Rezension zu Philipp Münch: Die Bundeswehr in Afghanistan. In: loyal. Das Magazin für Sicherheitspolitik vom Oktober 2016

Philipp Münch thematisiert in seiner Monographie den bis heute höchst kontrovers diskutierten Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Unter Berücksichtigung umfangreichen Quellematerials legt er die politischen Hintergründe und die Logik des operativen Vorgehens der Bundeswehr offen, die stets im Spannungsfeld von Kooperation und Bekämpfung der afghanischen Autoritäten agierte. Der Rezensent greift insbesondere Münchs kritisch-analytischen Blick lobend heraus. Dieser mache das Scheitern des Afghanistan-Einsatzes erklärbar: „Münch wirft der Bundesregierung vor, die verschiedenen soziokulturellen Systeme bei ihren Einsatzplanungen und der Formulierung der Einsatzziele nicht hinreichend berücksichtigt zu haben. Deshalb sei der Einsatz in Afghanistan von Anfang an chancenlos gewesen.”

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Zusätzliche Details zum Buch sowie eine Leseprobe finden Sie hier.

Rezension zu Philipp Münch: »Die Bundeswehr in Afghanistan«

9783793098270_01Sowohl für die NATO als auch für die Bundeswehr stellte die International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan den intensivsten und verlustreichsten Einsatz ihrer Geschichte dar. Da jedoch über die genaue Praxis dieser vielfach als problematisch gesehenen militärischen Mission jedoch wenig bekannt ist, untersucht Philipp Münch erstmals auf breiter Quellenbasis und in historischer Perspektive die Handlungslogik der Bundeswehr in Afghanistan, ebenso die relevanten politischen Entscheidungen. Dabei liefere das Buch “Die Bundeswehr in Afghanistan. Militärische Handlungslogik in internationalen Interventionen”, so der Rezensent Hans-Dieter Wichter, “überzeugende Analysen” und “wissenschaftlich fundierte und endlich einmal brauchbare Erklärungen für das Scheitern der Afghanistan-Politik.”

Zur vollständigen Rezension.

Rezension: Hans-Dieter Wichter: Philipp Münch: Die Bundeswehr in Afghanistan. Militärische Handlungslogik in internationalen Interventionen, Freiburg i.Br. 2015, in: FAZ, 28. Juni 2016, S. 6.

Die Bundeswehr in Afghanistan

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Am 5. April 2016 fand in Berlin am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) die Buchpräsentation und eine Podiumsdiskussion zu Philipp Münchs Werk Die Bundeswehr in Afghanistan. Militärische Handlungslogik in internationalen Interventionen statt. Die Podiumsdiskussion wurde von dem sicherheitspolitischen Journalisten Thomas Wiegold (augengeradeaus.net) moderiert. Es diskutierten: Generalleutnant a.D. Rainer Glatz (Stiftung Wissenschaft und Politik), Dr. Philipp Münch (Wissenschaftlicher Mitarbeiter ZMSBw), Prof. Dr. Conrad Schetter (Direktor Bonn International Center for Conversion).

Einen ausführlichen Bericht zur Veranstaltung finden Sie hier.

Zum Buch: Sowohl für die NATO als auch für die Bundeswehr stellte die International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan den intensivsten und verlustreichsten Einsatz ihrer Geschichte dar. Über die genaue Praxis dieser vielfach als problematisch gesehenen militärischen Mission ist jedoch wenig bekannt. Philipp Münch untersucht erstmals auf breiter Quellenbasis und in historischer Perspektive die Handlungslogik der Bundeswehr in Afghanistan, ebenso die relevanten politischen Entscheidungen. Er analysiert eingehend, wie die Verantwortlichen den Auslandseinsatz strategisch und operativ planten, wie sie mit afghanischen Machthabern umgingen, wie das Nachrichtenwesen funktionierte und wie die Bundeswehr Gewalt anwendete. Die Ergebnisse werden eingebettet in eine Untersuchung der lokalen afghanischen Verhältnisse, unter denen die Bundeswehr agierte.

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Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (v. l.): Generalleutnant a.D.
Rainer Glatz (Stiftung Wissenschaft und Politik), Dr. Philipp Münch
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter ZMSBw), Prof. Dr. Conrad Schetter (Direktor
Bonn International Center for Conversion).Thomas Wiegold (augengeradeaus.net).

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General a. D. Glatz bei der Präsentation des Bandes “Die Bundeswehr
in Afghanistan”

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Buchpräsentation im Bundespresseamt

Bilanz des ISAF-Einsatzes nach dem Abzug aus Afghanistan Aktueller Band „Neueste Militärgeschichte“: From Venus to Mars?

Ende 2014 hat die Nato-Schutztruppe ISAF (International Security Assistance Force) ihren Einsatz in Afghanistan nach 13 Jahren beendet. Ihre ursprüngliche Aufgabe war es, die afghanischen Sicherheitskräfte in Kabul zu unterstützen. Im Oktober 2003 erweiterte dann die UN den Verantwortungsbereich der ISAF über die Grenzen Kabuls hinaus. Es wurden PRTs (Provincial Reconstruction Teams) in den Provinzen eingesetzt, um den Aufbau staatlicher Strukturen zu sichern. Soldaten und ziviles Personal unterschiedlicher Ministerien arbeiteten dort zusammen und sollten die Entwicklungsarbeit in Afghanistan schützen und koordinieren. Ab 2006 verschlechterte sich die Sicherheitslage. Im Kampf gegen die wieder erstarkenden Taliban rückte mehr und mehr der militärische Aspekt der Mission in den Vordergrund. Die Gewaltaktion löste insbesondere im unmilitärischen Europa eine Grundsatzdebatte über das militärische Vorgehen aus.
Erstmals dokumentiert der vorliegende Sammelband „Vom Venus to Mars?“ die verschiedenen nationalen Ansätze und Ziele “der” ISAF-Mission sowie die Ergebnisse im Einsatzgebiet. Im Fokus steht das Wirken der PRTs auf unterschiedlichen Ebenen. Mit Schwerpunkt auf den europäischen Truppenstellern in Nord- und Westafghanistan verdeutlichen Historiker, Politikwissenschaftler und Soziologen, wie die Erfahrung des Afghanistan-Einsatzes die beteiligten Streitkräfte für immer verändert hat.

Lesen Sie hier direkt ins Buch: http://goo.gl/Scdg9E

AFG PRTs_Cover_From Venus to Mars? Provincial Reconstruction Teams and the European Military Experience in Afghanistan, 2001–2014

Neueste Militärgeschichte. Analysen und Studien Band 3

476 S., zahlr. Abb., geb. 16,5 x 24 cm € 48,00 (D), ISBN 978-3-7930-9771-6

 

 

 

 

Herausgeber: Dr. Bernhard Chiari, geboren 1965, arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundeswehr Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften in Potsdam. Seit 2015 ist er Director Organisations & Government bei EXOP in Konstanz und lehrt an der Universität der Bundeswehr in München.