Rezension zu Angela Gencarelli: Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen. Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa, in: Wirkendes Wort, 03/2017 (November)

Rezensentin Gabriela Scherer empfiehlt jenen Lesern die Lektüre von Angela Gencarellis Monographie Literarische Realitätsprüfung, denen „Überraschungen im Wissenschaftsbetrieb Lust auf Lesen machen“. Dürrenmatts Kenntnis von Physik ist bekannt und viel erforscht. Irmtraud Morgners Wissensstand in dieser Sparte rücke hingegen erst Gencarelli mit ihrer Studie ins wissenschaftliche Licht. Sie zeige, welche „deutlichen Spuren“ die anhaltende Auseinandersetzung Morgners mit der Physik im ihrem Prosawerk hinterließ.

Dieser Link führt direkt ins Buch.

LIT225_Gencarelli_USDruck.indd

Weitere Details zum Buch.

Rezension zu Lubkoll / Ohlschläger: Schreibszenen, in: Kleist-Jahrbuch 2017, 01/2018

Der Sammelband fokussiert unter den systematischen Gesichtspunkten »Kulturpraxis«, »Poetologie«, »Theatralität« an ausgewählten Beispielen die Schreibszene als eine Kontaktzone zwischen Autor, Schrift und Text.
Die Beiträge bestätigen eindrucksvoll „die Aussagekraft des von Campe und anderen geprägten Begriffes der Schreibszene für eine Literaturwissenschaft, die sich zugleich als Analyse kultureller und sozialer Praktiken versteht“, unterstreicht Achim Geisenhanslüke in einer Rezension. Dem Begriff Schreibszene gelänge die „Öffnung eines Raums, in dem Sprachkritik, Technologie und Körperlichkeit der Schrift gleichermaßen zum Ausdruck kommen“, so Geisenhanslüke weiter.

Hier geht`s zur Leseprobe.

LIT213_LubkollOehlschlaeg_USDruck.indd

Christine Lubkoll / Claudia Öhlschläger (Hg.)
Schreibszenen
Kulturpraxis – Poetologie – Theatralität
Reihe Litterae, Band 213
402 S., 30 s/w Abb., geb., 68,- €
ISBN 978-3-7930-9825-6

Rezension zu Grabbe / Grabbe / Haitzinger (Hg.): Chor-Figuren, in: Zeitschrift für Theaterpädagogik, 01/2018

Rezensent Florian Vaßen konstatiert, dass der Band insgesamt verschiedenartige, innovative und lesenswerte Arbeiten beinhalte. Die Gewichtung der Themen sieht er allerdings kritisch: Mit drei Beiträgen zu Friedrich Schillers Auseinandersetzung mit dem Chor sei dieser zu sehr hervorgeben. Dagegen wäre die Wiederbelebung des Chors im 20. Jahrhundert unterrepräsentiert.

Hier geht`s zur Leseprobe des Buches.

PARAD30_BodGrabHaitUS_Korr.indd

Julia Bodenburg/Katharina Grabbe/Nicole Haitzinger (Hg.)
Chor-Figuren
Transdisziplinäre Beiträge
Reihe Paradeigmata Band 30
262 S., 7 s/w Abb., Pb. , 48,- €
ISBN 978-3-7930-9837-9

Rezension zu Roland Borgards u.a. (Hg.): Robinsons Tiere, in: literaturkritik.de, 06.02.2018

Bei Daniel Defoes Robinson Crusoe und den nachfolgenden Robinsonaden stand das abendländisch-neuzeitliche Subjekt im Fokus der Interpretationen. Die meisten dieser Deutungen haben die Tiere vergessen oder verstehen diese nur als marginale Figuren. Genau an diesem Versäumnis setzt der Band Robinsons Tiere an. Rezensentin Vera Zimmermann betont, dass die von den Herausgebern lancierte Lesart gegen den Strich eines anthropozentrischen und eurozentrischen Sinngefüges „geschickt anhand der Analyse eines Frontispiz zu einer französischen Ausgabe von Defoes Roman aus dem Jahr 1840 hergeleitet wird.“ Sie vermisst hingegen, dass der intermediale Ansatz in den Aufsätzen nur ansatzweise realisiert wird, etwa „wenn etwa Ulrike Stamm die Rolle der Tiere in Hugo von Hofmannsthals Filmskript Daniel De Foe diskutiert“.

