Wissenschafltiche Neuerscheinungen im Herbst 2019

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»Zur Ästhetik von Heinrich Heines Buch der Lieder und Robert Schumanns Heine Vertonungen«, »Walter Benjamins materialistische Wahrnehmungslehre«, »Tote Körper in Literatur und Forensik« und viele weitere Themen bestimmen unser Wissenschaftsprogramm im Herbst 2019.

Alle Novitäten im Überblick gibt`s HIER.

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»Unter Wölfen« auf der Shortlist für den Opus Primum 2019

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Der Förderpreis der Volkswagen Stiftung wird jährlich für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation verliehen. Unter den zehn Studien auf der Shortlist für den Opus Primum ist der Rombach-Autor Alexander Kling mit seinem Band Unter Wölfen.
Der mit 10.000 Euro dotiertierte Preis wird am 20. November 2019  zusammen mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis in Hannover verliehen.

Dieser Link führt zu weiteren Informationen der Volkswagen Stiftung.
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Anhand von Augenzeugenberichten und Jagdtraktaten sowie Texten der politischen Theorie, der Zoologie und der Literatur zeichnet Kling die Ausrottung der Wölfe im 17. und 18. Jahrhundert nach. Der Autor belegt, dass mit deren Abtötung auch die politische und zivilisatorische Ordnung zur Disposition steht.
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Franco-belgische Russen und deutsche Amerikaner?
Klassische Violinschulen im Vergleich

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Katrin Pfitscher nimmt in ihrer Studie die großen, klassischen Violinschulen im 17. bis 19. Jahrhundert wie die sogenannte ›russische‹, ›amerikanische‹, ›deutsche‹ und ›franco-belgische Schule‹ unter die Lupe. Sie beschreibt deren Entstehungsgeschichte, beleuchtet die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Violinschulen und prüft ihre Aktualität bezüglich der Ausbildung. Darüber hinaus stellt sie kleine lokale Violinschulen vor. Pfitschers Arbeit ist ein Novum in der Musikwissenschaft, die sich bis dato kaum mit der Rezeption von Violinschulen befasste.

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Katrin Pfitscher
Franco-belgische Russen und deutsche Amerikaner?
Klassische Violinschulen im Vergleich
klang-reden, Band 20
470 S., zahlr. Abb., Pb., 58,– € (D)
ISBN 978-3-7930-9923-9

 

 

Music non-stop
Paul Hindemiths Geschichtskonzeptionen

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Martin Andris wirft mit seiner Studie Music-non-stop neue Schlaglichter auf Paul Hindemith. Der Komponist war vor dem Ende der Weimarer Republik für seine kompositorische Vielfalt und rastlose Produktivität berühmt. Man attestierte ihm Stilpluralismus und Ziellosigkeit. Ausgehend von seinem Hauptwerk Das Unaufhörliche kontextualisiert die Untersuchung Hindemiths Karriereverlauf kulturhistorisch. Das Oratorium verfasste Hindemith zusammen mit Gottfried Benn. Die Uraufführung fand 1931 in Berlin statt. Für Komponist und Dichter galt das ›Prinzip der Umgestaltung‹ als Grundlage geschichtlicher Erscheinungen.
Unter Rückgriff auf einen breiten publizistischen Quellenkorpus analysiert Andris die Debatten über die Legitimität der ›Metamorphose‹ als normative Kämpfe um ästhetische Ziele. Die Signifikanz des Unaufhörlichen in der Krisensituation der späten 1920er Jahre veranschaulicht er, indem er den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Implikationen von Geschichtskonzeptionen nachspürt. Weiterhin erörtert er die Frage, ob Musik Zeit und Geschichte erfahrbar machen kann.

