Rezension zu Martina Wörgötter: Poetik und Linguistik. Die literarische Sprache Marie-Thérèse Kerschbaumers, in: Zeitschrift für deutsche Philologie, 12/2017

Martina Wörgötter eröffnet mit ihrer Studie Poetik und Linguistik. Die literarische Sprache Marie-Thérèse Kerschbaumers einen neuen Zugang zum literarischen Werk der Autorin und widmet sich vor allem dem besonderen Interesse Kerschbaumers an der Sprache. Rezensentin Britt-Marie Schuster hebt die »sehr akribischen Detailanalysen«, die in dem »ein oder anderen Fall als Vorbild für vergleichbare Studien dienen« könnten, hervor. Die »stattliche Anzahl« von 27 Analysen demonstriere »die Komplexität von Kerschbaumers Prosa eindrucksvoll«.

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Rezension zu Hense/Müller-Tamm: Poetik der Seelenwanderung, in: Arbitrium, 01/2018

Der Band Poetik der Seelenwanderung bespricht die unterschiedlichen Facetten der Seelenwanderungsidee mit Fokus auf literarhistorische und ästhetische Gesichtspunkte. Rezensent Gideon Stienig lobt die »teils brillanten Einzelstudien«. Dass der Begriff der Seelenwanderung immer noch aktuell ist und Kontroversen aufwirft, lässt sich für Stienig aus dem Sammelband entnehmen. Er analysiere und interpretiere »eine reiche Auswahl an literarischen beziehungsweise populärwissenschaftlichen Referenzen«.

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Rezension zu Elias Zimmermann: Lesbare Häuser? Thomas Bernhard, Hermann Burger und das Problem der Architektursprache in der Postmoderne, in: Literaturhaus Wien, 10/2017

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Elias Zimmermann untersucht in seiner Studie Lesbare Häuser? Thomas Bernhard, Hermann Burger und das Problem der Architektursprache in der Postmoderne die Konstellation von Literatur und postmoderner Architektur anhand von zwei exemplarischen Romanen: Thomas Bernhards Korrektur und Hermann Burgers Schilten. Seine Arbeit wurde 2017 mit dem Fakultätspreis der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Lausanne ausgezeichnet. »Zimmermanns Studie schreibt sich in die aktuelle Diskussion über die Frage der Lesbarkeit von Architektur ein«, resümiert Rezensent Roland Innerhofer. Es leiste hierzu »einen äußerst wichtigen und eigenständigen Beitrag«. Für Innerhofer ist es eine »erhellende Lektüre«, die besonders Begriffen wie dem architektonischen Ereignis präzisere Konturen verleihe.

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Rezension zu Thomas Pittrof (Hg.): Carl Muth und das Hochland (1903-1941), in: Theologie & Literatur, 09/2018

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Der Sammelband Carl Muth und das Hochland (1903-1941) fokussiert den Publizisten Carl Muth, der als einer der großen »Modernisierer« innerhalb des deutschsprachigen Bildungs- und Kulturkatholizismus des vergangenen Jahrhunderts gilt. Mit der Gründung und langjährigen Herausgeberschaft der Zeitschrift Hochland brachte er neue Sichtweisen in das Kulturfeld des deutschen Katholizismus, blieb damit aber nicht unumstritten. »All diese Spannungen werden im vorliegenden Band überaus sachkundig und gut lesbar aufgearbeitet«, so Rezensent Georg Langenhorst. Er resümiert, dass es insgesamt ein »bestens erschlossener Band« sei, der nicht nur Einzelfacetten nebeneinander stelle, sondern einer konsequent umgesetzten Gesamtprogrammatik folge.

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Rezension zu Gerhard Neumann: Selbstversuch, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 26.08.2018

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Ein Schlüsselereignis in Gerhard Neumanns autobiographischen Selbstversuch ist die Begegnung zwischen Paul Celan und Martin Heidegger in Todtnauberg 1967, der Neumann als stummer Zeuge beiwohnte. In seinem Selbstversuch spricht er zum ersten Mal über dieses Ereignis und dessen Folgen. Die Rezensentin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bezeichnet Neumann als einen »Lehrer, der mit seiner gesamten Existenz für die von ihm behandelten Gegenstände einzustehen schien«. In seinen »autobiographischen Skizzen« werde seine »bedächtige Stimme, mit der er den Studenten Kafka und Hofmannsthal, Foucault und Roland Barthes nahebrachte, noch einmal hörbar«.

