured

Diemo Landgraf untersucht in seiner neuen Studie das Spannungsverhältnis zwischen Ethik und Ästhetik in der dekadenten Literatur.
Die Entwicklung einer modernen Ästhetik bei Gautier, Baudelaire, Flaubert und Huysmans geht mit einer Kritik der als dekadent empfundenen Gesellschaft einher. Friedrich Nietzsche wird durch jene französischen décadents beeinflusst. Tendenzen wie der Nihilismus, der Vitalismus, die Abkehr von der traditionellen Moral oder die Krise der Spiritualität liegen zentralen Thesen und Motiven seiner späten Philosophie zugrunde.
Die um 1900 einsetzende europaweite Nietzsche-Rezeption verbreitet wiederum den Dekadenzgedanken über Frankreich hinaus. Infolge reflektieren die ästhetische Avantgarde vorbereitende Autoren wie Baroja, D’Annunzio, Éca de Queirós, Gide, Martínes Ruiz, Valle-Inclán und Thomas Mann Nietzsches Philosophie.

LESEPROBE 

Diemo Landgraf ist Professor für German und Hispanic Studies an der Acadia University in Wolfville (Kanada).

LIT233_LandgrafU1_400

Diemo Landgraf
Ethik und Ästhetik in der dekadenten Literatur vor und nach Nietzsche
Reihe Litterae Band 233
394 S., geb. 15,4 x 22,8 cm, 68,– €
ISBN 978-3-7930-9911-6

Gerhard Neumann und Paul Celan –
vom Scheitern der Zeitzeugenschaft

Featured

»Eine Begegnung, die im Desaster endete«, lässt den Literaturwissenschaftler Gerhard Neumann zeitlebens nicht los. In seiner am 22. August 2018 posthum erscheinenden Autobiografie Selbstversuch erzählt er erstmals über die »Begegnung mit Paul Celan und das Verstehenwollen« des Dichters.
Neumann lernt Celan in 1967 in Paris kennen und trifft ihn später einige Male in Freiburg. 1970 kommt es zum Zerwürfnis: Celan fühlt sich durchs Neumanns Aufsatz über die absolute Metapher völlig missverstanden. Drei Jahre zuvor war es Neumann, der Paul Celan und Martin Heidegger zu dessen berühmter Berghütte nach Todtnauberg fuhr. Das Gedicht Todtnauberg greift die denkwürdige Begegnung mit Heidegger auf. Neumann kommt darin die Rolle des Zeitzeugen zu: »der uns fährt, der Mensch, der’s mit anhört«. Diese Rolle habe Neumann verfehlt. Warum? Antworten sucht er im Erzählen seines Lebens. Ein Leben, das durch Literatur und Sprache bestimmt ist.

Gerhard Neumann (c) Michael Bramberger

Gerhard Neumann
(c) Michael Bramberger

GERHARD NEUMANN (1934–2017), Studium der Germanistik und Romanistik. Professuren an den Universitäten Bonn, Erlangen, Freiburg i.Br., München, seit 2002 emeritiert, seit 2005 Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. zu Lichtenberg, Goethe, Kleist, Fontane und Kafka, zur Poetik, Methodik, Kultur- und Editionswissenschaft. Mitherausgeber der historisch-kritischen Kafka-Ausgabe und des Hofmannsthal-Jahrbuchs zur europäischen Moderne. 

 

 

 

US_Neumann_U1_400Gerhard Neumann
Selbstversuch
386 S., zahlr. Abb., Pb., 58,– €
ISBN 978-3-7930-9901-7

Das Buch erscheint am 22.08.2018.

Rückzugsorte bei Stifter, Raabe und Fontane

Featured

Germanist Carsten Rast legt mit seiner Studie Zeitoasen einen neuen Forschungsband vor. Technische und gesellschaftliche Entwicklungen sorgen im 19. Jahrhundert für Beschleunigung und Wandel. Stabilität wird zunehmend durch kurzfristige Stabilisierungen ersetzt. Hierauf reagieren Texte von Adalbert Stifter, Wilhelm Raabe und Theodor Fontane mit »Zeitoasen«. Die Begriffsneubildung hebt die Eigentümlichkeit ihrer Rückzugsorte zwischen Statisch-Festgelegtem und Dynamisch-Bewegtem hervor. Literarische Verlangsamungstechniken wie das »Zoomen«, ausgedehnte Beschreibungen oder zyklische Wiederholungen sollen diesen zusätzlich Stabilität verleihen. Zeitoasen stehen so einerseits für eine konservative Fortschrittskritik. Andererseits verdeutlichen sie Probleme der anbrechenden Moderne zwischen Regulation und Störung, Ruhe und Unruhe.