Hier geht`s zur vollständigen Rezension.

CulAnimalStudies01_Bogards_150x224.indd

Roland Borgards / Marc Klesse / Alexander Kling (Hg.)
Robinsons Tiere
cultural animal studies, Band 1
334 S., zahlr. Abb., Pb., 46,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9822-5

Medialitätsverhandlungen bei Droste-Hülshoff

Featured

Vanessa Höving untersucht in ihrer Studie Projektion und Übertragung Sinneswahrnehmungssujets bei Annette von Droste-Hülshoff. Im Fokus steht dabei das poetologische und medienreflexive Potenzial ihrer Texte. Wahrnehmungs- und Sinnesverhandlungen gehen bei Droste mit medialen, psychischen und poetologischen Konfigurationen einher. Diese erforscht Höving anhand der Versepen Die Schlacht im Loener Bruch. 1623 und Des Arztes Vermächtniß, den Gedichten Durchwachte Nacht und Die Taxuswand sowie dem Romanfragment Ledwina.

Hier geht`s zur Leseprobe.

LIT230Hoeving_U1_400

Vanessa Höving
Projektion und Übertragung
Medialitätsverhandlungen bei Droste-Hülshoff
Littera, Band 230
268 S., 7 Abb., geb., 64,– €
ISBN 978-3-7930-9903-1

DAS BUCH ERSCHEINT IM APRIL 2018.

Konzert der Sinne: Analyse der Wahrnehmung von Musikaufführungen

Featured

»Wir hören nicht nur in Konzerten, sondern sehen, tasten, riechen und spüren«. Rainer Simon analysiert in seiner Studie Konzert der Sinne aisthetische und performative Implikationen von Musik. Damit schließt er eine Lücke, denn die Musikforschung befasst sich meist mit der Werkgestalt. Musik ist jedoch nicht allein ein Notations-, sondern auch ein Klangphänomen, sie wird nicht nur geschrieben, sondern auch aufgeführt, und nicht bloß gelesen, sondern gehört und erfahren.
Jenseits des Notentextes zu forschen, erfordert einen transdisziplinären Ansatz. Neben Musical Performance Studies, Interpretationsforschung nimmt Simon die Bereiche Phänomenologie, Theaterwissenschaft, Musikethnologie und Musikpsychologie in den Blick. Der Autor veranschaulicht schließlich seine Erkenntnisse an konkreten Aufführungserlebnissen.

Hier geht`s zur Leseprobe.

SCE_Simon_USDruck.indd

Reihe Scenae Band 19, 424 S., Pb., 49,00 €
ISBN 978-3-7930-9873-7

Auch als E-Book!

Realismus in Fontanes Gesellschaftsromanen

Featured

Der Band Herausforderungen des Realismus erforscht die Produktivität der jüngeren Forschung für neue Lektüren von Theodor Fontane. Dazu laden Fontanes geschichtsträchtige Gesellschaftsromane besonders ein: mit ihren vielfältigen Wahrnehmungs- und Beobachtungsparadigmen, ihrer Dramaturgie der Dinge und ihrem Zusammenspiel von Medialität und Materialität. Thematisiert werden sämtliche Gesellschaftsromane von Vor dem Sturm (1878) bis zum Stechlin (1899).

Hier geht`s zur Leseprobe und weiteren Details.

Beiträger u.a.: Christian Begemann, Eric Downing, Sean Franzel, Samuel Frederick, Eva Geulen, Claudia Liebrand, Gerhard Neumann, Anette Schwarz, Elisabeth Strowick und Stefan Willer.

Herausgeber: Peter Uwe Hohendahl ist Professor Emeritus an der Cornell University (Ithaca, NY). Ulrike Vedder ist Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin.

