Rezension zu Niklas Bender: Die lachende Kunst. Der Beitrag des Komischen zur klassischen Moderne, in: Germanisch-Romanische Monatsschrift 68.3 (2018)

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Moderne Kunst kann Lachen auslösen. Ein Phänomen, das die wissenschaftliche Analyse meist verschweigt. Nicht so Niklas Bender: Mit seiner Studie Die lachende Kunst stellt er die Komik in den Fokus seiner Forschung. Er macht deutlich, welche komischen Mittel in der klassischen Moderne (ca. 1900‒1960) wie zum Einsatz kommen.

Es sei der Verdienst des Autors, den Beitrag des Komischen zur Klassischen Moderne in den Fokus der Forschung zu rücken. Bender gibt einen »gelungenen Überblick über klassische und aktuelle Deutungen des Komischen«, so Rezensent Fabian Hauner. Es biete sich in Benders Analyse »Anreiz genug, nochmals Werke der klassischen Moderne in die Hand zu nehmen und den Blick ex nagativo hin zu einer positiven, lachende Kunst der Moderne zu wenden.«

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Neubewertung der Lyrik des Realismus

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Die Realismus Forschung vernachlässigt die Lyrik. Die Gattung steht unter Subjektivitätsverdacht und spiele im Verhältnis zur faktischen Prosa eine untergeordnete Rolle. Zu Unrecht, wie der Band Lyrik des Realismus belegt. Die Beiträge loten das reflexive und poetologische Potential der Lyrik für die Epoche detailreich aus. Dabei kommen die Publikationssituation der Lyrik und die Poetologien realistischer Lyrik in den Blick: die selbstreflexiven Strukturen der Gedichte, ihre Traditionsbezüge sowie das Interesse an den Dingen und den Zeichen der Wirklichkeit. Diskurse des Realen werden fokussiert: die Rolle der Wahrnehmung, der Medialität und der Technik. Der Band untersucht zudem die realistische Lyrik in ihrem widersprüchlichen Verhältnis zur Leitgattung Prosa.

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Christian Begemann / Simon Bunke (Hg.)
Lyrik des Realismus
Litterae, Band 238
380 S., 22 Abb., geb., 59,– €
ISBN 978-3-7930-9922-2

Beziehungen zwischen Tieren, Umwelten und Texten

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Texts, Animals, Environments: Zoopoetics and Ecopoetics versammelt literatur- und kulturwissenschaftliche Beiträge, die den Beziehungen zwischen Tieren, Umwelten und Texten nachspüren und auf diese Weise die zahlreichen Verbindungslinien zwischen den Forschungsfeldern des Ecocriticism und der Animal Studies in den Fokus rücken. Während der Ecocriticism für gewöhnlich einen relationalen Ansatz verfolgt und dabei umweltbezogene oder allgemeiner ökologische Phänomene in den Blick nimmt, erforschen die Animal Studies vermehrt einzelne Spezies oder auf Tierindividuen bezogene Aspekte. In diesem Sinne konzentrieren sich der Ecocriticism auf eine ökopoetische und die Animal Studies auf eine zoopoetische Ästhetik. Indem der Sammelband Zoopoetics und Ecopoetics als Schlüsselkonzepte beider Forschungsfelder in Verbindung bringt, erschließt er neue Wege, um Texte, Tiere und Umwelten lesbar zu machen. Im Rahmen dieser Lektüren erscheinen Texte, Tiere und Umwelten dann nicht als voneinander getrennte, sondern als wechselseitig aufeinander bezogene Entitäten, die in einem komplexen Interaktionsverhältnis stehen.

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Frederike Middelhoff / Sebastian Schönbeck / Roland Borgards / Catrin Gersdorf (Hg.)
Texts, Animals, Environments
Zoopoetics and Ecopoetics
Cultural Animal Studies, Band 3
360 S., 3 Abb., Pb., 68,- €
ISBN 978-3-7930-9928-4
Der Band ist in englischer Sprache.

