Rezension zu Gerhard Neumann: Selbstversuch, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 26.08.2018

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Ein Schlüsselereignis in Gerhard Neumanns autobiographischen Selbstversuch ist die Begegnung zwischen Paul Celan und Martin Heidegger in Todtnauberg 1967, der Neumann als stummer Zeuge beiwohnte. In seinem Selbstversuch spricht er zum ersten Mal über dieses Ereignis und dessen Folgen. Die Rezensentin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bezeichnet Neumann als einen »Lehrer, der mit seiner gesamten Existenz für die von ihm behandelten Gegenstände einzustehen schien«. In seinen »autobiographischen Skizzen« werde seine »bedächtige Stimme, mit der er den Studenten Kafka und Hofmannsthal, Foucault und Roland Barthes nahebrachte, noch einmal hörbar«.

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Rezension zu Anna-Lena Scholz: Kleist/Kafka. Diskursgeschichte einer Konstellation, in: Arbitrium, 04/2018

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»Das Buch hält, was es im Untertitel verspricht«, so lautet das Urteil des Rezensenten Dirk Oschmann zu Anna-Lena Scholz’ Werk. In ihren Ausführungen zu der Autorenkonstellation Kleist und Kafka fokussiert  Scholz jene Kafka- und Kleist-Lektüren, die thematischen, ästhetischen und politischen Einfluss auf die Literaturwissenschaft und Philosophie des 20. Jahrhunderts gewonnen haben. Der »zentral[e] Gehalt« der Studie bestehe in der »Einladung zu prinzipieller Selbstreflexion, in den übergreifenden Fragen nach den diskursiven Prämissen, Funktionsweisen, impliziten Werturteilen und strategischen Motivationen«, resümiert Oschmann. Wer mit der Fach- und Theoriegeschichte vertraut sei, könne sich anhand dieser Studie nochmals wesentliche Entwicklungen vor Augen führen, beschreibt Oschmann weiter.

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Rezension zu Hans Peter Herrmann: Krisen. Arbeiten zur Universitätsgeschichte 1933-2010 am Beispiel Freiburgs im Breisgau, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, 01/2018

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Der Freiburger Literaturwissenschaftler Hans Peter Herrmann beschäftigt sich in seiner Studie Krisen. Arbeiten zur Universitätsgeschichte 1933-2010 am Beispiel Freiburgs im Breisgau mit der schwierigen und krisenbehafteten Geschichte der deutschen Universitäten nach dem zweiten Weltkrieg. Rezensentin Christa Klein lobt den Autor für seine »im konkreten universitären Alltag situierte historische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen der Jahre 1933 bis 2010«. Der Band berichte »differenziert, teils kompakt, teils anekdotisch« und zeichne sich durch »Einblicke in universitäre Organisationsstrukturen und Innovationszusammenhänge aus, die in ihrem soziohistorischen Kontexten und Entwicklungsdynamiken reflektiert werden«, beschreibt Klein weiter.

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Rezension zu Angela Gencarelli: Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen. Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa, in: Germanistik, 07/2018

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Im Vordergrund von Gencarellis Studie Literarische Realitätsprüfung des Phantastischen. Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa steht die Wechselwirkung zwischen Teilchenphysik und Poetik in Irmtraud Morgners Prosa, die bisher bei der Erforschung der Interferenzen zwischen Literatur und moderner Physik gänzlich übersehen wurde. Rezensent Philipp Ramer nennt Gencarellis Studie einen »Gewinn für die M.-Forschung wie für jene zu den Bezügen von Literatur und Physik«. Gencarelli stelle Morgners Texte in »methodisch nachvollziehbarer und – auch was physikalische Spezifika angeht – verständlicher Weise« dar.

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Rezension zu Carsten Rast: Zeitoasen. Literarische Verlangsamung im Realismus bei Stifter, Raabe und Fontane, in: literaturkritik, 24.08.2018

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Carsten Rast beschäftigt sich in seinem Werk Zeitoasen. Literarische Verlangsamung im Realismus bei Stifter, Raabe und Fontane mit Rückzugsorten, deren Darstellungsweise sich im 19. Jahrhundert ändert. An Stelle von Stabilität und Dauerhaftigkeit treten, bedingt durch technische und gesellschaftliche Entwicklungen, zunehmend kurzfristige Stabilisierungen. »Der Band stellt dar, wie vor allem drei literarische Texte des Realismus anhand spezifischer Raum-Zeit-Stellen (Zeitoasen) Stabilitätsverluste auszugleichen bemüht sind«, hebt die literaturkritik-Redaktion in ihrer Rezension hervor. Sie betont, dass Carsten Rast in seinem Werk »Gattungskonventionen […] ebenso in den Blick« nehme »wie das Verhältnis von Literatur und Technik sowie Fragen des Zeitbewusstseins im 19. Jahrhundert«. Es ergeben sich »Neuentwürfe in Form von Zeitoasen, die zwischen Welt und Ort vermitteln«

