Ästhetik fetischistischer Anschauung in Literatur und Psychoanalyse

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Matthias Bock entfaltet in seiner Studie das Modell der »Figuration des Augenblicks« als eine innovative Theorie des Fetischismus. Der Autor untersucht die Darstellung fetischistischer Körperanschauung in Texten der Literatur und Psychoanalyse. Im Zentrum seiner Interpretation stehen kanonische Prosatexte des 19. und 20. Jahrhunderts: E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann, Robert Musils Törleß-Roman, Elfriede Jelineks Die Klavierspielerin, Texte von Sigmund Freud und Jacques Lacan.

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Matthias Bock
Figurationen des Augenblicks
Zur Ästhetik fetischistischer Anschauung in Literatur und Psychoanalyse
Litterae, Band 234
314 S., 8 Abb., geb., 58,– € (D)
ISBN 978-3-7930-9916-1

MATTHIAS BOCK, geb. 1985, Studium der Germanistik, Politischen Wissenschaft und Psychologie in Hannover, Promotion 2017. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Seminar der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.

Rezension zu Frank Oliver Jäger: Literarische Selbstinszenierung zwischen Transgression und Paradoxie, in: Romanische Forschungen 130, 08/2018

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Frank Oliver Jäger untersucht in seiner Studie Literarische Selbstinszenierung zwischen Transgression und Paradoxie am Beispiel dreier französischer Schlüsselautoren des 20. Jahrhunderts das Verhältnis zwischen autobiographischer und fiktionaler Erzählliteratur. Die Rezensentin Nicola Nier lobt Jägers Analysen: Sie seien »jede für sich sowie in Relation zueinander komplex und anspruchsvoll« und blieben »trotzdem nachvollziehbar«. »Erhellend in Bezug auf die Gesamtbetrachtung des Werks« nennt sie den Versuch Jägers »eine Verbindung zwischen den traditionellen Texten und der zeitgenössischen Forschung offenzulegen«. So würden »neue autobiographische Phänomene eine historische Kontextualisierung erfahren«.

9783793097761

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Dekadente Literatur vor und nach Nietzsche

Diemo Landgraf untersucht in seiner neuen Studie das Spannungsverhältnis zwischen Ethik und Ästhetik in der dekadenten Literatur.
Die Entwicklung einer modernen Ästhetik bei Gautier, Baudelaire, Flaubert und Huysmans geht mit einer Kritik der als dekadent empfundenen Gesellschaft einher. Friedrich Nietzsche wird durch jene französischen décadents beeinflusst. Tendenzen wie der Nihilismus, der Vitalismus, die Abkehr von der traditionellen Moral oder die Krise der Spiritualität liegen zentralen Thesen und Motiven seiner späten Philosophie zugrunde.
Die um 1900 einsetzende europaweite Nietzsche-Rezeption verbreitet wiederum den Dekadenzgedanken über Frankreich hinaus. Infolge reflektieren die ästhetische Avantgarde vorbereitende Autoren wie Baroja, D’Annunzio, Éca de Queirós, Gide, Martínes Ruiz, Valle-Inclán und Thomas Mann Nietzsches Philosophie.

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Diemo Landgraf ist Professor für German und Hispanic Studies an der Acadia University in Wolfville (Kanada).

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Diemo Landgraf
Ethik und Ästhetik in der dekadenten Literatur vor und nach Nietzsche
Reihe Litterae Band 233
394 S., geb. 15,4 x 22,8 cm, 68,– €
ISBN 978-3-7930-9911-6