LIT229_U1_400

332 S., 5 s/w Abb., geb., 56,00 € (D)
ISBN 978-3-7930-9895-9

Kirche und Kultur – Carl Muth und seine Zeitschrift Hochland

Featured

Carl Muth (1867–1944) gilt als einer der großen Modernisierer innerhalb des deutschsprachigen Kulturkatholizismus des vergangenen Jahrhunderts. Mit seiner Zeitschrift Hochland führte er »die Katholiken aus dem kulturellen Ghetto heraus, in dem sie noch nach dem Ende der Kulturkampfzeit verharrte hatten, und befähigte sie ebenso zu einer neugierigeren Wahrnehmung der modernen Welt, wie er umgekehrt der Stimme der Katholiken größeres Gewicht in den kulturellen Debatten dieser Moderne verlieh«, so Thomas Pittrof im Vorwort des von ihm herausgegebenen und soeben erschienenen Bandes Carl Muth und das Hochland (1903–1941). Aber war Muth tatsächlich ein solcher ›Modernisierer‹? Wie war sein Verhältnis zur ›Moderne‹ wirklich? Welche ›Moderne‹ repräsentierte das Hochland? Der Band gibt, gestützt auf unbekannte Dokumente und neue Forschungen, überraschende Antworten auf diese Fragen.

Zur Leseprobe.

PARAD44_U1_400

Thomas Pittrof (Hg.)
Carl Muth und das Hochland (1903–1941)
Catholica Band 4.1
610 S., zahlr. s/w. Abb., geb., 68,– €
ISBN 978-3-7930-9898-0

Rombach Verlag trauert um seinen Autor und Herausgeber Gerhard Neumann

Featured

Mit Gerhard Neumann verliert unser Verlag einen seiner wichtigsten Autoren und Herausgeber überhaupt. Er hat den Verlag über Jahrzehnte geprägt.
 

Gerhard Neumann (c) Michael Bramberger

Gerhard Neumann
(c) Michael Bramberger

Gerhard Neumann wurde 1934 in Brünn geboren. Er studierte Germanistik und Romanistik an den Universitäten Freiburg, Wien und Paris. 1963 wurde er mit einer Arbeit über Torquato Tasso promoviert, die Habilitation (Ideenparadiese) folgte 1972. Neumann war Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft an den Universitäten Bonn, Erlangen und Freiburg; seit 1986 bis zur Emeritierung 2002 war er Ordinarius an der Universität München. 2008 verlegte er seinen Lebensmittelpunkt von München nach Berlin, wo er 2005 zum Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin ernannt wurde.
Neumann zählte zu den renommiertesten Literaturwissenschaftlern der Nachkriegszeit. Im Freiburger Rombach Verlag gab er seit 1987 die Wissenschaftsreihe litterae heraus. Die Publikationen der Reihe bieten ein Forum für Beiträge der Kulturwissenschaften, die den interdisziplinären Blick schärfen, der Neumann so wichtig war. Seit 1993 war Neumann zudem Herausgeber des Hofmannsthal-Jahrbuches, das Erscheinen der aktuellen Ausgabe durfte er noch erleben. Gerhard Neumann verstarb am 27. Dezember 2017 in Berlin.

Rezension zu von Arburg/Tremp/Zimmermann (Hg.):
Physiognomisches Schreiben, in: literaturkritik.de, 20.07.2017

In der Nachfolge Lavaters hat sich die Physiognomik vorwiegend für den Zusammenhang von äußerem Erscheinungsbild und innerer Verfasstheit interessiert. Die Bedeutung des Textes als Analyseinstrument für die physiognomische Gestaltdeutung wurde dabei vernachlässigt. Der Band Physiognomisches Schreiben schließt diese Lücke und erforscht die Rolle des Schreibens, der Schrift und ihrer medialen Vermittlung in verschiedenen theoretischen, historischen und künstlerischen Konstellationen aus der Geschichte der neueren Physiognomik.

Maik M. Müller hat den Titel für literaturkritik.de rezensiert. Ein Fazit von ihm: „Insgesamt präsentiert der Band ein anspruchsvolles theoretisches Setting zwischen Diskurs- und Medientheorie im weiteren Umfeld der Literature and Science Studies mit ihrem Interesse an Austauschprozessen zwischen ästhetischen und szientifischen Wissensformen“.

Zur Rezension in voller Länge.

UnsicheresWissenBd3_Druck.indd