Kirche und Kultur – Carl Muth und seine Zeitschrift Hochland

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Carl Muth (1867–1944) gilt als einer der großen Modernisierer innerhalb des deutschsprachigen Kulturkatholizismus des vergangenen Jahrhunderts. Mit seiner Zeitschrift Hochland führte er »die Katholiken aus dem kulturellen Ghetto heraus, in dem sie noch nach dem Ende der Kulturkampfzeit verharrte hatten, und befähigte sie ebenso zu einer neugierigeren Wahrnehmung der modernen Welt, wie er umgekehrt der Stimme der Katholiken größeres Gewicht in den kulturellen Debatten dieser Moderne verlieh«, so Thomas Pittrof im Vorwort des von ihm herausgegebenen und soeben erschienenen Bandes Carl Muth und das Hochland (1903–1941). Aber war Muth tatsächlich ein solcher ›Modernisierer‹? Wie war sein Verhältnis zur ›Moderne‹ wirklich? Welche ›Moderne‹ repräsentierte das Hochland? Der Band gibt, gestützt auf unbekannte Dokumente und neue Forschungen, überraschende Antworten auf diese Fragen.

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Thomas Pittrof (Hg.)
Carl Muth und das Hochland (1903–1941)
Catholica Band 4.1
610 S., zahlr. s/w. Abb., geb., 68,– €
ISBN 978-3-7930-9898-0

Rombach Verlag trauert um seinen Autor und Herausgeber Gerhard Neumann

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Mit Gerhard Neumann verliert unser Verlag einen seiner wichtigsten Autoren und Herausgeber überhaupt. Er hat den Verlag über Jahrzehnte geprägt.
Gerhard Neumann wurde 1934 in Brünn geboren. Er studierte Germanistik und Romanistik an den Universitäten Freiburg, Wien und Paris. 1963 wurde er mit einer Arbeit über Torquato Tasso promoviert, die Habilitation (Ideenparadiese) folgte 1972. Neumann war Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft an den Universitäten Bonn, Erlangen und Freiburg; seit 1986 bis zur Emeritierung 2002 war er Ordinarius an der Universität München. 2008 verlegte er seinen Lebensmittelpunkt von München nach Berlin, wo er 2005 zum Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin ernannt wurde.
Neumann zählte zu den renommiertesten Literaturwissenschaftlern der Nachkriegszeit. Im Freiburger Rombach Verlag gab er seit 1987 die Wissenschaftsreihe litterae heraus. Die Publikationen der Reihe bieten ein Forum für Beiträge der Kulturwissenschaften, die den interdisziplinären Blick schärfen, der Neumann so wichtig war. Seit 1993 war Neumann zudem Herausgeber des Hofmannsthal-Jahrbuches, das Erscheinen der aktuellen Ausgabe durfte er noch erleben. Gerhard Neumann verstarb am 27. Dezember 2017 in Berlin.

Rezension zu von Arburg/Tremp/Zimmermann (Hg.):
Physiognomisches Schreiben, in: literaturkritik.de, 20.07.2017

In der Nachfolge Lavaters hat sich die Physiognomik vorwiegend für den Zusammenhang von äußerem Erscheinungsbild und innerer Verfasstheit interessiert. Die Bedeutung des Textes als Analyseinstrument für die physiognomische Gestaltdeutung wurde dabei vernachlässigt. Der Band Physiognomisches Schreiben schließt diese Lücke und erforscht die Rolle des Schreibens, der Schrift und ihrer medialen Vermittlung in verschiedenen theoretischen, historischen und künstlerischen Konstellationen aus der Geschichte der neueren Physiognomik.

Maik M. Müller hat den Titel für literaturkritik.de rezensiert. Ein Fazit von ihm: „Insgesamt präsentiert der Band ein anspruchsvolles theoretisches Setting zwischen Diskurs- und Medientheorie im weiteren Umfeld der Literature and Science Studies mit ihrem Interesse an Austauschprozessen zwischen ästhetischen und szientifischen Wissensformen“.

Zur Rezension in voller Länge.