Hier geht`s zur Leseprobe.

LIT232_Rast_U1_400

Carsten Rast
Zeitoasen
Literarische Verlangsamung im Realismus bei Stifter, Raabe und Fontane
Reihe Litterae, Band 232, 400 S., geb., 60,– €
ISBN 978-3-7930-9910-9 

Balladenechos – die skandinavische Volksweise im kulturellen Gedächtins

Featured

Elfentanz, Wassermann, Werwolf: Motive, Figuren und Narrative der seit dem Mittelalter tradierten Volksballaden haben bis heute einen hohen Bekanntheitsgrad in den nordischen Ländern. Die acht Beiträge in dem Band Balladenechos untersuchen ihre Präsenz und ihre Funktion im kulturellen Gedächtnis Skandinaviens. Besonders betont werden die mediale Vielfalt und die fortdauernde kreative Aktualisierung der Adaptionen.

Weiterlesen…

NORD24_U1_HeitMart_400

Annegret Heitmann / Philipp Martin (Hg.)
Balladenechos
Die skandinavische folkevise im kulturellen Gedächtnis
Nordica, Band 24
180 S., 3 s/w. Abb., Pb.,36,– €
ISBN 978-3-7930-9907-9

Von den Dingen in der Literatur

Featured

Dinge in Texten haben an der Konstruktion imaginärer Welten teil. Sie kommen in der Heldenepik ebenso wie in Aphorismen, im Mittelalter wie in der Moderne vor. Sie treiben Handlungen voran und stören oder zerstören Ordnungen. Im Gegensatz zur Ethnologie oder Museologie hat es die Literaturwissenschaft stets mit Zeichen zu tun – es stellt sich also die Frage, wie das Verhältnis von res und verba analysiert und beschrieben werden kann.
Der Band versammelt Beiträge, die sich, von der antiken Rhetorik über mittelalterliche Literatur bis hin zum 20. Jahrhundert, mit Dingen in und neben Texten beschäftigen. Darin findet sich so Unterschiedliches wie Steine, Treppen, Schwerter, ein Schweißtuch oder eine aus dem Rhein gefischte Skulptur.

Leseprobe.

LIT231_WernliKling_U1_400

Martina Wernli/Alexander Kling (Hg.)
Das Verhältnis von res und verba
Zu den Narrativen der Dinge

Reihe Litterae Band 231
360 S., 8 Abb., geb., € 64,00 (D)
ISBN 978-3-7930-9904-8

Herausgeber:
Martina Wernli hat Germanistik, Philosophie und Englische Literaturwissenschaft studiert und wurde mit einer Arbeit über das Schreiben in einer psychiatrischen Klinik um 1900 promoviert. Sie forscht zurzeit an der Universität Neuchâtel.
Alexander Kling hat Neuere deutsche Literatur, Germanistische Linguistik und Allgemeine Pädagogik studiert und ist Mitarbeiter an der Universität Bonn. Seine kultur- und literaturgeschichtlich ausgerichtete Dissertation gilt der Wolfsausrottung im 17. und 18. Jahrhundert.

Medialitätsverhandlungen bei Droste-Hülshoff

Featured

Vanessa Höving untersucht in ihrer Studie Projektion und Übertragung Sinneswahrnehmungssujets bei Annette von Droste-Hülshoff. Im Fokus steht dabei das poetologische und medienreflexive Potenzial ihrer Texte. Wahrnehmungs- und Sinnesverhandlungen gehen bei Droste mit medialen, psychischen und poetologischen Konfigurationen einher. Diese erforscht Höving anhand der Versepen Die Schlacht im Loener Bruch. 1623 und Des Arztes Vermächtniß, den Gedichten Durchwachte Nacht und Die Taxuswand sowie dem Romanfragment Ledwina.