Gerhard Neumann und Paul Celan –
vom Scheitern der Zeitzeugenschaft

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»Eine Begegnung, die im Desaster endete«, lässt den Literaturwissenschaftler Gerhard Neumann zeitlebens nicht los. In seiner am 22. August 2018 posthum erscheinenden Autobiografie Selbstversuch erzählt er erstmals über die »Begegnung mit Paul Celan und das Verstehenwollen« des Dichters.
Neumann lernt Celan in 1967 in Paris kennen und trifft ihn später einige Male in Freiburg. 1970 kommt es zum Zerwürfnis: Celan fühlt sich durchs Neumanns Aufsatz über die absolute Metapher völlig missverstanden. Drei Jahre zuvor war es Neumann, der Paul Celan und Martin Heidegger zu dessen berühmter Berghütte nach Todtnauberg fuhr. Das Gedicht Todtnauberg greift die denkwürdige Begegnung mit Heidegger auf. Neumann kommt darin die Rolle des Zeitzeugen zu: »der uns fährt, der Mensch, der’s mit anhört«. Diese Rolle habe Neumann verfehlt. Warum? Antworten sucht er im Erzählen seines Lebens. Ein Leben, das durch Literatur und Sprache bestimmt ist.

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Gerhard Neumann (c) Michael Bramberger

Gerhard Neumann
(c) Michael Bramberger

GERHARD NEUMANN (1934–2017), Studium der Germanistik und Romanistik. Professuren an den Universitäten Bonn, Erlangen, Freiburg i.Br., München, seit 2002 emeritiert, seit 2005 Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. zu Lichtenberg, Goethe, Kleist, Fontane und Kafka, zur Poetik, Methodik, Kultur- und Editionswissenschaft. Mitherausgeber der historisch-kritischen Kafka-Ausgabe und des Hofmannsthal-Jahrbuchs zur europäischen Moderne. 

 

 

 

US_Neumann_U1_400Gerhard Neumann
Selbstversuch
386 S., zahlr. Abb., Pb., 58,– €
ISBN 978-3-7930-9901-7

Das Buch erscheint am 22.08.2018.

Rückzugsorte bei Stifter, Raabe und Fontane

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Germanist Carsten Rast legt mit seiner Studie Zeitoasen einen neuen Forschungsband vor. Technische und gesellschaftliche Entwicklungen sorgen im 19. Jahrhundert für Beschleunigung und Wandel. Stabilität wird zunehmend durch kurzfristige Stabilisierungen ersetzt. Hierauf reagieren Texte von Adalbert Stifter, Wilhelm Raabe und Theodor Fontane mit »Zeitoasen«. Die Begriffsneubildung hebt die Eigentümlichkeit ihrer Rückzugsorte zwischen Statisch-Festgelegtem und Dynamisch-Bewegtem hervor. Literarische Verlangsamungstechniken wie das »Zoomen«, ausgedehnte Beschreibungen oder zyklische Wiederholungen sollen diesen zusätzlich Stabilität verleihen. Zeitoasen stehen so einerseits für eine konservative Fortschrittskritik. Andererseits verdeutlichen sie Probleme der anbrechenden Moderne zwischen Regulation und Störung, Ruhe und Unruhe.

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Carsten Rast
Zeitoasen
Literarische Verlangsamung im Realismus bei Stifter, Raabe und Fontane
Reihe Litterae, Band 232, 400 S., geb., 60,– €
ISBN 978-3-7930-9910-9 

Balladenechos – die skandinavische Volksweise im kulturellen Gedächtins

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Elfentanz, Wassermann, Werwolf: Motive, Figuren und Narrative der seit dem Mittelalter tradierten Volksballaden haben bis heute einen hohen Bekanntheitsgrad in den nordischen Ländern. Die acht Beiträge in dem Band Balladenechos untersuchen ihre Präsenz und ihre Funktion im kulturellen Gedächtnis Skandinaviens. Besonders betont werden die mediale Vielfalt und die fortdauernde kreative Aktualisierung der Adaptionen.