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»Verführer zu dem wesenhaft Schönen«
Hugo von Hofmannsthal und Eduard Korrodi

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Der Literaturkritiker Eduard Korrodi war von 1914 bis 1950 Feuilletonchef der Neuen Zürcher Zeitung. Sein polemischer Umgang mit zeitgenössischen Autoren war berüchtigt. Eine Ausnahme: Hugo von Hofmannsthal. Klaus E. Bohnenkamp zeichnet im gerade erschienenen Hofmannsthal-Jahrbuch 2017 die Verbindung zwischen dem Dichter und seinem Kritiker nach. Mehr als 40 Beiträge hat Korrodi von 1917 bis 1952 über den »geliebten Autor« verfasst. Die beiden sind sich auch persönlich begegnet. Briefe von Hofmannsthal an seinen Schweizer Kritiker sind in dem Band ungekürzt abgedruckt sowie der ausführliche Nachruf auf den »Verführer zum wesenhaft Schönen«. Nach dem Tod Hofmannsthals 1929 befasste sich Korrodi mit den Forschungsarbeiten zu dem Schriftsteller und den Aufführungen seiner Stücke.

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Maximilian Bergengruen/Alexander Honold/Gerhard Neumann/
Ursula Renner/Günter Schnitzler/Gotthart Wunberg (Hg.)
Hofmannsthal Jahrbuch zur Europäischen Moderne
Band 25/2017

Rezension zu Dirk Hausen: Der Hornist Franz Strauß, in: Die Tonkunst, 10/2017

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Franz Strauß war einer der bedeutendsten Hornisten des 19. Jahrhunderts. Mit zunehmender Berühmtheit seines Sohnes Richard Strauss schwand jedoch seine künstlerische Bedeutung. Zu Unrecht, wie die Studie von Dirk Hausen darlegt. In dieser ersten Biographie über Franz Strauß werden seine Lebensphasen und musikalischen Tätigkeitsfelder umfassend beleuchtet.
Strauss-Experte Walter Werbeck rezensiert den Band für Die Tonkunst. Sein Fazit: „Hausens Buch bietet beiden Seiten etwas: denen, die dem Einfluss von Franz auf Richard Strauss nachspüren, und denen, die sich für das Leben eines Musikers im München des 19. Jahrhunderts interessieren und nicht ständig an dessen berühmten Sohn erinnert werden wollen.“

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Rezension zu Rainer Schöller: Eine Kulturgeschichte des Wolfs, in: Spektrum der Wissenschaft, 28.11.2017

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Rainer Schöller legt die erste Kulturgeschichte des Wolfs vor. Eine längst überfällige Analyse in Zeiten von hitzigen Debatten um den Wolf. Wie entstand im Geltungsbereich des christlichen Glaubens die panische Angst vor dem Wolf, welche sich bis heute hält? Was wurde und wird dem Wolf nach anthropologischer Sichtweise angedichtet? Diese Fragen stehen im Zentrum des Buches. Anhand zahlreicher Quellen wird die Beziehung zwischen Tier und Mensch aufgezeigt.
Für Rezensent Jürgen Alberti sind die 500 Seiten Text „über weite Strecken ein intellektuelles Vergnügen“.
Zur vollständigen Rezension.

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Herbert Zeman auf der BuchWien

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News-Kulturchef Heinz Sichrovsky hat Herbert Zeman zusammen mit Konrad Paul Liessmanm und Werner Gruber zu Gast in der News-Leselounge:

Freitag, 10.11, 14 Uhr, NEWS Leselounge, Messe Wien, Halle  

Der renommierte Wiener Literaturwissenschaftler Herbert Zeman publiziert die Standardwerke »Bio-bibliografische Lexikon der Literatur Österreichs« und die »Literaturgeschichte Österreichs« im Rombach Verlag.

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Buchinformation

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Rehabilitierung des Librettisten Picander – Neuauslegung der Matthäus-Passion von Reiner Marquard

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Reiner Marquard rehabilitiert in seiner neuen Studie Das Lamm in Tigerklauen Bachs umstrittenen Librettisten Christian Friedrich Henrici alias Picander. Picander sei in der Bach-Forschung zu Unrecht für „rhetorische und theologische Ungereimtheiten“ gescholten worden. Vielmehr lieferte Picander Bach eine verlässliche und an den theologischen Kernaussagen der lutherischen Orthodoxie orientierte Text-Grundlage für die Große Passion. Bach arbeitete nicht mit einem Dilettanten zusammen. Die Studie untersucht detailreich die theologische Haltung Picanders im Verhältnis zu Bachs Frömmigkeit und wirft ein neues Licht auf die Dichtungen Picanders.