Ahmad Milad Karimi mit dem Voltaire-Preis 2019 ausgezeichnet

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Die Universität Potsdam verleiht den mit 5 000 Euro dotierten »Voltaire-Preis für Toleranz, Völkerverständigung und Respekt vor Differenz« an Ahmad Milad Karimi. Die Jury würdigt damit seine »außerordentliche fachliche Breite und seine Vermittlung zwischen den Kulturen«. Die Preisverleihung war am 16. Januar in Potsdam.
Karimi ist Philosoph, Islamwissenschaftler, Übersetzer und Autor zahlreicher Bücher. Im Rombach Verlag sind Identität – Differenz – Widerspruch. Hegel und Heidegger und Hingabe. Grundfragen der systematisch-islamischen Theologie erschienen.

Karimi wurde 1979 in Kabul geboren. Als Kind floh er mit seiner Familie aus Afghanistan, zunächst nach Russland, dann nach Deutschland. Er studierte Philosophie und Islamwissenschaft an den Universitäten Freiburg und Neu Delhi. Seit dem Wintersemester 2012/2013 hat er eine Professur für Kalãm, islamische Philosophie und Mystik, an der Universität Münster inne.

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Pittsburgh Symphony Orchestra: seine Geschichte – sein Klang

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Das Pittsburgh Symphony Orchestra (PSO) stand lange im Schatten der »Big Five«. Zu Unrecht, wie Musikjournalist Alain Steffen in seinem neuen Buch Let`s talk about … erläutert. Steffen erzählt die Geschichte des Orchesters seit den Anfängen im Jahre 1894 bis heute und unterhält sich u.a. mit den ehemaligen Chefdirigenten Sir André Previn und Mariss Jansons. Seit 2008 leitet Manfred Honeck das Orchester. Unter ihm erlangt es internationalen Ruhm. Er führt die Musiker auf die weltweiten Bühnen und zu den bedeutenden Festivals.
Interviews mit Musikern, Dirigenten, Komponisten und Solisten geben Einblicke in die Arbeitsweise des Orchesters und veranschaulichen seine einzigartige Klangsprache. Zu Wort kommen u.a. Hélène Grimaud, Thomas Hampson und Anne-Sophie Mutter. Ein Tourneetagebuch nimmt den Leser mit in den Konzertsaal und hinter die Kulissen.

Alain Steffen, geb. 1961, arbeitet u.a. als freier Redakteur für verschiedene luxemburgische Zeitungen und Rundfunkanstalten.

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Alain Steffen (Hg.)
LET’S TALK ABOUT…
PITTSBURGH SYMPHONY ORCHESTRA & MANFRED HONECK
256 S., zahlr. Farbabb., Pb. mit SU, 23 x 23 cm, € 38,00 (D)
ISBN 978-3-7930-5168-8

Nachlassverwalter Hofmannsthals mit Doppelleben

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Das aktuelle Hofmannsthal-Jahrbuch 2018 nimmt Heinrich Zimmer (1890–1943), Schwiegersohn von Hugo von Hofmannsthal in den Blick. Der Indologe führte ein von seiner Frau toleriertes Doppelleben, das Katharina Geiser eindrücklich mit zahlreichen Briefauszügen schildert. Elsbeth Dangel-Pelloquin erörtert seine editorische Leistung als Nachlassverwalter. Die von Zimmer herausgegebenen Bände hätten es ermöglicht, „Hofmannsthals facettenreiches Schreiben aus dem Korsett des kanonischen Frühwerks zu befreien und seine Vielfalt bekannt zu machen“.
Weitere Aufsätze des Jahrbuchs thematisieren u.a. die Dimension des Existenzialismus bei Hofmannsthal, sein ambivalentes Verhältnis zum ›Berliner‹ Theater der zwanziger Jahre und sein Scheitern an Goldoni in der Komödie Cristians Heimreise.

