Rezension zu Angela Gencarelli: Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen. Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa, in: Germanistik, 07/2018

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Im Vordergrund von Gencarellis Studie Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen. Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa steht die Wechselwirkung zwischen Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa, die bisher bei der Erforschung der Interferenzen zwischen Literatur und moderner Physik gänzlich übersehen wurde. Rezensent Philipp Ramer nennt Gencarellis Studie einen »Gewinn für die M.-Forschung wie für jene zu den Bezügen von Literatur und Physik«. Gencarelli stelle Morgners Texte in »methodisch nachvollziehbarer und – auch was physikalische Spezifika angeht – verständlicher Weise« dar.

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Rezension zu Angela Gencarelli: Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen. Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa, in: Wirkendes Wort, 03/2017 (November)

Rezensentin Gabriela Scherer empfiehlt jenen Lesern die Lektüre von Angela Gencarellis Monographie Literarische Realitätsprüfung, denen „Überraschungen im Wissenschaftsbetrieb Lust auf Lesen machen“. Dürrenmatts Kenntnis von Physik ist bekannt und viel erforscht. Irmtraud Morgners Wissensstand in dieser Sparte rücke hingegen erst Gencarelli mit ihrer Studie ins wissenschaftliche Licht. Sie zeige, welche „deutlichen Spuren“ die anhaltende Auseinandersetzung Morgners mit der Physik im ihrem Prosawerk hinterließ.

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Rombach-Autorin Angela Gencarelli auf der Shortlist für den Opus Primum Förderpreis 2017

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Angela Gencarelli hat es mit ihrer Arbeit Literarische Realitätsprüfungen des Phantastischen auf die Shortlist für den Opus Primum Förderpreis der VolkswagenStiftung geschafft. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird im November für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation des Jahres vergeben. Die Bekanntgabe des Gewinners bzw. der Gewinnerin erfolgt nach der Frankfurter Buchmesse. Der Rombach Verlag drückt seiner Autorin die Daumen.

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Teilchenphysik in Irmtraud Morgners Prosa

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Irmtraud Morgners Prosa wurde bislang bei der Erforschung der Interferenzen zwischen Literatur und moderner Physik gänzlich übersehen. Dabei zeichnen sich einige ihrer wichtigsten Prosatexte der 1960er und 1970er Jahre dadurch aus, dass sie die Teilchenphysik und ihre experimentelle Suche nach den unsichtbaren Bausteinen des Realen einer Realitätsprüfung unterziehen. Zu diesem Zweck montiert Morgner ganze Passagen aus Forschungsberichten der Teilchenphysik direkt in ihre literarischen Texte hinein. Mithilfe des montierten Materials machen ihre Prosatexte anschaulich, dass die Gegenstände der Physiker – die nicht direkt beobachtbaren und sich allenfalls in Spuren zeigenden Teilchen – ebenso phantastisch anmuten wie die phantastischen Erfindungen der Dichter. Daraus gewinnt Morgner einen paradoxen Effekt für ihre Poetik: Ihre phantastische Schreibweise rückt näher an das Reale heran und erscheint angesichts einer physikalischen ‚Wirklichkeitswissenschaft‘, die selbst phantastische Züge aufweist, geradezu realistisch. Dieser produktiven Wechselwirkung zwischen Teilchenphysik und Poetik geht die vorliegende Studie anhand der Romane Rumba auf einen Herbst, Hochzeit in Konstantinopel, Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura sowie der Novelle Das Seil nach.

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Angela Gencarelli
Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen
Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa

234 S., geb., 54 € (D)
ISBN 978-3-7930-9871-3

E-Book: ISBN 978-3-7930-6048-2

Die Autorin:
Angela Gencarelli, Studium der Germanistik, Neueren Geschichte und Soziologie an der Universität Potsdam; 2015 Promotion im binationalen Promotionsprogramm der Universitäten Bonn und Florenz mit der vorliegenden Arbeit. Derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichtswissenschaft und Literarische Kulturen an der Leuphana Universität Lüneburg. Weitere Informationen: http://www.leuphana.de/universitaet/personen/angela-gencarelli.html