Umkirch und der Breisgau im Ersten Weltkrieg

Hervorgehoben

Die Bevölkerung im Breisgau war aufgrund der Frontnähe im Unterschied zur Mehrheit der Deutschen unmittelbar von den Gefechten im Ersten Weltkrieg (1914–1918) betroffen. Was das für die Region und speziell für die Gemeinde Umkirch bedeutete, schildert Historiker Daniel Schneider in seinem neuen Buch »Umkirch und der Breisgau im Ersten Weltkrieg«.

In Umkirch waren die Kampfhandlungen im Oberelsass schmerzlich spürbar: Die Artilleriefeuer waren zu hören, viele fühlten sich von Luftangriffen und dem Einmarsch der Franzosen bedroht, Nachschubkolonnen zur Verpflegung der Frontsoldaten zogen täglich durch den Ort und es gab ein Kriegsgefangenenlager. Hinzu kamen die ohnehin schwerwiegenden Auswirkungen des Krieges wie Versorgungsnot, Trauer und Leid über verwundete und verstorbene Soldaten oder der Mangel an Arbeitskräften. Von den 700 Einwohnern wurden 102 Männer zum Kriegsdienst eingezogen, 21 von ihnen kamen während des Krieges zu Tode. Durch die Einführung der Zwangswirtschaft mussten die Landwirte und die ansässige Mühle Getreide, Kartoffeln, Fleisch, Mehl oder Milch an die Stadtbevölkerung abgeben. Zudem etablierte sich ein Schwarzmarkt, es kam zu „Hamsterfahrten“ von Freiburgern in die umliegenden Dörfer, was für die Landbevölkerung zur Belastung wurde.

Umkirch steht stellvertretend für viele Gemeinden im Breisgau

Daniel Schneider greift für sein Buch auf zahlreiche Quellen zurück und gibt einen fundierten Einblick in die Lebensumstände und die Erfahrungen der Umkircher während des Ersten Weltkrieges und den Anfängen der Weimarer Republik. Die Geschehnisse in Umkirch setzt er in Kontext zu den historischen Entwicklungen in Deutschland und Europa und liefert damit ein Stück Zeitgeschichte. Umkirch steht dabei stellvertretend für viele Gemeinden im Breisgau, in denen sich die Lage ähnlich darstellte.

Daniel Schneider: Umkirch und der Breisgau im Ersten Weltkrieg

Der Autor Daniel Schneider studierte in Freiburg im Breisgau Geschichtswissenschaften, Klassische Archäologie und Öffentliches Recht, ist Magister Artium und Diplom-Archivar (FH) und derzeit Doktorand am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Rechtsgeschichte an der Universität Bayreuth sowie hauptberuflich in einem staatlichen Archiv und nebenamtlich als Leiter des Umkircher Gemeindearchivs tätig.

Daniel Schneider
Umkirch und der Breisgau im Ersten Weltkrieg
Erfahrungen und Alltag zwischen Monarchie und Demokratie
162 S., zahlr. Abb., Pb., 24 €
ISBN 978-3-7930-9976-5 – Rombach Verlag 2022

Das Buch erscheint in der Reihe »Alltag und Provinz«, hrsg. vom Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e.V. Dies sind die weiteren Publikationen des Arbeitskreises.