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Annegret Heitmann / Philipp Martin (Hg.)
Balladenechos
Die skandinavische folkevise im kulturellen Gedächtnis
Nordica, Band 24
180 S., 3 s/w. Abb., Pb.,36,– €
ISBN 978-3-7930-9907-9

Rezension zu Vedder/Hohendahl: Herausforderungen des Realismus, in: literaturkritik, 29.05.2018

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Der von Ulrike Vedder und Peter Uwe Hohendahl herausgegebene Band Herausforderungen des Realismus erforscht die Produktivität der jüngeren Forschung für neue Lektüren von Theodor Fontane. Dazu laden Fontanes geschichtsträchtige Gesellschaftsromane besonders ein: mit ihren vielfältigen Wahrnehmungs- und Beobachtungsparadigmen, ihrer Dramaturgie der Dinge und ihrem Zusammenspiel von Medialität und Materialität. Thematisiert werden sämtliche Gesellschaftsromane von Vor dem Sturm (1878) bis zum Stechlin (1899).

Rezensentin Natalie Moser nennt den Band verdienstvoll, denn er biete »sowohl neue Interpretationsansätze hinsichtlich der Primärtexte als auch der Ausprägung von Fontanes Realismus«. Er könne im Hinblick auf Fontanes Gesellschaftsprosa »eine Art von Vorarbeit für das 2019 erscheinende neue Fontane-Handbuch darstellen«.  2019 ist der 200. Geburtstag von Theodor Fontane.

Die vollständige Rezension gibt es hier auf www.literaturkritik.de

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Von den Dingen in der Literatur

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Dinge in Texten haben an der Konstruktion imaginärer Welten teil. Sie kommen in der Heldenepik ebenso wie in Aphorismen, im Mittelalter wie in der Moderne vor. Sie treiben Handlungen voran und stören oder zerstören Ordnungen. Im Gegensatz zur Ethnologie oder Museologie hat es die Literaturwissenschaft stets mit Zeichen zu tun – es stellt sich also die Frage, wie das Verhältnis von res und verba analysiert und beschrieben werden kann.
Der Band versammelt Beiträge, die sich, von der antiken Rhetorik über mittelalterliche Literatur bis hin zum 20. Jahrhundert, mit Dingen in und neben Texten beschäftigen. Darin findet sich so Unterschiedliches wie Steine, Treppen, Schwerter, ein Schweißtuch oder eine aus dem Rhein gefischte Skulptur.

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Martina Wernli/Alexander Kling (Hg.)
Das Verhältnis von res und verba
Zu den Narrativen der Dinge

Reihe Litterae Band 231
360 S., 8 Abb., geb., € 64,00 (D)
ISBN 978-3-7930-9904-8

Herausgeber:
Martina Wernli hat Germanistik, Philosophie und Englische Literaturwissenschaft studiert und wurde mit einer Arbeit über das Schreiben in einer psychiatrischen Klinik um 1900 promoviert. Sie forscht zurzeit an der Universität Neuchâtel.
Alexander Kling hat Neuere deutsche Literatur, Germanistische Linguistik und Allgemeine Pädagogik studiert und ist Mitarbeiter an der Universität Bonn. Seine kultur- und literaturgeschichtlich ausgerichtete Dissertation gilt der Wolfsausrottung im 17. und 18. Jahrhundert.

Rezension zu Angela Gencarelli: Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen. Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa, in: Wirkendes Wort, 03/2017 (November)

Rezensentin Gabriela Scherer empfiehlt jenen Lesern die Lektüre von Angela Gencarellis Monographie Literarische Realitätsprüfung, denen „Überraschungen im Wissenschaftsbetrieb Lust auf Lesen machen“. Dürrenmatts Kenntnis von Physik ist bekannt und viel erforscht. Irmtraud Morgners Wissensstand in dieser Sparte rücke hingegen erst Gencarelli mit ihrer Studie ins wissenschaftliche Licht. Sie zeige, welche „deutlichen Spuren“ die anhaltende Auseinandersetzung Morgners mit der Physik im ihrem Prosawerk hinterließ.

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