Fernweh jenseits der Romantik

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Fernweh ist eine semantisch unscharfe und emotional aufgeladene Diskursfigur, die einem komplexen Wandel ausgesetzt ist. In der Anthologie Fernweh nach der Romantik beleuchten literatur-, film- und kulturwissenschaftliche Beiträge den Facettenreichtum von Fernweh in den Epochen nach der Romantik und begegnen damit einem Forschungsdesiderat.
Die Analysen reichen von Rilkes Lyrik und Hermann Hesse über die Heimat-Filmtrilogie von Edgar Reitz bis hin zu Janosch und Judith Schalansky.In den Fernweh-Figurationen der sich zusehends globalisierenden Moderne sind Topoi wie Reisen, Kolonialismus und die Sehnsucht nach dem Anderen und dem Anderswo virulent, zugleich aber auch das ambivalente Begehren zwischen Heimat und Ferne.

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Irmtraud Hnilica / Malte Kleinwort / Patrick Ramponi (Hg.)
Fernweh nach der Romantik
Begriff ‒ Diskurs ‒ Phänomen
Reihe Litterae, Band 256
236 S., geb., 54,00 €
ISBN 978-3-7930-9854-6

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Krieg in der Oper

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Die Kriegsthematik nimmt in vielen Opern einen zentralen Stellenwert ein, den die musikwissenschaftliche Forschung jedoch wenig untersucht hat. Dennis Roth schließt jetzt mit seiner Arbeit Krieg in der Oper diese Lücke. Sein Forschungsspektrum reicht von den Anfängen der Barockoper bis zum frühen 20. Jahrhundert. Dabei stehen La Didone und die venezianische Barockoper, die Grand Opéra, Berlioz’ Les Troyens sowie Karl Amadeus Hartmanns Simplicius Simplicissimus im Fokus. Schwerpunkte von Roths Betrachtung sind Librettistik und Motivgeschichte, die Vertonung einzelner Motive, Bühnenbild und Performanz. Dabei werden die Werke jeweils in den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten verortet.

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DENNIS ROTH, geb. 1982. Studium der Musikwissenschaft und Neueren deutschen Literatur in Freiburg i.Br., Promotion 2016 mit vorliegender Arbeit. Langjährige Tätigkeit als Konzertkritiker, seit 2010 Autor von Werkeinführungen.

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Dennis Roth
Krieg in der Oper
Litterae, Band 228
214 S., 5 s/w Abb., geb., € 48,00
ISBN 978-3-7930-9884-3
Auch als E-Book.

Rezension zu Davide Giuriato: »klar und deutlich«. Ästhetik des Kunstlosen im 18./19. Jahrhundert, in: Monatshefte, Juli 2017

Obwohl ›Klarheit‹ und ›Deutlichkeit‹ seit der Aufklärung im Zentrum der Erkenntnistheorie stehen, sind ihre Konturen vage. In seiner Habilitationsschrift »klar und deutlich« legt der Schweizer Literaturwissenschaftler Davide Giuriato »eine ausführliche Rekonstruktion der Begriffe Klarheit und Deutlichkeit und deren immanenter Verbindung mit dem Dunklen und Verworrenen vor«, wie Rezensentin Anne Lepper feststellt.  Dazu analysiert Giuriato diese Konzepte exemplarisch bei Adalbert Stifter sowie Georg Büchner und erkennt sie als eines der Paradigmen moderner Literatur.

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Radikale Neuheit und Skandal: Le Sacre du Printemps

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Le Sacre du Printemps gilt als Schlüsselwerk: Das Ballett von Vaslav Nijinsky zur Musik von Igor Strawinsky markiert den Beginn der Moderne im Tanz. Bei der Uraufführung 1913 in Paris verursachte das Stück einen Skandal; im Publikum kam es zu Tumulten. Neu waren die radikal moderne Musik, ekstatische Bewegungen und ein reduziertes Bühnendekor. Die Beiträge des Sammelbandes Sacre 1913/2013 Tanz, Opfer, Kultur erörtern die besondere Rolle des Stücks für die Tanzmoderne sowie als kulturgeschichtliches Phänomen. Sie verhandeln künstlerische Reflexionen dieses Schocks bis in die Gegenwart und untersuchen Opferaspekte, die Beziehung zwischen Abstraktion und Ornament und die eigentümliche Verschränkung von Modernismus und Primitivismus.

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Gabriele Brandstetter / Katja Schneider (Hg.)
Sacre 1913/2013
Tanz, Opfer, Kultur
Reihe Scenae, Band 18
338 S., zahlr. Abb., Pb., 54,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9859-1

Rezension zu Hausen, Dirk: Der Hornist Franz Strauß. In: Das Orchester, Juli 2017

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Ungeachtet seiner Rolle als Vater und erster Förderer von Richard Strauß verdient Franz Strauß einen ganz eigenständigen Platz in der europäischen Musikgeschichte. Dirk Hausens Dissertationsstudie beleuchtet erstmals umfassend die Biografie dieses brillanten Hornisten. Sein  gesellschaftlicher und musikalischer Aufstieg, den Hausen vor dem Hintergrund der kulturgeschichtlichen Entwicklung Münchens im 19. Jahrhundert untersucht, fasziniert bis heute. Wie Rezensent Thomas Lang hervorhebt, konnte der Autor bisher unveröffentlichte Quellen einsehen, unter anderem Briefe von Franz Strauß an seine Kinder, sodass »ein in allen Bereichen überzeugendes, differenziertes Porträt dieses im Umgang nicht einfachen Künstlers« entstanden ist.