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Martin Andris
Music non-stop
Paul Hindemiths Geschichtskonzeptionen vor dem Ende der Weimarer Republik
Litterae, Band 236, 220 S., geb., 46,– €
ISBN 978-3-7930-9920-8

Rezension zu Vedder/Hohendahl (Hg.): Herausforderungen des Realismus, in: Mitteilungen der Theodor Fontane Gesellschaft, Juni 2019

„Der Band enthält 14 scharfsinnige und gut formulierte Studien“, so das Fazit von Martin Lowsky. Auf einige Erkenntnisse geht er näher ein: Etwa, dass Fontanes Theaterszenen Wirklichkeit seien und sein Realismus einzelne Personen in den Fokus rücke, um sie dann in ein unbekanntes großes Ganzes einzuordnen.

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Rezension zu Elias Zimmermann: Lesbare Häuser? Thomas Bernhard, Hermann Burger und das Problem der Architektursprache in der Postmoderne, in: Journal of Austrian Studies Association, 52:1–2, Spring 2019

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Die Wechselwirkung zwischen neuerer Literatur und postmoderner Architektur wurden bis dato nur wenig erforscht. Elias Zimmermanns Studie Lesbare Häuser? untersucht diese Konstellation anhand von zwei Romanen aus den 1970er Jahren: Thomas Bernhards Korrektur und Hermann Burgers Schilten.
Laura McLary resümiert: Die Studie biete eine tiefe und dichte Analyse von zwei wichtigen postmodernen Romanen. Die Fokussierung auf Möglichkeiten und Grenzen der Architektur als Metapher lassen die Romane in einem kulturhistorischen Kontext verstehen, sowohl im Hinblick auf sprachphilosophische Fragestellungen als auch auf zeitgenössische Architekturdiskurse. Die Rezensentin betont zudem die klare Struktur der Arbeit: »Though at times it can be difficult to maintain an overview of the various intricacies of Zimmermann’s lines of argument, the clear structure of the study, divided evenly between analysis of Korrektur and Schilten, provides helpful points of orientation, as do the clearly organized an d clearly organized introduction and conclusion.«

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Rezension zu Diemo Landgraf: Ethik und Ästhetik in der dekadenten Literatur vor und nach Nietzsche,
in: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen, 01.2019

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Diemo Landgraf untersucht in seiner Studie das Spannungsverhältnis zwischen Ethik und Ästhetik in der dekadenten Literatur. Die Entwicklung einer modernen Ästhetik bei Gautier, Baudelaire, Flaubert und Huysman geht mit einer Kritik der als dekadent empfundenen Gesellschaft einher. Friedrich Nietzsche wird durch jene französischen décadents beeinflusst. Die um 1900 einsetzende europaweite Nietzsche-Rezeption verbreitet wiederum den Dekadenzgedanken über Frankreich hinaus.

Rezensent Jobst Welge spricht dem Band »eine beeindruckende komparatistische Breite und Kompetenz« zu. Überzeugend ist für ihn die »chronologisch-räumliche Anordnung, die sich um die Achse Nietzsche orientiert«. Zudem sei die Studie elegant geschrieben und liefere prägende Charakterisierungen der Autorenpersönlichkeiten wie auch kulturhistorische Kontexte.

HIER gibt´s die Rezension zum Download.

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Freiburg wird urbaner
Neue Architektur in der Schwarzwaldmetropole

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Freiburg wächst: Einwohnerzahlen steigen, Touristen strömen, Gebäude schießen aus dem Boden. Die meisten verbinden mit der Universitätsstadt vorwiegend ihren mittelalterlichen Kern. Aber die 900 Jahre alte Stadt hat viel mehr zu bieten. Das neue Buch Freiburg urban von Gisela Graf und Carola Schark zeigt das moderne Gesicht Freiburgs – jenseits von Bächle, Gässle und Münster. Mit 60 herausragenden Bauwerken verdeutlichen die Autorinnen die Vielfalt der Architektur. Die Bandbreite reicht von der Umgestaltung des Augustinermuseums von Christoph Mäckler über Neubauten wie die Universitätsbibliothek von Heinrich Degelo oder das Rathaus im Stühlinger von Ingenhoven Architects bis hin zum Entwurf des neuen Stadtteils Dietenbach von K9 Architekten. Es geht aber auch um sozialen und innovativen Wohnungsbau: In Freiburg entstand das Mietshäuser Syndikat, hier gab es die ersten Baugruppen und Wohnbaugenossenschaften – und nicht zuletzt entwickelte sich in Freiburg eine ökologische Bauweise.