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Rezension zu Borgard/Klesse/Kling: Robinsons Tiere, in: IFB, 07/2018

Mit ihrem Band Robinsons Tiere rücken Borgard, Klesse und Kling die in bisherigen Interpretationen zu Defoes Kultfigur Robinson Crusoe vernachlässigten Tiere in den Vordergrund. Rezensent Till Kinzel  beschreibt den Ansatz der Herausgeber als »gelungen und nachahmenswert«. Der Band zeige »exemplarisch in sehr gelungener Weise, daß die Konzentration auf einen Grundtext und seine Appropriationen höchst sinnvoll ist«. Er werde »das Interesse all derjenigen finden, die sich mit Robinsonaden aller Art beschäftigen oder auch an anderen klassischen Texten den Mensch-Tier-Verhältnissen nachgehen möchten«.

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Rezension zu Marquard: Das Lamm in Tigerklauen. Christian Friedrich Henrici alias Picander und das Libretto der Matthäus-Passion, in: Hessisches Pfarrblatt, 04/2018

Reiner Marquard beschäftigt sich in seinem Werk Das Lamm in Tigerklauen mit Bachs Matthäus-Passion und dem Dichter des Librettos, Christian Friedrich Henrici alias Picander, der für rhetorische und theologische Ungereimtheiten heftig kritisiert wurde. Marquard stellt in seiner Analyse fest, dass Henricis Libretto entgegen der heftigen Kritik eine verlässliche Grundlage für Bachs Passionsmusik dargestellt hat. Rezensent Michael Heymel schätzt das Anliegen des Autors: Der Versuch einer Rehabilitierung Henricis sei »aller Ehren wert«. Die Analyse Marquards helfe »die Glaubenstradition zu verstehen, aus der Text und Musik der Großen Passion entstanden« sind. »Damit regt sie neu zum Nachdenken an«, lobt Heymel.

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Rezension zu Anna-Lena Scholz: Kleist/Kafka. Diskursgeschichte einer Konstellation, in: Monatshefte, 01/2018

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Anna-Lena Scholz widmet sich in ihrer Studie Kleist/Kafka. Diskursgeschichte einer Konstellation jenen beiden Autoren, die im literaturwissenschaftlichen und philosophischen Diskurs der Moderne als Lichtgestalten gelten. Die Autorenkonstellation Heinrich von Kleist und Franz Kafka gilt als besonders faszinierend vor allem in Bezug auf jene Lektüren, die thematischen, ästhetischen und politischen Einfluss auf die Literaturwissenschaft und Philosophie des 20. Jahrhunderts gewonnen haben. »Scholz’ Arbeit leistet hier fraglos einen diskussionswürdigen Beitrag zur Fachgeschichte« resümiert Rezensent Andreas Härter. Die »kenntnis- und materialreiche Arbeit« trage »unzweifelhafte Verdienste in der systematischen Erschließung der Konstellation Kleist/Kafka«. Der Bogen sei weit gespannt und die Darstellung stets angemessen.

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Rezension zu Escher/Theilig: Germania Slavica – Die slawische Geschichte Brandenburgs und Berlins, in: Berliner Geschichte. Zeitschrift für Geschichte und Kultur, 07/2018

Das Begleitheft zur Ausstellung Germania Slavica, die von Mai bis Juli 2016 im Spandauer Rathaus stattgefunden hat, zeichnet die slawische Geschichte Brandenburgs und Berlins nach. Rezensent Mathias C. Tank tituliert das Begleitheft als »exzellente Publikation«, die nicht langweile, sondern neugierig mache. Er lobt die Herausgeber für ihre »detailreiche, bestens verständliche Beschreibung des derzeitigen wissenschaftlichen Forschungsstandes«. Sie hätten es geschafft, die historischen Hintergründe der Germania Slavica wissenschaftlich fundiert und unkompliziert aufzubereiten.

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Ästhetik fetischistischer Anschauung in Literatur und Psychoanalyse

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Matthias Bock entfaltet in seiner Studie das Modell der »Figuration des Augenblicks« als eine innovative Theorie des Fetischismus. Der Autor untersucht die Darstellung fetischistischer Körperanschauung in Texten der Literatur und Psychoanalyse. Im Zentrum seiner Interpretation stehen kanonische Prosatexte des 19. und 20. Jahrhunderts: E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann, Robert Musils Törleß-Roman, Elfriede Jelineks Die Klavierspielerin, Texte von Sigmund Freud und Jacques Lacan.

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Matthias Bock
Figurationen des Augenblicks
Zur Ästhetik fetischistischer Anschauung in Literatur und Psychoanalyse
Litterae, Band 234
314 S., 8 Abb., geb., 58,– € (D)
ISBN 978-3-7930-9916-1

MATTHIAS BOCK, geb. 1985, Studium der Germanistik, Politischen Wissenschaft und Psychologie in Hannover, Promotion 2017. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Seminar der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.