Demian Berger über Aura und Anschauung bei Walter Benjamin

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Aura ist ein »sonderbares Gespinst von Raum und Zeit: einmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag. An einem Sommermittag ruhend einem Gebirgszug am Horizont oder einem Zweig folgen, der seinen Schatten auf den Betrachter wirft, bis der Augenblick oder die Stunde Teil an ihrer Erscheinung hat – das heißt die Aura dieser Berge, dieses Zweiges atmen«. Dieser Einführung der Aura von Walter Benjamin aus dem Jahr 1931 geht eine komplexe Begriffsgeschichte voraus, die der Philosoph Demian Berger in seinem neuen Buch Aura und Anschauung detailreich untersucht.

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Demian Berger
Aura und Anschauung
Walter Benjamins materialistische Wahrnehmungslehre
Litterae, Band 240
116 S., Pb., 46,– €
ISBN 978-3-7930-9946-8

Music non-stop
Paul Hindemiths Geschichtskonzeptionen

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Martin Andris wirft mit seiner Studie Music-non-stop neue Schlaglichter auf Paul Hindemith. Der Komponist war vor dem Ende der Weimarer Republik für seine kompositorische Vielfalt und rastlose Produktivität berühmt. Man attestierte ihm Stilpluralismus und Ziellosigkeit. Ausgehend von seinem Hauptwerk Das Unaufhörliche kontextualisiert die Untersuchung Hindemiths Karriereverlauf kulturhistorisch. Das Oratorium verfasste Hindemith zusammen mit Gottfried Benn. Die Uraufführung fand 1931 in Berlin statt. Für Komponist und Dichter galt das ›Prinzip der Umgestaltung‹ als Grundlage geschichtlicher Erscheinungen.
Unter Rückgriff auf einen breiten publizistischen Quellenkorpus analysiert Andris die Debatten über die Legitimität der ›Metamorphose‹ als normative Kämpfe um ästhetische Ziele. Die Signifikanz des Unaufhörlichen in der Krisensituation der späten 1920er Jahre veranschaulicht er, indem er den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Implikationen von Geschichtskonzeptionen nachspürt. Weiterhin erörtert er die Frage, ob Musik Zeit und Geschichte erfahrbar machen kann.

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Martin Andris
Music non-stop
Paul Hindemiths Geschichtskonzeptionen vor dem Ende der Weimarer Republik
Litterae, Band 236, 220 S., geb., 46,– €
ISBN 978-3-7930-9920-8

Rezension zu Vedder/Hohendahl (Hg.): Herausforderungen des Realismus, in: Mitteilungen der Theodor Fontane Gesellschaft, Juni 2019

„Der Band enthält 14 scharfsinnige und gut formulierte Studien“, so das Fazit von Martin Lowsky. Auf einige Erkenntnisse geht er näher ein: Etwa, dass Fontanes Theaterszenen Wirklichkeit seien und sein Realismus einzelne Personen in den Fokus rücke, um sie dann in ein unbekanntes großes Ganzes einzuordnen.

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Rezension zu Elias Zimmermann: Lesbare Häuser? Thomas Bernhard, Hermann Burger und das Problem der Architektursprache in der Postmoderne, in: Journal of Austrian Studies Association, 52:1–2, Spring 2019

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Die Wechselwirkung zwischen neuerer Literatur und postmoderner Architektur wurden bis dato nur wenig erforscht. Elias Zimmermanns Studie Lesbare Häuser? untersucht diese Konstellation anhand von zwei Romanen aus den 1970er Jahren: Thomas Bernhards Korrektur und Hermann Burgers Schilten.
Laura McLary resümiert: Die Studie biete eine tiefe und dichte Analyse von zwei wichtigen postmodernen Romanen. Die Fokussierung auf Möglichkeiten und Grenzen der Architektur als Metapher lassen die Romane in einem kulturhistorischen Kontext verstehen, sowohl im Hinblick auf sprachphilosophische Fragestellungen als auch auf zeitgenössische Architekturdiskurse. Die Rezensentin betont zudem die klare Struktur der Arbeit: »Though at times it can be difficult to maintain an overview of the various intricacies of Zimmermann’s lines of argument, the clear structure of the study, divided evenly between analysis of Korrektur and Schilten, provides helpful points of orientation, as do the clearly organized an d clearly organized introduction and conclusion.«

