»Unter Wölfen« auf der Shortlist für den Opus Primum 2019

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Der Förderpreis der Volkswagen Stiftung wird jährlich für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation verliehen. Unter den zehn Studien auf der Shortlist für den Opus Primum ist der Rombach-Autor Alexander Kling mit seinem Band Unter Wölfen.
Der mit 10.000 Euro dotiertierte Preis wird am 20. November 2019  zusammen mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis in Hannover verliehen.

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Anhand von Augenzeugenberichten und Jagdtraktaten sowie Texten der politischen Theorie, der Zoologie und der Literatur zeichnet Kling die Ausrottung der Wölfe im 17. und 18. Jahrhundert nach. Der Autor belegt, dass mit deren Abtötung auch die politische und zivilisatorische Ordnung zur Disposition steht.
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Der Wolf als Politikum – Studie über die Ausrottung eines Raubtiers

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Die Wölfe sind zurück und die Debatten um das geschützte Tier laufen heiß. Einer Wiederkehr geht immer ein Verschwinden voraus: Diese Vorgeschichte beleuchtet der Germanist Alexander Kling in dem Band Unter Wölfen. Anhand von Augenzeugenberichten und Jagdtraktaten sowie Texten der politischen Theorie, der Zoologie und der Literatur zeichnet er die Ausrottung der Wölfe im 17. und 18. Jahrhundert nach. Die Studie zeigt, dass mit der Ausrottung der Wölfe vom 30-jährigen Krieg bis zur Französischen Revolution auch die politische und zivilisatorische Ordnung zur Disposition steht.
Ausgangspunkt der Untersuchung ist das Anwachsen der Wolfspopulation im 30-jährigen Krieg. Die Wölfe vermehren sich in dieser Krisensituation und werden so zu deren zeichenhafter Verkörperung. In Texten nach dem 30-jährigen Krieg werden sie als Schreckensfiguren instrumentalisiert. Das Sprechen und Erzählen von einer unzivilisierten Wolfszeit soll zur Wiedereinsetzung der im Krieg zerstörten Ordnung beitragen. Es ist nicht zuletzt diese affektive Aufladung der Wölfe, mit der maßgeblich ihre Ausrottung vorangetrieben wird. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts bricht die Wolfspopulation schließlich zusammen; das 19. Jahrhundert kennt nur mehr ›letzte Wölfe‹, deren Tötung als Triumph des Menschen inszeniert wird.

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Alexander Kling
Unter Wölfen
Geschichten der Zivilisation und der Souveränität vom 30-jährigen Krieg bis zur Französischen Revolution

Cultural Animal Studies, Band 2
582 S., 12 Abb., Pb., 68,– €
ISBN 978-3-7930-9888-1

Rezension zu Borgard/Klesse/Kling: Robinsons Tiere, in: IFB, 07/2018

Mit ihrem Band Robinsons Tiere rücken Borgard, Klesse und Kling die in bisherigen Interpretationen zu Defoes Kultfigur Robinson Crusoe vernachlässigten Tiere in den Vordergrund. Rezensent Till Kinzel  beschreibt den Ansatz der Herausgeber als »gelungen und nachahmenswert«. Der Band zeige »exemplarisch in sehr gelungener Weise, daß die Konzentration auf einen Grundtext und seine Appropriationen höchst sinnvoll ist«. Er werde »das Interesse all derjenigen finden, die sich mit Robinsonaden aller Art beschäftigen oder auch an anderen klassischen Texten den Mensch-Tier-Verhältnissen nachgehen möchten«.

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Von den Dingen in der Literatur

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Dinge in Texten haben an der Konstruktion imaginärer Welten teil. Sie kommen in der Heldenepik ebenso wie in Aphorismen, im Mittelalter wie in der Moderne vor. Sie treiben Handlungen voran und stören oder zerstören Ordnungen. Im Gegensatz zur Ethnologie oder Museologie hat es die Literaturwissenschaft stets mit Zeichen zu tun – es stellt sich also die Frage, wie das Verhältnis von res und verba analysiert und beschrieben werden kann.
Der Band versammelt Beiträge, die sich, von der antiken Rhetorik über mittelalterliche Literatur bis hin zum 20. Jahrhundert, mit Dingen in und neben Texten beschäftigen. Darin findet sich so Unterschiedliches wie Steine, Treppen, Schwerter, ein Schweißtuch oder eine aus dem Rhein gefischte Skulptur.

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Martina Wernli/Alexander Kling (Hg.)
Das Verhältnis von res und verba
Zu den Narrativen der Dinge

Reihe Litterae Band 231
360 S., 8 Abb., geb., € 64,00 (D)
ISBN 978-3-7930-9904-8

Herausgeber:
Martina Wernli hat Germanistik, Philosophie und Englische Literaturwissenschaft studiert und wurde mit einer Arbeit über das Schreiben in einer psychiatrischen Klinik um 1900 promoviert. Sie forscht zurzeit an der Universität Neuchâtel.
Alexander Kling hat Neuere deutsche Literatur, Germanistische Linguistik und Allgemeine Pädagogik studiert und ist Mitarbeiter an der Universität Bonn. Seine kultur- und literaturgeschichtlich ausgerichtete Dissertation gilt der Wolfsausrottung im 17. und 18. Jahrhundert.

Neuer Forschungsband zur Poetik der Tiere

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Bei Daniel Defoes Robinson Crusoe und den nachfolgenden Robinsonaden stand das abendländisch-neuzeitliche Subjekt im Fokus der Interpretationen. Die meisten dieser Deutungen haben die Tiere vergessen oder verstehen diese bloß als marginale Figuren. Genau an diesem Versäumnis setzt der Band Robinsons Tiere der Reihe »cultral animal studies« an und führt das in den letzten Jahren zugenommene Forschungsinteresse daran fort. So thematisierte Alex Mackintosh die Verbindung von Kannibalismus und Tierschlachtung. Oder Philip Armstrong weist anhand des Romans nach, wie die Kolonialisierung der Neuen Welt auf entscheidende Weise auf den Import und die Ansiedlung von Tieren angewiesen war. „Folgt man diesen Forschungen, dann sind wie Friday auch die Tiere immerhin schon auf dem Weg »out of margin«“, so Herausgeber Roland Borgards. Diesen Weg setzt die aktuelle Publikation mit einer Auswahl an Texten fort. Diskutiert werden neben Defoes Roman die Adaptionen von Johann Carl Wezel, Joachim Heinrich Campe, Johann David Wyss, Jules Verne, Hugo von Hofmannsthal, Luis Buñuel und J.M. Coetzee.

 

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Die Herausgeber:

Roland Borgards, Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Würzburg.

Marc Klesse, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturgeschichte der Universität Würzburg.

Alexander Kling, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft der Universität Bonn.

Roland Borgards / Marc Klesse / Alexander Kling (Hg.)
Robinsons Tiere
cultural animal studies, Band 1
334 S., zahlr. Abb., Pb., 46,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9822-5
E-Book: ISBN 978-3-7930-6041-3, 35,99 € (D)