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Lachen bei Godot – Komik in der klassischen Moderne

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Moderne Kunst kann Lachen auslösen. Ein Phänomen, das die wissenschaftliche Analyse meist verschweigt. Nicht so Niklas Bender: Mit seiner Studie Die lachende Kunst stellt er die Komik in den Fokus seiner Forschung. Er macht deutlich, welche komischen Mittel in der klassischen Moderne (ca. 1900‒1960) wie zum Einsatz kommen. Von Jarry bis Pasolini, von Joyce bis Max Ernst – untersucht werden Werke aller Gattungen und mehrerer Sprachen sowie Beispiele aus Malerei und Film. Durch das Komische setzt sich die literarische Moderne von der Tradition ab. Staat, Religion und Kultur als Horte der Autorität sind dabei laut Bender bevorzugte Ziele des Komischen.

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Autor:
Niklas Bender hat an der FU Berlin und an der Université Paris 8 studiert und promoviert. Von 2005 bis 2014 hat er an der Universität Tübingen gearbeitet und sich 2013 dort in Romanischer Philologie, Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft habilitiert. Seit 2014 vertritt er Lehrstühle, aktuell in Trier. Er ist Literaturkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Rezension zu Jörg Martin Merz: Guernica oder Picassos »Abscheu vor der militärischen Kaste«. In: Süddeutsche Zeitung, 22.06.2017

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Picassos Guernica hat keinen Bezug zu dem Bombenangriff auf die gleichnamige Stadt, so das Fazit der Forschungen von Jörg Martin Merz. 1937 wurde die baskische Stadt von einer deutschen Luftwaffeneinheit bombardiert. Das schreckliche Ereignis soll Pablo Picasso zu Guernica angeregt haben – soweit die seit Jahrzehnten verfestigte Ansicht. Picasso habe sich diesbezüglich nie geäußert, noch lassen die Darstellung selbst und die Entstehungsumstände darauf schließen, dass der Luftangriff auf den Künstler und sein Werk einwirkte. Auf dem Hintergrund dieser Erkenntnisse betrachtet Rezensent Reinhard Brembeck das Kunstwerk in der gerade laufenden Picasso-Ausstellung in Spanien. „Mit Merz’ Interpretation im Kopf kann man “Guernica” in Madrid ganz neu kennenlernen“, so Brembeck. Inwiefern lässt sich hier nachlesen.

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Jörg Martin Merz
Guernica oder Picassos »Abscheu vor der militärischen Kaste«
Quellen zur Kunst, Band 35
88 S., zahlr. Abbildungen, geb., € 18,00
ISBN 978-3-7930-9879-9

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Rezension zu Hillesheim, Jürgen: Die Wanderung ins »nunc stans«. Wilhelm Müllers und Franz Schuberts Die Winterreise. In: Augsburger Allgemeine, Juni 2017

Im Zentrum von Hillesheims Monographie steht mit der Winterreise, welche der Zusammenarbeit von Wilhelm Müller und Franz Schubert entstammt, einer der bedeutendsten Lyrik- bzw. Liederzyklen des 19. Jahrhunderts. Dabei positioniert Jürgen Hillesheim das Werk ‒ »energisch und überzeugend«, wie es Rezensent Stefan Dosch formuliert ‒  erstmals im Kontext jener damaligen pessimistischen bzw. fatalistischen Weltsichten, die uns etwa auch in den Werken Arthur Schopenhauers und Georg Büchners begegnen. Denn wie Stefan Dosch resümiert, sieht Hillesheim »die einsame Reise des lyrischen Wanderer-Ichs« als Folge der grundsätzlichen »›existenziellen Fremdheit‹ des Menschen«.

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Vortrag in Freiburg von Herbert Zeman: »Goethe und die Musik«

In Kooperation mit der Goethe-Gesellschaft Freiburg und dem Deutschen Seminar lädt das Studium Generale den renommierten Wiener Literaturwissenschaftler Herbert Zeman an die Universität Freiburg ein.
»Goethe und die Musik« ist das Thema am Abend des 28. Juni.

Herbert Zeman ist Ordinarius für neuere Deutsche und Österreichische Literatur an der Universität Wien (emeritiert 2008). Im Rombach Verlag sind zuletzt von ihm erschienen: Bio-bibliografisches Lexikon der Literatur Österreichs (Bd. 1), Literaturgeschichte Österreichs von den Anfängen im Mittelalter bis zur Gegenwart sowie Wilhelm Scherer (26.4.1841 – 6.8.1886).

Der Vortrag findet statt am Mittwoch, den 28. Juni 2017 um 20.15 Uhr im Hörsaal 1015
der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

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Foto: privat

 

Rezension zu Badische Heimat (Hg.): »Solange die Welt steht, ist soviel Blut nicht geflossen«. Feldpostbriefe badischer Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918. In: Militärgeschichte, Juni 2017

Von Marcel Kellner und Knud Neuhoff für diesen Band der Schriftenreihe der Badischen Heimat ausgewählt, eröffnen 523 Kriegsbriefe und Auszüge eines Tagebuchs den heutigen Lesern einen Einblick in das Seelenleben der Kriegsgeneration. Damit leistet der Band, gleichsam als ›Geschichte von unten‹ wirkend, einen wertvollen Beitrag zur Dokumentation und Aufarbeitung des Ersten Weltkrieges. Denn diese »Egodokumente« geben »100 Jahre nach ihrem Entstehen vom Leben und Sterben, von der Banalität des soldatischen Alltags ebenso Zeugnis wie von nervenzerreißenden Belastungsproben der badischen Soldaten im Kamp«, so Rezensent Thorsten Loch.

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Solange die Welt... Feldpostbriefe badischer Soldaten