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Maximilian Bergengruen/Alexander Honold/Gerhard Neumann (†)/
Ursula Renner/Günter Schnitzler/Gotthart Wunberg (Hg.)
Hofmannsthal
Jahrbuch zur Europäischen Moderne
Band 26/2018
364 S., engl. Broschur, 65,50 €, Subskriptionspreis zur Fortsetzung 50,– €
ISBN 978-3-7930-9925-3

Kindheit und Literatur

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Kindheit und Literatur untersucht die ästhetische, epistemologische und diskursive Funktion von Kindheit. Es geht darum, “die Perspektive einer ‘Poetologie des Wissens’ mit der Frage nach der spezifischen Eigenlogik der literarischen Kindheitsreflexion ins Verhältnis zu setzen”, so Herausgeber Davide Giuriato.
Der erste Teil umfasst Aufsätze zu den Kindheitstheoretikern Nietzsche, Freud, Benjamin und Adorno. Die weiteren Beiträge widmen sich der Kindheit als einer poetologischen Reflexionsfigur von der Frühen Neuzeit, über Klassik und Romantik, Moderne bis hin zur Gegenwart. Themen sind u.a.: der Verlust des Sohnes in Giovanni Morellis Aufzeichnungen, autobiografische Kindheitsentwürfe bei Fontane und Dürrenmatt, Heranwachsen als Problem der Kinderliteratur, das böse Kind bei Hustvedt und Shiver.

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Davide Giuriato / Philipp Hubmann / Mareike Schildmann (Hg.)
Kindheit und Literatur
Konzepte – Poetik – Wissen

Litterae, Band 235
340 S., 8 Abb., geb., 58,– €
ISBN 978-3-7930-9928-5

Rezension zu Vedder/Hohendahl (Hg.): Herausforderungen des Realismus, in: Zeitschrift für Germanistik (1/2019)

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Der Band Herausforderungen des Realismus erforscht die Produktivität der jüngeren Forschung für neue Lektüren von Theodor Fontane. Dazu laden Fontanes geschichtsträchtige Gesellschaftsromane besonders ein: mit ihren vielfältigen Wahrnehmungs- und Beobachtungsparadigmen, ihrer Dramaturgie der Dinge und ihrem Zusammenspiel von Medialität und Materialität. Thematisiert werden sämtliche Gesellschaftsromane von Vor dem Sturm (1878) bis zum Stechlin (1899).

Die Studie fokussiert auf die Konstituierung des Sozialen im Text. Damit setze sie in den Augen der Herausgebern einen Forschungstrend fort. Nils C. Ritter kommt in seiner ausführlichen Rezension zum Ergebnis, dass sich der Band als großer Gewinn für die aktuelle Fontane-Forschung präsentiere. “Den Herausgebern des Sammlebandes sei es gelungen, anhand der vielschichten Aufsätze für eine dezidierte Neulektüre der Gesellschaftsromane Fontanes zu sensibilisieren, in deren Zetnrum die Verschränkung von öffentlich-politischer sowie privater Krise als Ausdruck eines an Fiktionen reichen Übergangans in die Moderne steht.”

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Niklas Bender mit dem Hugo-Friedrich- und Erich Köhler-Preis ausgezeichnet

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Niklas Bender erhält für seine Forschungsarbeit Die lachende Kunst. Der Beitrag des Komischen zur klassischen Moderne den mit 5000 Euro dotierten Hugo-Friedrich- und Erich Köhler-Preis der Universität Freiburg. Bender hat an der FU Berlin und an der Université Paris 8 studiert und promoviert. Von 2005 bis 2014 hat er an der Universität Tübingen gearbeitet und sich 2013 dort in Romanischer Philologie, Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft habilitiert. Seit 2014 vertritt er Lehrstühle, aktuell in Trier.

Moderne Kunst kann Lachen auslösen. Ein Phänomen, das die wissenschaftliche Analyse meist verschweigt. Nicht so Niklas Bender: Er stellt die Komik in den Fokus seiner Forschung und macht deutlich, welche komischen Mittel in der klassischen Moderne (ca. 1900‒1960) wie zum Einsatz kommen. Von Jarry bis Pasolini, von Joyce bis Max Ernst – untersucht werden Werke aller Gattungen und mehrerer Sprachen sowie Beispiele aus Malerei und Film. Durch das Komische setzt sich die literarische Moderne von der Tradition ab. Staat, Religion und Kultur als Horte der Autorität sind dabei laut Bender bevorzugte Ziele des Komischen.

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