Die Kapitel sind nach Stadtteilen geordnet und jeweils mit einer Karte versehen. Das Buch lädt damit zu Streifzügen durch das urbane Freiburg ein und richtet sich an ein breites Publikum.

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Freiburg urban

Gisela Graf | Carola Schark
Freiburg urban
Neue Architektur in der Schwarzwaldmetropole
224 S., Klappenbroschur, zahlr. Farbfotos, 19,90 €
ISBN 978-3-7930-5173-2

 

Rezension zu Gerhard Neumann: Selbstversuch, in: DIE ZEIT, 11.04.2019

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Literaturwissenschaftler Gerhard Neumann verstarb im Dezember 2017. Sein autobiografisches Buch Selbstversuch erschien posthum. Die Erinnerungen, privaten Briefe und komplexen Gedanken haben für Rezensent Hans-Peter Kunisch etwas vom »Konzept der Bricolage, des modernen Eingeständnisses vom Leben als Bastelei« und erinnern ihn an Derridas Konzept der »Dekonstruktion«. Neumann kreist immer wieder um Paul Celan. Den Dichter lernt er 1967 in Paris kennen. Drei Jahre später kommt es zum Zerwürfnis. Grund war Neumanns Aufsatz Die absolute Metapher, in dem er die Dichtung Celans in Bezug zu derer Mallarmés setze. Neumann erkennt noch einen weiteren Grund für den Bruch: Er habe die Rolle des Zeitzeugen, die Celan ihm im Gedicht Todtnauberg zukommen ließ, nicht erfüllt. Für Kunisch ist die Interpretation, dass Celan »Antisemitismus-Eingeständnisse« von Deutschen erwartete und ein »privater Rächer« sei, eine »Provokation«.

Hier geht`s zur vollständigen Rezension auf zeit.de.

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Die Zukunft stirbt nie – zur Utopie des Post- und Transhumanismus

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Der Mensch ist sterblich. Oder doch nicht? Der Post- und Transhumanismus versucht, dem Tod zu entkommen. Wie, erläutert Oliver Krüger in seiner Studie Virtualität und Unendlichkeit.
Aus der Sicht des technologischen Posthumanismus ist der Mensch ein Auslaufmodell – überholt von seinen eigenen technischen Schöpfungen. Künstliche Intelligenzen und Roboter sollen die neuen Triebkräfte der Evolutionsgeschichte werden, während die Menschheit ausstirbt. Der Verzicht auf sich selbst werde mit der Unsterblichkeit des Menschen in der Virtualität belohnt.
Krüger beleuchtet die vielfältigen Beziehungen zwischen den philosophischen, literarischen, kybernetischen und religiösen Ideen dieser radikalen Fortschrittsideologie. Im Zentrum stehen dabei die kybernetische Neubestimmung des Menschen, die Singularität, die technologische Unsterblichkeit, die transzendente Superintelligenz und der Entwurf einer kosmischen Heilsgeschichte. Den Schnittpunkt der verschiedenen Analysestränge bildet die von Günther Anders entwickelte Idee der »prometheischen Scham« des Menschen vor seiner medialen Reproduktion – die vermeintliche Minderwertigkeit des »biologischen Menschen« gegenüber seinem unsterblichen, virtuellen Abbild.

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OLIVER KRÜGER, geb. 1973, Dr. phil., hat Soziologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Klassische Archäologie an der Universität Bonn. Er forschte und lehrte an den Universitäten Heidelberg und Princeton bevor er 2007 zum Professor für Religionswissenschaft an der Universität Freiburg (Schweiz) berufen wurde. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Religionssoziologie, das Verhältnis von Religion und Medien sowie die Religionstheorie.

Oliver Krüger
Virtualität und Unsterblichkeit
Gott, Evolution und die Singularität im Post- und Transhumanismus
Litterae, Band 123
2. Auflage, aktualisiert und erweitert
474 S., Pb., 54,– €
ISBN 978-3-7930-9939-0