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Die Zukunft stirbt nie – zur Utopie des Post- und Transhumanismus

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Der Mensch ist sterblich. Oder doch nicht? Der Post- und Transhumanismus versucht, dem Tod zu entkommen. Wie, erläutert Oliver Krüger in seiner Studie Virtualität und Unendlichkeit.
Aus der Sicht des technologischen Posthumanismus ist der Mensch ein Auslaufmodell – überholt von seinen eigenen technischen Schöpfungen. Künstliche Intelligenzen und Roboter sollen die neuen Triebkräfte der Evolutionsgeschichte werden, während die Menschheit ausstirbt. Der Verzicht auf sich selbst werde mit der Unsterblichkeit des Menschen in der Virtualität belohnt.
Krüger beleuchtet die vielfältigen Beziehungen zwischen den philosophischen, literarischen, kybernetischen und religiösen Ideen dieser radikalen Fortschrittsideologie. Im Zentrum stehen dabei die kybernetische Neubestimmung des Menschen, die Singularität, die technologische Unsterblichkeit, die transzendente Superintelligenz und der Entwurf einer kosmischen Heilsgeschichte. Den Schnittpunkt der verschiedenen Analysestränge bildet die von Günther Anders entwickelte Idee der »prometheischen Scham« des Menschen vor seiner medialen Reproduktion – die vermeintliche Minderwertigkeit des »biologischen Menschen« gegenüber seinem unsterblichen, virtuellen Abbild.

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OLIVER KRÜGER, geb. 1973, Dr. phil., hat Soziologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Klassische Archäologie an der Universität Bonn. Er forschte und lehrte an den Universitäten Heidelberg und Princeton bevor er 2007 zum Professor für Religionswissenschaft an der Universität Freiburg (Schweiz) berufen wurde. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Religionssoziologie, das Verhältnis von Religion und Medien sowie die Religionstheorie.

Oliver Krüger
Virtualität und Unsterblichkeit
Gott, Evolution und die Singularität im Post- und Transhumanismus
Litterae, Band 123
2. Auflage, aktualisiert und erweitert
474 S., Pb., 54,– €
ISBN 978-3-7930-9939-0

Rezension zu: Carolin Abeln: Sprache und Neue Musik. Hölderlin-Rezeption bei Wilhelm Killmayer, Heinz Holliger, Wolfgang Rihm und Luigi Nono, in: Germanistik – Internationales Referatenorgan mit bibliographischen Hinweisen

Die Forschung konstatiert einen »Hölderlin-Boom« in der Neuen Musik. Zahlreiche Komponisten waren von Hölderlins Gedichten aus dessen Zeit im Tübinger Turm und von seinen fragmentarischen Formen begeistert. Carolin Abeln geht diesem Phänomen in der Studie Sprache und Neue Musik auf den Grund. Rezensent Jürgen Stoltzenberg wünscht, „dass die außergewöhnlich sorgfältig gearbeitete, methodisch reflektierte, interdisziplinär angelegte Untersuchung die ihr gebührende Beachtung und Würdigung in der Literatur- und Musikwissenschaft findet“.

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Rezension zu Martina Wörgötter: Poetik und Linguistik. Die literarische Sprache Marie-Thérèse Kerschbaumers, in: Zeitschrift für deutsche Philologie, 12/2017

Martina Wörgötter eröffnet mit ihrer Studie Poetik und Linguistik. Die literarische Sprache Marie-Thérèse Kerschbaumers einen neuen Zugang zum literarischen Werk der Autorin und widmet sich vor allem dem besonderen Interesse Kerschbaumers an der Sprache. Rezensentin Britt-Marie Schuster hebt die »sehr akribischen Detailanalysen«, die in dem »ein oder anderen Fall als Vorbild für vergleichbare Studien dienen« könnten, hervor. Die »stattliche Anzahl« von 27 Analysen demonstriere »die Komplexität von Kerschbaumers Prosa eindrucksvoll«.