Hier geht`s zur Leseprobe.

LIT230Hoeving_U1_400

Vanessa Höving
Projektion und Übertragung
Medialitätsverhandlungen bei Droste-Hülshoff
Littera, Band 230
268 S., 7 Abb., geb., 64,– €
ISBN 978-3-7930-9903-1

DAS BUCH ERSCHEINT IM APRIL 2018.

Konzert der Sinne: Analyse der Wahrnehmung von Musikaufführungen

Featured

»Wir hören nicht nur in Konzerten, sondern sehen, tasten, riechen und spüren«. Rainer Simon analysiert in seiner Studie Konzert der Sinne aisthetische und performative Implikationen von Musik. Damit schließt er eine Lücke, denn die Musikforschung befasst sich meist mit der Werkgestalt. Musik ist jedoch nicht allein ein Notations-, sondern auch ein Klangphänomen, sie wird nicht nur geschrieben, sondern auch aufgeführt, und nicht bloß gelesen, sondern gehört und erfahren.
Jenseits des Notentextes zu forschen, erfordert einen transdisziplinären Ansatz. Neben Musical Performance Studies, Interpretationsforschung nimmt Simon die Bereiche Phänomenologie, Theaterwissenschaft, Musikethnologie und Musikpsychologie in den Blick. Der Autor veranschaulicht schließlich seine Erkenntnisse an konkreten Aufführungserlebnissen.

Hier geht`s zur Leseprobe.

SCE_Simon_USDruck.indd

Reihe Scenae Band 19, 424 S., Pb., 49,00 €
ISBN 978-3-7930-9873-7

Auch als E-Book!

Realismus in Fontanes Gesellschaftsromanen

Featured

Der Band Herausforderungen des Realismus erforscht die Produktivität der jüngeren Forschung für neue Lektüren von Theodor Fontane. Dazu laden Fontanes geschichtsträchtige Gesellschaftsromane besonders ein: mit ihren vielfältigen Wahrnehmungs- und Beobachtungsparadigmen, ihrer Dramaturgie der Dinge und ihrem Zusammenspiel von Medialität und Materialität. Thematisiert werden sämtliche Gesellschaftsromane von Vor dem Sturm (1878) bis zum Stechlin (1899).

Hier geht`s zur Leseprobe und weiteren Details.

Beiträger u.a.: Christian Begemann, Eric Downing, Sean Franzel, Samuel Frederick, Eva Geulen, Claudia Liebrand, Gerhard Neumann, Anette Schwarz, Elisabeth Strowick und Stefan Willer.

Herausgeber: Peter Uwe Hohendahl ist Professor Emeritus an der Cornell University (Ithaca, NY). Ulrike Vedder ist Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin.

LIT229_U1_400

332 S., 5 s/w Abb., geb., 56,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9895-9

Kirche und Kultur – Carl Muth und seine Zeitschrift Hochland

Featured

Carl Muth (1867–1944) gilt als einer der großen Modernisierer innerhalb des deutschsprachigen Kulturkatholizismus des vergangenen Jahrhunderts. Mit seiner Zeitschrift Hochland führte er »die Katholiken aus dem kulturellen Ghetto heraus, in dem sie noch nach dem Ende der Kulturkampfzeit verharrte hatten, und befähigte sie ebenso zu einer neugierigeren Wahrnehmung der modernen Welt, wie er umgekehrt der Stimme der Katholiken größeres Gewicht in den kulturellen Debatten dieser Moderne verlieh«, so Thomas Pittrof im Vorwort des von ihm herausgegebenen und soeben erschienenen Bandes Carl Muth und das Hochland (1903–1941). Aber war Muth tatsächlich ein solcher ›Modernisierer‹? Wie war sein Verhältnis zur ›Moderne‹ wirklich? Welche ›Moderne‹ repräsentierte das Hochland? Der Band gibt, gestützt auf unbekannte Dokumente und neue Forschungen, überraschende Antworten auf diese Fragen.

Zur Leseprobe.

CATH4_Pitroff_U1_400

Thomas Pittrof (Hg.)
Carl Muth und das Hochland (1903–1941)
Catholica Band 4.1
610 S., zahlr. s/w. Abb., geb., 68,– €
ISBN 978-3-7930-9898-0