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REINER MARQUARD ist evangelischer Theologe, 2007-2014 Rektor der Evangelischen Hochschule Freiburg, seit 2010 lehrt er an der Hochschule für Musik in Freiburg, seit 2015 Honorarprofessor an der Philosophischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

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Reiner Marquard
Das Lamm in Tigerklauen
Christian Friedrich Henrici alias Picander und das
Libretto der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach
174 S., Pb., 29,00 €
ISBN 978-3-7930-9896-6

Buchpräsentation »Bio-bibliografisches Lexikon der Literatur Osterreichs« am 14.11. in St. Pölten

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Der Herausgeber des Lexikons Prof. Dr. Herbert Zeman wird mit dem ehemaligen Vorstand der Wiener Philharmoniker, Prof. Dr. Clemens Hellsberg, durch den Abend führen. Kammerschauspieler Joseph Lorenz liest begleitend literarische Kostproben.

Ort: NÖ Landesbibliothek, Kulturbezirk 3, 3109 Sankt Pölten
Zeit: 14.11.2017, 18:00 Uhr

Veranstalter: NÖ Landesbibliothek und das NÖ Landesarchiv.
Anmeldung: post.k2veranstaltungen@noel.gv.at, oder unter +43 2742/9005-12835
Weitere Informationen: http://bit.ly/2j7wr2A 

Das von Herbert Zeman herausgegebene Lexikon beinhaltet alle Autoren, die innerhalb der jeweiligen Grenzen Österreichs vom Mittelalter bis zur Gegenwart gewirkt haben. Das Grundlagenwerk umfasst acht Bände und wird 2023 abgeschlossen sein. Die ersten beiden Bände liegen jetzt vor.
Literaturwissenschaftler ebenso wie interessierte Leser erhalten mit dem Werk einen fundierten Einblick in die gesamte österreichische Literaturlandschaft. Mit Umfang und Dichte an biografischen und literaturgeschichtlichen Informationen geht das Nachschlagewerk weit über alle bisher publizierten Handbücher hinaus.

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Herbert Zeman (Hg.)
Bio-bibliografisches Lexikon der Literatur Österreichs
Band 1: A – Bez
614 S., geb., € 96,30 (D) / € 99,- (A)
ISBN 978-3-7930-9746-4

Band 2: Bi-C
526 S., geb., € 96,30 (D) / € 99,- (A)
ISBN 978-3-7930-9874-4

Carolin Abeln erhält Gerhart-Baumann-Preis 2017

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Bei der Eröffnung des akademischen Jahres am 18. Oktober hat die Universität Freiburg 28 Preise an ihre besten NachwuchswissenschaftlerInnen verliehen. Im Fachbereich interdiszipliniere Literaturwissenschaft wurde Carolin Abeln mit dem 2 000 Euro dotieren Gerhart-Baumann-Preis ausgezeichnet. Sie erhält den Preis für ihre herausragende Studie »Sprache und Neue Musik« zur musikalischen Hölderlin-Rezeption. Carolin Abeln studierte Germanistik sowie Romanistik und ist ausgebildete Sopranistin. Ausgehend von der erstaunlichen Präsenz Hölderlins in der Neuen Musik deutet Abeln die musikalische Hölderlin-Rezeption der 1970er bis 1990er Jahre als historisches, kulturelles und ästhetisches Phänomen. Sie zeigt anhand der konkreten Rezeptionsvoraussetzungen, der Charakteristika der ausgewählten Texte und der musikalischen Umsetzungen von Wilhelm Killmayer, Heinz Holliger, Wolfgang Rihm und Luigi Nono, weshalb gerade Hölderlin zur Projektionsfläche für zeitgenössische Interpretationen und zum Ausgangspunkt für eine Erneuerung der jahrhundertealten intermedialen Beziehung von Musik und Sprache werden konnte.

Eröffnung akademisches Jahr
Im Bild von rechts: Uni-Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer, Dr. Carolin Abeln, Rombach-Verlagsleiter Dr. Torang Sinaga. Foto: Patrick Seeger

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Carolin Abeln
Sprache und Neue Musik
Hölderlin-Rezeption bei Wilhelm Killmayer, Heinz Holliger,
Wolfgang Rihm und Luigi Nono
282 S., geb., € 58,00
ISBN 978-3-7930-9880-5