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Rezension zu Hense/Müller-Tamm: Poetik der Seelenwanderung, in: Arbitrium, 01/2018

Der Band Poetik der Seelenwanderung bespricht die unterschiedlichen Facetten der Seelenwanderungsidee mit Fokus auf literarhistorische und ästhetische Gesichtspunkte. Rezensent Gideon Stienig lobt die »teils brillanten Einzelstudien«. Dass der Begriff der Seelenwanderung immer noch aktuell ist und Kontroversen aufwirft, lässt sich für Stienig aus dem Sammelband entnehmen. Er analysiere und interpretiere »eine reiche Auswahl an literarischen beziehungsweise populärwissenschaftlichen Referenzen«.

9783793097730

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Rezension zu Elias Zimmermann: Lesbare Häuser? Thomas Bernhard, Hermann Burger und das Problem der Architektursprache in der Postmoderne, in: Literaturhaus Wien, 10/2017

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Elias Zimmermann untersucht in seiner Studie Lesbare Häuser? Thomas Bernhard, Hermann Burger und das Problem der Architektursprache in der Postmoderne die Konstellation von Literatur und postmoderner Architektur anhand von zwei exemplarischen Romanen: Thomas Bernhards Korrektur und Hermann Burgers Schilten. Seine Arbeit wurde 2017 mit dem Fakultätspreis der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Lausanne ausgezeichnet. »Zimmermanns Studie schreibt sich in die aktuelle Diskussion über die Frage der Lesbarkeit von Architektur ein«, resümiert Rezensent Roland Innerhofer. Es leiste hierzu »einen äußerst wichtigen und eigenständigen Beitrag«. Für Innerhofer ist es eine »erhellende Lektüre«, die besonders Begriffen wie dem architektonischen Ereignis präzisere Konturen verleihe.

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Von den Dingen in der Literatur

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Dinge in Texten haben an der Konstruktion imaginärer Welten teil. Sie kommen in der Heldenepik ebenso wie in Aphorismen, im Mittelalter wie in der Moderne vor. Sie treiben Handlungen voran und stören oder zerstören Ordnungen. Im Gegensatz zur Ethnologie oder Museologie hat es die Literaturwissenschaft stets mit Zeichen zu tun – es stellt sich also die Frage, wie das Verhältnis von res und verba analysiert und beschrieben werden kann.
Der Band versammelt Beiträge, die sich, von der antiken Rhetorik über mittelalterliche Literatur bis hin zum 20. Jahrhundert, mit Dingen in und neben Texten beschäftigen. Darin findet sich so Unterschiedliches wie Steine, Treppen, Schwerter, ein Schweißtuch oder eine aus dem Rhein gefischte Skulptur.

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Martina Wernli/Alexander Kling (Hg.)
Das Verhältnis von res und verba
Zu den Narrativen der Dinge

Reihe Litterae Band 231
360 S., 8 Abb., geb., € 64,00 (D)
ISBN 978-3-7930-9904-8

Herausgeber:
Martina Wernli hat Germanistik, Philosophie und Englische Literaturwissenschaft studiert und wurde mit einer Arbeit über das Schreiben in einer psychiatrischen Klinik um 1900 promoviert. Sie forscht zurzeit an der Universität Neuchâtel.
Alexander Kling hat Neuere deutsche Literatur, Germanistische Linguistik und Allgemeine Pädagogik studiert und ist Mitarbeiter an der Universität Bonn. Seine kultur- und literaturgeschichtlich ausgerichtete Dissertation gilt der Wolfsausrottung im 17. und 18. Jahrhundert.