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Rezension zu Anna-Lena Scholz: Kleist/Kafka. Diskursgeschichte einer Konstellation, in: Arbitrium, 04/2018

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»Das Buch hält, was es im Untertitel verspricht«, so lautet das Urteil des Rezensenten Dirk Oschmann zu Anna-Lena Scholz’ Werk. In ihren Ausführungen zu der Autorenkonstellation Kleist und Kafka fokussiert  Scholz jene Kafka- und Kleist-Lektüren, die thematischen, ästhetischen und politischen Einfluss auf die Literaturwissenschaft und Philosophie des 20. Jahrhunderts gewonnen haben. Der »zentral[e] Gehalt« der Studie bestehe in der »Einladung zu prinzipieller Selbstreflexion, in den übergreifenden Fragen nach den diskursiven Prämissen, Funktionsweisen, impliziten Werturteilen und strategischen Motivationen«, resümiert Oschmann. Wer mit der Fach- und Theoriegeschichte vertraut sei, könne sich anhand dieser Studie nochmals wesentliche Entwicklungen vor Augen führen, beschreibt Oschmann weiter.

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Rezension zu Hans Peter Herrmann: Krisen. Arbeiten zur Universitätsgeschichte 1933-2010 am Beispiel Freiburgs im Breisgau, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, 01/2018

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Der Freiburger Literaturwissenschaftler Hans Peter Herrmann beschäftigt sich in seiner Studie Krisen. Arbeiten zur Universitätsgeschichte 1933-2010 am Beispiel Freiburgs im Breisgau mit der schwierigen und krisenbehafteten Geschichte der deutschen Universitäten nach dem zweiten Weltkrieg. Rezensentin Christa Klein lobt den Autor für seine »im konkreten universitären Alltag situierte historische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen der Jahre 1933 bis 2010«. Der Band berichte »differenziert, teils kompakt, teils anekdotisch« und zeichne sich durch »Einblicke in universitäre Organisationsstrukturen und Innovationszusammenhänge aus, die in ihrem soziohistorischen Kontexten und Entwicklungsdynamiken reflektiert werden«, beschreibt Klein weiter.

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Rezension zu Angela Gencarelli: Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen. Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa, in: Germanistik, 07/2018

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Im Vordergrund von Gencarellis Studie Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen. Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa steht die Wechselwirkung zwischen Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa, die bisher bei der Erforschung der Interferenzen zwischen Literatur und moderner Physik gänzlich übersehen wurde. Rezensent Philipp Ramer nennt Gencarellis Studie einen »Gewinn für die M.-Forschung wie für jene zu den Bezügen von Literatur und Physik«. Gencarelli stelle Morgners Texte in »methodisch nachvollziehbarer und – auch was physikalische Spezifika angeht – verständlicher Weise« dar.

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Rezension zu Carsten Rast: Zeitoasen. Literarische Verlangsamung im Realismus bei Stifter, Raabe und Fontane, in: literaturkritik, 24.08.2018

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Carsten Rast beschäftigt sich in seinem Werk Zeitoasen. Literarische Verlangsamung im Realismus bei Stifter, Raabe und Fontane mit Rückzugsorten, deren Darstellungsweise sich im 19. Jahrhundert ändert. An Stelle von Stabilität und Dauerhaftigkeit treten, bedingt durch technische und gesellschaftliche Entwicklungen, zunehmend kurzfristige Stabilisierungen. »Der Band stellt dar, wie vor allem drei literarische Texte des Realismus anhand spezifischer Raum-Zeit-Stellen (Zeitoasen) Stabilitätsverluste auszugleichen bemüht sind«, hebt die literaturkritik-Redaktion in ihrer Rezension hervor. Sie betont, dass Carsten Rast in seinem Werk »Gattungskonventionen […] ebenso in den Blick« nehme »wie das Verhältnis von Literatur und Technik sowie Fragen des Zeitbewusstseins im 19. Jahrhundert«. Es ergeben sich »Neuentwürfe in Form von Zeitoasen, die zwischen Welt und Ort vermitteln«

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Rezension zu Borgard/Klesse/Kling: Robinsons Tiere, in: IFB, 07/2018

Mit ihrem Band Robinsons Tiere rücken Borgard, Klesse und Kling die in bisherigen Interpretationen zu Defoes Kultfigur Robinson Crusoe vernachlässigten Tiere in den Vordergrund. Rezensent Till Kinzel  beschreibt den Ansatz der Herausgeber als »gelungen und nachahmenswert«. Der Band zeige »exemplarisch in sehr gelungener Weise, daß die Konzentration auf einen Grundtext und seine Appropriationen höchst sinnvoll ist«. Er werde »das Interesse all derjenigen finden, die sich mit Robinsonaden aller Art beschäftigen oder auch an anderen klassischen Texten den Mensch-Tier-Verhältnissen nachgehen möchten«.

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